Test Daihatsu Trevis

Test Daihatsu Trevis

— 05.01.2007

Der kleine Familienfreund

Die Ähnlichkeit mit dem Mini ist gewollt. Größer ist kein Kleiner und auch kaum billiger. Der Japan-Mini erweist sich als ideales Citymobil.

Stellen Sie sich vor, der Trabant Universal wäre weiterentwickelt worden. Die praktische Kombi-Karosserie ein klein wenig eingedampft und dafür mehr in die Höhe gezogen, alles etwas rundlicher und natürlich mit vier Türen in Blech geformt – fertig wäre ein populärer Trevis-Konkurrent. Verpasste Chance. So offeriert Daihatsu mit dem Trevis den kleinsten Familienwagen auf dem deutschen Markt, dem es an fast nichts fehlt. Fast nichts? Doch, etwas mehr Leistung könnte er manchmal schon gebrauchen. Der bekannt raue Dreizylinder müht sich mit seinen 58 PS redlich, die (leer) 830 Kilogramm immer auf Trab zu halten. Dazu will er voll getreten werden, was die Unterhaltung stört und eine weitere Schwäche offenbart: spürbare Seitenwind-Empfindlichkeit. Doch die Autobahn ist wahrlich nicht sein Revier.

Der Trevis, ganze 90 Zentimeter länger als ein Smart fortwo, liebt die Stadt. Parkplätze findet er noch in der kleinsten Nebenstraße, dank elektrischer Servolenkung sind sie auch schnell besetzt. Durch die fast rechtwinklig öffnenden Türen ist er bequem zu besteigen, lediglich die Sitzauflagen sind etwas flach und kurz geraten.

Ein richtiges Familienauto - auf nur 3,40 Länge finden vier Personen Platz.

Das machen die Stühle vorn aber durch guten Seitenhalt wett, und hinten erlaubt eine umklappbare und asymmetrisch geteilte Rückenlehne, den Kofferraum von winzigen 167 auf immerhin 420 Liter zu vergrößern. Dann ist natürlich kein Platz mehr für Kind und Kegel. Vorn erfreut die gute Sicht durch die steil gestellte Scheibe, dank viel Luftraum überm Kopf kommt keinerlei Kleinwagengefühl auf. Die Armaturen sind einfach zu begreifen und vollständig. Bei der Sicherheits-Ausstattung werden aber Seitenairbags und ESP vermisst. Auch müsste der Bremsweg kürzer sein, denn auf dem Papier ist die Anlage eigentlich gut in Form: ABS mit elektronischer Kraftverteilung und Bremsassistent sollen vorhanden sein. Bei aller Nörgelei: Am Grundpreis von 11.290 Euro gibt es nichts zu meckern. Wer noch 1000 Euro sparen möchte: Bitte schön, der Trevis Junior steht bereit. Im fehlen nur Klimaanlage, Radio, Momo-Lenkrad und Aluräder, er rollt statt auf 14- nur noch auf 13-Zöllern. Die hatte der Trabant selig übrigens auch.

Fazit

Für normale Stadt-Transportbedürfnisse gibt es kaum einen praktischeren Kleinwagen. Lediglich die passive Sicherheit der kleinen Karosserie lässt frösteln, aber das ist in dieser "Größen"-Klasse meist so.

Autor: Diether Rodatz

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