Test Chevrolet Captiva 2.4 4WD

Teure Basisversion

Weil Chevrolet den an sich billigeren Basisbenziner nur mit der teureren Siebensitzer-Ausstattung anbietet, steigt der Grundpreis.

Der im letzten Herbst eingeführte Captiva ist kein echter amerikanischer Chevrolet, sondern ein im General-Motors-Konzernverbund auf einem Daewoo-Fließband produzierter Koreaner. Mit kürzerem Heck und anderer Optik gibt es das Auto auch als Opel Antara. Mit dem Opel-Blitz verkauft sich der Allradler derzeit um 20 Prozent besser.

Karosserie/Qualität


Ausreichend Platz für die ganze Familie – das ist die Stärke des Captiva. Gute Sitze bieten ordentlichen Komfort. Die beim Allrad-Benziner derzeit serienmäßige dritte Sitzreihe taugt dagegen nur für Kleinwüchsige. Dahinter verbleibt fast kein Kofferraum. Klappt man die Zusatzreihe weg, ergeben sich 465 bis 1850 Liter.

Fahrfreude/Antrieb


Temperamentvoll gibt sich der hubraumstarke Benziner nicht. Er zieht aber dafür ab Leerlaufdrehzahl ordentlich durch – ein Motor zum Autowandern. Der zusätzliche Hinterradantrieb beteiligt sich zackig, wenn die Vorderräder durchzudrehen beginnen. Zum Anfahren auf Schnee und im Gelände kann man per Taste eine 50:50-Kraftverteilung vorwählen.

Fahrleistungen


Chevrolet verspricht zwar 183 km/h, die erreicht der Koreaner aber nur auf dem optimistischen Tacho. Korrekt gemessen begnügt er sich mit 169 km/h im recht lang übersetzten fünften Gang.

Fahrwerk/Sicherheit


Der Captiva fährt sich problemlos, wird aber bereits bei flotterer Kurvenfahrt vom übervorsichtigen ESP (Serie) eingebremst. Akzeptabel: die Bremswege. Heute Standard: sechs Airbags.

Geländetauglichkeit


Klassenübliche 185 mm Bodenfreiheit erlauben vorsichtige Ausflüge auf Wald- und Feldwegen. Wer sich an steilere Steigungen wagt, ruiniert die Kupplung.

Komfort


Auf kurzen Unebenheiten sehr straffe Federung, ab 4500 Touren brummiger Motor.

Preis/Kosten


Der Grundpreis des Allrad-Benziners erscheint happig. Zwangsweise muss man die dritte Sitzreihe (sonst 1900 Euro Aufpreis) und das LT-Paket mitkaufen, das Klimaautomatik, Tempomat, Bordrechner, Lederlenkrad und automatischen Innenspiegel beinhaltet. Ein vergleichbarer Captiva Diesel würde 2400 Euro mehr kosten.

Fazit


Die meisten Käufer nehmen den Captiva als 2.0-Diesel. Für Wenigfahrer würde sich der 2.4-Benziner schon rechnen. Doch unverständlicherweise wird er mit viel Ausstattung kombiniert, die nicht jeder benötigt.

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