Test Chrysler Grand Voyager 2.8 CRD

— 07.12.2007

Sanfter Riese mit rauem Herz

Chrysler ohne Daimler? Daran müssen wir uns gewöhnen. Hier kommt die vierte Auflage des Grand Voyager. Mit neuen Stärken und alten Schwächen. Kann der Raumriese den ruinierten Ruf retten?
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Von  Douglas D. Betts soll ein netter Kerl sein. Doch das könnte sich ändern. Denn sein neuer, in der Autobranche bislang einzigartiger Job birgt Zündstoff: Er ist ab sofort Chief Customer Officer – eine Art unternehmenseigener Verbraucheranwalt. Und zwar im Chrysler-Vorstand. Dessen Vize vollmundig: "Ab jetzt wird der Kunde die Qualität definieren." Erster Debütant der Betts-Ära: der neue Grand Voyager. Kann der im Frühjahr 2008 erscheinende Riese den ruinierten Ruf retten? Jein. Premium-Niveau erreicht die Verarbeitung nicht, wie sich etwa an der Befestigung von Dachhimmel und Kabelsträngen zeigt. Insgesamt jedoch wirkt der auf 5,13 Meter gewachsene Siebensitzer deutlich solider als das seit 2001 angebotene Modell. Gelungen ist auch die moderne Armaturenlandschaft. Wobei angesichts des verwendeten Kunststoffes gilt: anschauen ist angenehmer als anfassen.
Chrysler ohne Daimler – geht dass?
Konkurrenzlos ist der Grand Voyager, wenn es darum geht, mit einer Horde gelangweilter Kinder Langstrecken zu bewältigen. Denn was seine Optionsliste hergibt, macht ihn zum mobilen Entertainer: drehbare Einzelsitze in Reihe zwei, einsteckbarer Spieltisch, zwei Bildschirme im Dach und, und, und. In Fahrt fällt der erheblich verbesserte Komfort auf. Dank der Verbundlenkerachse im Heck, die nicht stakst und trampelt wie die bisherige Starrachse. Die Vordersitze verdienen – wie die Sitzposition – ebenfalls Lob. Weniger Gefallen findet die Lenkung mit zu starkem Rückstell-moment um die Mittelposition und leichtgängig-gefühlloser Auslegung darüber hinaus. Größter Schwachpunkt ist der Grauguss-Selbstzünder, der wie ein Relikt aus vergangenen Diesel-Tagen wirkt – laut und lahm. Schuld daran ist vor allem die serienmäßige Sechsgangautomatik, die dem V6-Ottomotor entliehen, aber offenbar überhaupt nicht angepasst wurde. Knapp 2000 Umdreh-ungen bei Teillast, um 3000 bei sanfter Beschleunigung – viel zu viel für einen Diesel mit Keller-Drehmoment. Und auf jeden Fall kein idealer Start für Mr. Betts.
Fazit von AUTO BILD-Redakteur Wolfgang Blaube
Chrysler ohne Daimler? Daran müssen wir uns gewöhnen. Voyager mit Qualität? Könnte ebenfalls klappen – wären da nicht der müde Diesel und die mäßige Automatik.
Chrysler Grand Voyager 2.8 CRD
Motor/Hubraum Vierzylinder/ 2768 cm³
Leistung 120 kW (163 PS)
Drehmoment bei U/min 360 Nm/1600
0-100 km/h k.A.
Höchstgeschwindigkeit k.A.
Verb. – CO2 (vorl.) 9,3 l D/100 Km – 247 g/km
Leergewicht 2230 kg
Länge/Breite/Höhe 5134/1954/1750 mm
PREIS: ca. 34.990 Euro
PLUS: riesiges Platzangebot, sehr variabler Innenraum, umfangreiche Ausstattung
MINUS: lahmer und lauter Diesel, gefühllose Lenkung, noch immer mäßige Verarbeitung
NOTE: 3-
Konkurrenten: Kia Carnival 2.9 CRDi, ab 28. 205 € und Renault Grand Espace 2.0 dCi, 150 PS, ab 33.750 €
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Preise Chrysler Grand Voyager - 14.04.2008

Voyage, voyage
Der Name ist Programm: Chrysler wird den Grand Voyager in der fünften Generation nur noch als Langversion offerieren. Der Ami-Van kostet dann mindestens 34.990 Euro. Die kurze Variante kommt künftig von Dodge.
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