Test Cadillac CTS 3.6

Test Cadillac CTS 3.6 Test Cadillac CTS 3.6

Test Cadillac CTS 3.6

— 16.09.2007

Nur für Mutige

Cadillac und Europa, diese Hassliebe hat Tradition. Der neue Cadillac CTS 3.6 ist ein freundliches und gutes Auto – wird es aber bei uns wohl sehr schwer haben. Der Wertverlust ist einfach zu hoch.

Cadillac und Europa, diese Hassliebe hat Tradition. Europäern kann ein Caddy gar nicht amerikanisch genug sein. Die Amerikaner wollen hingegen ihre Luxusmarke mit einem möglichst europäischen Eigenschaftsprofil ausstatten. Das Ergebnis kennen wir: Gerade mal 2951 Cadillacs wurden 2006 europaweit abgesetzt – und das bei sechs verschiedenen Modellreihen ... Mit der zweiten Auflage des CTS unternehmen die GM-Strategen nun im Herbst einen erneuten Anlauf in Richtung Audi, BMW  und Mercedes. Die Chancen auf Erfolg stehen diesmal etwas besser, denn dieser Cadillac ist kein schräges Minderheiten-Auto für Pseudo-Rapper und Asphalt-Cowboys. Nein, der 2008er CTS fordert das Establishment heraus – wenn es sein muss auch auf der Nordschleife. In puncto Größe, Leistung und Preis zielt der kantige Amerikaner auf die Lücke zwischen 3er- und 5er-BMW. Bis auf Weiteres hat der Kunde die Wahl zwischen dem 2,8-Liter-V6 mit 211 PS (ab 36.290 Euro) oder dem 3,6-Liter-V6-Direkteinspritzer, der 311 PS leistet und auch mit Allradantrieb zu haben ist.

Extremer Wertverlust lässt nur einen Tipp zu – leasen, nicht kaufen

Neben dem iPod-Dock bietet der CTS eine 40-Giga-Festplatte für Musik, Navi und Kommunikation.

2009 folgt dann die V-Series getaufte Power-Version mit 500 PS. Ebenfalls bis 2009 müssen wir auf den 250 PS starken 2,9-Liter-Diesel warten, der mit seinen 550 Nm selbst den kräftigsten Benziner schwach aussehen lässt. Die Fahrdynamik-Übungen absolviert der neue Cadillac fast so souverän wie die deutschen Platzhirsche.Vor allem die Bremsen sind vertrauenserweckend, aber auch die präzise Lenkung, das trittsichere Fahrwerk und die Sechsstufen-Automatik können gefallen und machen einen ausgesprochen europäischen Eindruck. Was den CTS in der Endabrechnung Punkte kostet, ist das mit 1760 Kilogramm zu hohe Gewicht. Der neue Direkteinspritzer gilt zumindest für Detroiter Verhältnisse als Hochdrehzahlaggregat, das erst bei 7000 Touren das Handtuch wirft. Leider schlägt diese sportliche Leistungscharakteristik auf den Verbrauch und aufs Gehör. Obwohl das Getriebe mitdenkt und unnötige Gangwechsel auf ein Minimum beschränkt, würden wir gern ab und zu ins Geschehen eingreifen, was mangels Schaltwippen vorläufig ein frommer Wunsch bleibt.

So amerikanisch-extrovertiert wie das Karosseriedesign, so amerikanisch-opulent wirkt die Cockpit-Architektur, die alle erdenklichen Spieltriebe befriedigt. Ausstattungsbereinigt ist daher auch dieser Caddy mit 44.000 Euro ein Top-Angebot. Doch die Rechnung relativiert sich, sobald man das dünne Händlernetz und den erfahrungsgemäß dramatischen Wertverlust in die Waagschale wirft. Da hilft nur ausgeprägte Leidensfähigkeit – oder ein wasserdichter Leasingvertrag. Fazit: Fahrdynamisch ist der Caddy nicht mehr weit entfernt von BMW und Mercedes. Es gibt ihn sogar mit Allradantrieb – aber nicht als Diesel. Extremer Wertverlust lässt nur einen Tipp zu – leasen, nicht kaufen.
Cadillac CTS 3.6
Motor/Hubraum V6/3564 cm³
Leistung 229 kW (311 PS)
Drehmoment bei U/min 374 Nm/5200
0-100 km/h unter sieben Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 249 Km/h
Verbrauch (l/100 km) - CO2 11,5 l S – 274 g/km
Kofferaumvolumen 420 l
Typklassen HPF/VK/TK 19/28/23
PREIS: ab 44.000 Euro
PLUS: kräftiger Direkteinspritzer, sehr gute Bremsen, Fahrwerk und Lenkung auf Europa-Niveau
MINUS: relativ laut, hoher Wertverlust, Automatik ohne Schaltpaddel, noch kein Diesel
NOTE: 3+
Konkurrenten: BMW 335i, 306 PS, ab 41.300 € und Volvo S60 R, 300 PS, ab 53.500 €

Autor: Georg Kacher

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