Test Dacia Logan Kombi — 07.11.2006
Ein Auto wie Dschingis Khan
Mit einem Grundpreis von 8400 Euro ist der Dacia Logan Kombi aus Rumänien sensationell günstig. Erster Fahrbericht.
DIE WELT ist mit dem ersten nach Deutschland importierten Logan Kombi gefahren (zur Verfügung gestellt vom Berliner Grauimporteur Deuro-Car) – und wie der Zufall so spielt, geschah die Anfahrt zum Termin mit einem koreanischen Kia Picanto: Das ist ein 3,50 Meter langer Straßenfloh, angetrieben von einem 1,1 Liter Motörchen. Das Armaturengewölbe aus Hartplastik, die Sitze eine Zumutung mit Rohrgestell, der Innengeruch muffig. Dieser koreanische Billigheimer kostet in der preiswertesten Version 8900 Euro. Der Dacia Logan Kombi, in den wir dann umstiegen, kostet 8400 Euro (ab 19. Januar 2007 bei den offiziellen Renault-Dacia-Händlern). Es ist eine andere Autowelt – ein riesiger Kombi, der mit 4,45 Metern Länge sogar den Renault-Kombi Mégane Grandtour um fünf Zentimeter überragt und in der Höhe sogar den VW Touran.
Der Logan Kombi ist schlicht, in Technik wie Erscheinung. Aber in beidem bleibt er annehmbar, europäisch kultiviert. Er setzt sich drastisch ab vom skurrilen Bild, das die kurios und ärmlich designte Dacia-Stufenhecklimousine abgibt.
Mit diesem Kombi muss sich niemand mehr schämen. Was erste Blicke und was die Erfahrungen mit dem Viertürer (seit Juni 2005 in Deutschland) hergeben – der Kombi leistet sich eine Qualität, die uns viele asiatische Autos vorenthalten.
Großzügige Garantien gegen Rost
"Logan by Renault" – der Schriftzug auf der rechten Hecktür trifft den Kern der Sache. Überall das fertigungstechnische Knowhow von Renault, zu hören beim schepperfreien "Plopp", wenn die Türen zufallen, zu sehen und anzufühlen bei den zurückhaltend gemusterten Stoffen, Teppichen, Verkleidungen. Und überall der Schriftzug Renault, in prolliger Riesengröße auf den Motoren: 1,4 Liter mit 75 PS, 1,6 Liter mit 87 oder mit 105 PS, dazu der 1,5 dCi Turbodiesel mit 68 PS. Alles topmoderne Maschinen – bis auf den kleinen 1,4-Liter gibt es die auch im aktuellen Renault Clio.Der Kombi hat hinten nur eine primitive Starrachse, das Lenkrad ist nicht verstellbar, verzinkte Karosserieteile zum Schutz gegen Rost sind auch zu viel verlangt, und hinten gibt's Trommelbremsen, wie sie heute nur noch bei Kleinwagen üblich sind. Aber immerhin – Dacia gibt großzügige Garantien für die Rostresistenz der Autos und für die Technik. Die ABS-Bremsen, die Schaltung, die Motoren – das alles ist ganz wie bei den Renault, die die gleichen Teile intus haben. Wir sind den Kombi unbeladen und ohne Beifahrer gefahren, da war das Fahrwerk völlig in Ordnung, angemessen straff gedämpft und gefedert. Gepoltert oder billig geklappert oder gar gedröhnt hat da nichts. Die lange Kiste geht gut ab mit der 1,6 Liter-Maschine. Aber das ist auch nichts Besonderes bei diesem Leichtgewicht von nur 1,2 Tonnen.

































