Test Chevrolet Captiva 2.4 4WD — 11.05.2007
Teure Basisversion
Weil Chevrolet den an sich billigeren Basisbenziner nur mit der teureren Siebensitzer-Ausstattung anbietet, steigt der Grundpreis.
Der im letzten Herbst eingeführte Captiva ist kein echter amerikanischer Chevrolet, sondern ein im General-Motors-Konzernverbund auf einem Daewoo-Fließband produzierter Koreaner. Mit kürzerem Heck und anderer Optik gibt es das Auto auch als Opel Antara. Mit dem Opel-Blitz verkauft sich der Allradler derzeit um 20 Prozent besser.
Karosserie/Qualität
Ausreichend Platz für die ganze Familie – das ist die Stärke des Captiva. Gute Sitze bieten ordentlichen Komfort. Die beim Allrad-Benziner derzeit serienmäßige dritte Sitzreihe taugt dagegen nur für Kleinwüchsige. Dahinter verbleibt fast kein Kofferraum. Klappt man die Zusatzreihe weg, ergeben sich 465 bis 1850 Liter.
Fahrfreude/Antrieb
Temperamentvoll gibt sich der hubraumstarke Benziner nicht. Er zieht aber dafür ab Leerlaufdrehzahl ordentlich durch – ein Motor zum Autowandern. Der zusätzliche Hinterradantrieb beteiligt sich zackig, wenn die Vorderräder durchzudrehen beginnen. Zum Anfahren auf Schnee und im Gelände kann man per Taste eine 50:50-Kraftverteilung vorwählen.
Fahrleistungen
Chevrolet verspricht zwar 183 km/h, die erreicht der Koreaner aber nur auf dem optimistischen Tacho. Korrekt gemessen begnügt er sich mit 169 km/h im recht lang übersetzten fünften Gang.
Fahrwerk/Sicherheit
Der Captiva fährt sich problemlos, wird aber bereits bei flotterer Kurvenfahrt vom übervorsichtigen ESP (Serie) eingebremst. Akzeptabel: die Bremswege. Heute Standard: sechs Airbags.
Geländetauglichkeit
Klassenübliche 185 mm Bodenfreiheit erlauben vorsichtige Ausflüge auf Wald- und Feldwegen. Wer sich an steilere Steigungen wagt, ruiniert die Kupplung.
Komfort
Auf kurzen Unebenheiten sehr straffe Federung, ab 4500 Touren brummiger Motor.
Preis/Kosten
Der Grundpreis des Allrad-Benziners erscheint happig. Zwangsweise muss man die dritte Sitzreihe (sonst 1900 Euro Aufpreis) und das LT-Paket mitkaufen, das Klimaautomatik, Tempomat, Bordrechner, Lederlenkrad und automatischen Innenspiegel beinhaltet. Ein vergleichbarer Captiva Diesel würde 2400 Euro mehr kosten.
Fazit
Die meisten Käufer nehmen den Captiva als 2.0-Diesel. Für Wenigfahrer würde sich der 2.4-Benziner schon rechnen. Doch unverständlicherweise wird er mit viel Ausstattung kombiniert, die nicht jeder benötigt.
| TECHNISCHE DATEN | |
| Motor 4-Zylinder-Reihen-Benziner, | vorn quer |
| Hubraum | 2405 cm³ |
| Leistung | 100 kW (136PS) bei 5000/min |
| Drehmoment | 220 Nm bei 2200/min |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
| Reifen | 235/55 R 18 |
| Leergewicht/Zuladung | 1885/510 kg |
| Anhängelast gebremst/ungebremst | 1500/750 kg |
| Länge/Breite/Höhe | 4635/1850/1755 mm |
| Bodenfreiheit | 185 mm |
| Wattiefe | 450 mm |
| Böschungswinkel vorn/hinten | 25°/24° |
| Rampenwinkel | 18° |
| Achsverschränkung/Index | 170 mm/63% |
| Kraftübertragung | |
| Fünfgang-Schaltgetriebe ohne Geländereduktion, Allradantrieb permanent über zentrale Mehrscheibenkupplung (v:h 100:0 bis 50:50); Bremseingriff v+h | |
| Messwerte | |
| 0–100 km/h | 14,7 s |
| 0–130 km/h | 27,5 s |
| 60–100 km/h im 4. Gang | 13,6 s |
| 80–120 km/h im 5. Gang | 23,1 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 169 km/h |
| Bremsweg aus 100 km/h kalt/warm | 39,6/39,2 m |
| Normverbrauch gemischter Zyklus | 9,3 l |
| Testverbrauch Ø (l/100 km) | 10,8 l Super |
| Kosten | |
| Steuer/Jahr (Euro 4) | 169 Euro |
| Typklassen HPF/VK/TK | 19/19/18 |
| PREIS | 30.390 EURO |

































