Test Diesel gegen Benziner, Teil 2 — 13.11.2008
Wo sparen sogar Spaß macht
Gegenüber einem Diesel hat ein Benziner an der Tankstelle meist das Nachsehen. Aber wie sieht es bei den Gesamtkosten aus? Und wie beim Thema Fahrspaß? Im zweiten Teil des großen Tests treten an: Mittelklasse, Kombis und SUV.
Was ist das Schönste am Diesel? Ganz klar, das Tankerlebnis. Die Gewissheit, seltener an die Zapfsäule zu müssen und dann für die Füllung auch noch weniger zu bezahlen, ist Balsam für die Seele des kostengeplagten Autofahrers. Sicher, die Preisdifferenz zwischen Benzin und Diesel schrumpft derzeit gegen null, aber das kann sich schnell wieder ändern – zugunsten des Diesels, der geringeren Kraftstoffsteuer sei Dank. Nach wie vor erheblich ist indessen der Verbrauchsvorteil: Mit 15 bis 30 Prozent Minderverbrauch darf gerechnet werden. Dabei gilt: Je schwerer und größer das Auto, desto deutlicher der Spareffekt. Ein
SUV ohne Diesel? Nur für jene Zeitgenossen, die sich die Zigarre mit einem Geldschein anzünden.
Der Diesel ist meist nur beim Tanken günstiger
Die erste Test-Runde zeigte: Fiat 500, Opel Corsa, Hyundai i30 und Renault Kangoo sind als Benziner günstiger.
Doch der Rechner weiß auch: Ein Euro ist immer ein Euro und bleibt ein Euro – egal ob wir ihn fürs Tanken ausgeben, dem Fiskus in den Rachen werfen, an die Versicherung abdrücken oder damit die Kasse der Autohersteller polstern. Und siehe da, so günstig ist der Diesel dann auch wieder nicht. Manchmal sogar überhaupt nicht, wie es sich schon in der
ersten Runde des Mega-Tests gezeigt hat.
Fiat 500,
Opel Corsa,
Hyundai i30 und
Renault Kangoo – stets ist es die benzinbefeuerte Alternative, die unser Konto geringer belastet. Neben dem ebenso happigen wie sinnfreien Aufschlag bei der Kraftfahrzeugsteuer ist es nicht zuletzt die Preisgestaltung, die der genügsameren Antriebsalternative schadet. Denn die Zeiten, in denen der Diesel dem Benziner schon in der Preisliste auf die Pelle rückte, sind vorbei: Inzwischen werden Diesel-Kunden mit Aufpreisen von 2000 Euro und mehr zur Ader gelassen, und das selbst bei den Kleinwagen und in der
Golf-Klasse.
C-Klasse, GLK, A4, C5, Accord und X3 – lieber Diesel oder Benziner?
Mercedes GLK 280 gegen 320 CDI: Wer hat hier die Nase vorn?
Zugegeben, in so einem Ölbrenner steckt in den meisten Fällen mehr technischer Aufwand als in einem Benzinmotor. Aber ebenso klar ist, dass hier der Dieselboom verstärkt dafür genutzt wird, die Firmenbilanz aufzupolieren. Mit anderen Worten: Es ginge auch billiger. Mercedes
C-Klasse und
GLK,
Audi A4,
Citroën C5,
Honda Accord und
BMW X3 – was ist besser, Diesel oder Benziner? Wobei der Ausgang der Duelle nicht nur auf das getestete Paar zutrifft. In den meisten Fällen liegen sie genau im aktuellen Klassentrend. Und der sagt uns: Der Benziner holt auf – nicht immer, aber immer öfter.
Wie sich die Mittelklasse und das SUV in diesem Wettstreit der Spritalternativen schlagen, erfahren Sie oben in der Bildergalerie. Oder Sie laden sich hier den gesamten Test mit allen technischen Daten und Kostentabellen bequem als PDF herunter.
So hat AUTO BILD gerechnet
Wichtig: Alle Berechnungen beziehen sich auf eine vierjährige Haltedauer mit einer angenommenen Jahres-Fahrleistung von 20.000 Kilometern. Zum Grundpreis des Autos kommen die Unterhaltskosten für diese vier Jahre hinzu – Steuer, Haftpflicht- und Vollkasko-Versicherung sowie die Wartungskosten entsprechend der Herstellervorgaben. Und natürlich die Kosten für den Kraftstoff. Zum Testzeitpunkt kosteten ein Liter Super 1,27 Euro, ein Liter Diesel 1,24 Euro. Damit haben wir gerechnet. Für den Test haben wir selbstverständlich den Testverbrauch berücksichtigt, nicht die Werksangaben. Die Gesamtkosten werden errechnet, indem von dem bisher ausgegebenen Geld der Restwert abgezogen wird – ermittelt von Bähr & Fess Forecasts. Bei einem Wiederverkauf hätten Sie dieses Geld ja auch in der Tasche.