Test Diesel gegen Benziner, Teil 1

— 07.11.2008

Wer ist super?

Diesel im Gegenwind: Sein Verbrauchsvorteil schrumpft, die Kosten gehen hoch. Dazu werden die Benziner immer besser, selbst das Verwöhndrehmoment bleibt nicht mehr dem Diesel vorbehalten. Dennoch – passé ist er noch lange nicht.
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Alles im Wandel, alles im Fluss, nichts ist sicher. Wer kann da noch planen? Die Preise gingen schneller rauf und runter als die Schlüpfer im Rotlichtviertel, schreibt ein britischer Kollege in der "Sunday Times" (die Engländer wieder), und dieser Eindruck drängt sich tatsächlich auf. Auch an unseren Tankstellen. Mal ganz abgesehen vom Jo-Jo der Tagespreise: Vor kurzem noch mussten wir für den Liter Super fast 1,60 Euro löhnen, jetzt gibt es ihn für 1,27, so viel wie im März 2006. Andererseits: Diesel – obgleich mit weniger Steuer belastet – kostet fast das Gleiche (1,24 Euro). Wer das eine Frechheit nennt, liegt ebenfalls nicht ganz falsch. Dumm gelaufen für alle, die beim Diesel mit der Hälfte der Spritkosten rechneten – das war gestern.
Neue Kostenkeule für Autofahrer: die ungewisse CO2-Steuer
Je mehr CO2, desto happiger fällt künftig der Obolus aus. Ist der Diesel die bessere Wahl?
Je mehr CO2, desto happiger fällt künftig der Obolus aus. Ist der Diesel die bessere Wahl?
Aber auch die Behörden mischen fleißig mit, wenn es darum geht, den Autofahrer zu verunsichern. Wir wissen: Ab 2009 müssen alle Neuwagen die Euro-5-Abgasnorm erfüllen. Aber wir wissen noch nicht, was dann mit unseren Euro-5-untauglichen Autos passiert. Raten wir mal: Der Fiskus wird bei der Steuer draufsatteln. Doch 2014 droht schon die weiter verschärfte Euro-6-Norm – einige wenige Autos schaffen sie bereits, die Mehrzahl nicht. Besonders die Dieselmodelle haben da ihre Probleme, selbst wenn sie über den neuen Speicherkatalysator verfügen. Damit nicht genug, fuchtelt der Gesetzgeber bereits mit einer neuen Kostenkeule herum: der CO2-Steuer. Je mehr CO2 (also Verbrauch), desto happiger der Obolus. Aber wie genau, wie viel und wann? Und als Ersatz für die bisherige Steuer oder ergänzend? Nur für die Neuen oder auch für die Alten? Niemand weiß Bescheid.
Lassen Sie sich die Freude am Fahren nicht verleiden
Beim Autokauf sollte man den Fokus auf den geringen Verbrauch legen – und natürlich den Spaß nicht vergessen.
Beim Autokauf sollte man den Fokus auf den geringen Verbrauch legen – und natürlich den Spaß nicht vergessen.
Unser Tipp: Verlassen Sie sich am besten auf Ihren gesunden Menschenverstand. Räumen Sie dem geringen Verbrauch Priorität ein, das senkt die CO2-Emission. Denn langfristig wird der Sprit nicht billiger, sondern teurer. Kaufen Sie möglichst ein Euro-5-Auto. Verlieren Sie die absehbaren Gesamtkosten aber nicht aus den Augen. Und lassen Sie sich die Freude am Fahren nicht verleiden. Dass dies jedoch nicht zwangsläufig den Griff zum Diesel herausfordert, ist inzwischen ein offenes Geheimnis: Beim CO2 mag der sparsame Diesel unschlagbar sein, aber die Benzinerfraktion holt rasant auf. Die Verbrauchsdifferenz schmilzt, der Benziner ist alles in allem noch sauberer und kostet meistens auch weniger. Ja selbst das Verwöhndrehmoment bleibt nicht mehr dem Diesel vorbehalten: Die neuen aufgeladenen Benziner, ob als Turbo oder Kompressor (oder auch im Verbund), haben sie auch, die lässige Kraft der vielen Newtonmeter aus niedrigen Drehzahlen. Was also nehmen, Diesel oder Benziner? Wir sagen es Ihnen: elf Benziner gegen elf Diesel. In Teil 1 Kleine und Kompakte, in Teil 2 Mittelklasse und kompakte SUV (AUTO BILD 45/2008).
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So hat AUTO BILD gerechnet
Wichtig: Alle Berechnungen beziehen sich auf eine vierjährige Haltedauer mit einer angenommenen jährlichen Fahrleistung von 10.000 Kilometern. Zum Grundpreis des Autos kommen die Unterhaltskosten für diese vier Jahre hinzu – Steuer, Haftpflicht und Vollkasko-Versicherung sowie die Wartungskosten entsprechend der Herstellervorgaben. Und natürlich die Kosten für den Kraftstoff. Zum Testzeitpunkt kosteten ein Liter Super 1,27 Euro, ein Liter Diesel 1,24 Euro. Damit haben wir gerechnet. Für den Test haben wir selbstverständlich den Testverbrauch berücksichtigt, nicht die Werksangaben. Die Gesamtkosten werden errechnet, indem von dem bisher ausgegebenen Geld der Restwert abgezogen wird – ermittelt von Bähr & Fess Forecasts. Bei einem Wiederverkauf hätten Sie dieses Geld ja auch in der Tasche.

Und das sind die ersten fünf Duelle des großen Tests:

VW Golf 2.0 TDI gegen 1.4 TSI

Fiat 500 1.3 Multiet gegen 1.2 8V

Opel Corsa 1.3 CDTI gegen 1.4 Twinsport

Hyundai i30cw 1.6 CRDi gegen 1.6

Renault Kangoo 1.5 dCi gegen 1.6 16V

Die Ergebnisse sehen Sie oben in der Bildergalerie. Oder Sie laden sich hier den gesamten Test mit allen technischen Daten und Kostentabellen bequem als PDF herunter.
Teil 2 des großen Tests (Mittelklasse und kompakte SUV) lesen Sie in AUTO BILD 45/2008.



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