Test Daihatsu Trevis

Daihatsu Trevis Daihatsu Trevis

Test Daihatsu Trevis

— 17.08.2006

Japaner im Mini-Kleid

Der neue Daihatsu Trevis verpackt viel Platz auf kleinem Raum. Er sieht dem Mini ziemlich ähnlich – das soll vor allem den Frauen gefallen.

Was für eine Zielgruppe könnte wohl ein Auto haben, das schon in der Pressemappe als "Frauenversteher im trendigen Retro-Design" angepriesen wird? Die Antwort und damit die Marktpositionierung dürfte nicht besonders schwerfallen: Der brandneue Trevis soll vor allem das weibliche Geschlecht ansprechen und dort seine Fans finden. So sagte es auch Marketing-Leiter Rainer Koch bei der Vorstellung des Autos. Daihatsu will den Neuen im laufenden Jahr noch 1200 mal verkaufen, 2007 soll die Stückzahl in Deutschland dann auf 3000 steigen. Bescheidene Zahlen, aber vielleicht genug, um potenzielle Konkurrenten wie den VW Fox ein wenig zu ärgern.

Ansprechend: Ein hübsches Gesicht mit Kulleraugen und viel Chrom.

Was die Optik angeht, dürfte der Trevis keine allzu schlechten Chancen haben. Auch auf den zweiten Blick erinnert er frappierend an den Mini, spart nicht mit Chrom und schaut keck aus zwei runden Kulleraugen. Kurze Überhänge und ein verchromter Kühlergrill würzen die Karosserie mit einem Schuss Sportlichkeit. So was ist in Japan sehr gefragt, und da läuft der Trevis mittlerweile in zweiter Generation als "Mira Gino". Ganz klar die hübschere Alternative zum Cuore – vor allem, wenn es etwas mehr sein darf als nur praktischer Nutzen.

A propos Cuore: Mit dem teilt sich der Trevis die komplette Bodengruppe und den Motor, einen ein Liter großen Dreizylinder mit 58 PS und 91 Nm Drehmoment. Mehr Varianten will man bewusst nicht anbieten. Der Motor ist für die Stadt auch absolut ausreichend dimensioniert. Entspanntes Mitschwimmen im Verkehr ist kein Problem, denn der Trevis tritt spontan an. Das mag angesichts der Motorleistung vielleicht verwundern, ist aber mit dem niedrigen Gewicht von 795 Kilogramm zu erklären. Das meiste spielt sich bei Drehzahlen unter 4000 Touren ab. Darüber kommt nicht mehr viel, auch wenn der Motor seine maximale Leistung erst bei 6000/min erreicht.

Stark genug für den Stadtverkehr: Der Dreizylinder leistet 58 PS.

So brummelt der Dreizylinder bei Vollgas auf der Autobahn vor sich hin, hält sich nach langem Anlauf beim Topspeed von 160 km/h aber akustisch die Waage mit den Windgeräuschen. Richtig leise ist das nicht mehr, aber zum Reisen gibt es ja auch andere Autos. Knapp über zwölf Sekunden beim Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 reichen im urbanen Verkehrsgewühl, die Höchstgeschwindigkeit ist da sekundär. Auch die Schaltung funktioniert so problemlos, dass man die Automatik für 970 Euro kaum braucht. Innerorts gefällt der Trevis zudem durch seinen kleinen Wendekreis von knapp über acht Metern. Die Fahrwerksabstimmung ist straff, aber nicht unangenehm. Auf tiefen Querfugen poltert es bei zügigerer Fahrt schon mal aus dem Heck. ESP ist nicht verfügbar, als fahrdynamischer Rettungsanker muss ABS reichen.

Schließlich soll auch der Preis zum Kauf animieren: Für 10.990 Euro bekommt man den fast komplett ausgestatten Trevis ab Mitte September 2006 – inklusive Klimanalage, CD/MP3-Radio und höhenverstellbarem Momo-Lederlenkrad. Das sorgt unter anderem dafür, dass sich der Trevis auch innen ganz passabel anfühlt. Wer auch ohne diese Ausstattungsmerkmale unterwegs sein kann, greift für 9990 Euro einfach zum Trevis Junior. In beiden Varianten wirkt die Einrichtung solide und praktisch ohne große Emotionen zu wecken. Gut gelungen ist in jedem Fall das Cockpit mit den weißen Instrumenten. Und nicht zu vergessen das Raumgefühl: Es ist schon erstaunlich, wieviel Platz man auf 3,40 Meter Außenlänge unterbringen kann. Vor allem, dass auch 1,98 Meter große Redakteure nicht annähernd ans Dach stoßen, überrascht.

Variabel: der Kofferraum des Trevis schluckt zwischen 167 und 420 Liter.

Aber Frauen sind ja meist nicht so groß, und die sollen – siehe oben – schließlich auf den Trevis abfahren. Also dürfte zum Beispiel die serienmäßige Isofix-Kindersitzbefestigung weit mehr ins Gewicht fallen. Oder die Tatsache, dass der Fünftürer praktische Ablagen und einen variablen Kofferraum mit 167 bis 420 Litern Fassungsvermögen für kleines Gepäck und größere Einkäufe bietet. Wie gesagt, ein Reisewagen will der Trevis gar nicht sein, aber für die Stadt kann er zur Alternative werden – als gut ausgestatteter Zweitwagen zum günstigen Preis. Optisch ist er eh ein Hingucker, egal, ob man das Design mag oder nicht.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.