Test Dodge Hornet

Dodge Hornet Dodge Hornet

Test Dodge Hornet

— 27.07.2006

Sticht diese Hornisse?

Hornet, also Hornisse, nennt Dodge seinen kastigen Kleinwagen für 2008. Agressive Optik und 170 PS sind schon mal gute Anlagen.

Im Visier: Einsteiger ins Kleinwagensegment

Mit lautem Ballern mimt er den Rennwagen. Ganz so, als trage er den 8,3-Liter-V10 seines grossen Bruders Dodge Viper unter der Motorhaube. Tatsächlich muss dem Dodge Hornet ein 1,6-Liter-Vierzylinder mit Kompressor reichen. Ob er so fest beißt, wie er bellend droht, fragen wir also Kevin Verduyn. "Nein, er sticht", korrigiert der Designchef und grinst: "In den Händen eines versierten Fahrers wird er zur Hornisse!"

Mit dem automobilgewordenen Insekt nimmt die Marke Dodge eine in den USA eher unbekannte Kundschaft ins Visier: die Einsteiger ins Kleinwagensegment. "So, wie es Toyota mit dem Scion xB vormacht!", erklärt Mark Moushegian, der fürs Exterieur verantwortliche Designer. Selbst Toyota ist vom überwältigenden Erfolg seiner mobilen Box ergriffen. Unter den US-Herstellern scheint Dodge nun als erste Marke aus dem Tiefschlaf zu erwachen und stellt der rollenden Schuhschachtel Scion xB den ebenso boxigen Dodge Hornet entgegen. Der Hornet kommt mit nahezu senkrecht abfallenden Karosseriewänden, vier Türen und steiler Heckklappe daher. Wobei die Fondtüren hinten angeschlagen sind. So sparen die Entwickler die B-Säule und erlauben einen grosszügigen Zugang zum sehr flexiblen Innenraum. Dodge spielt dabei die Minivan-Erfahrung seiner Muttermarke Chrysler aus und montiert im Fond Sitze, die zugunsten eines ebenen Ladebodens nicht nur nach vorn abtauchen, sondern sich überdies nach hinten flach legen.

Hoch gewachsene Topfblumen oder ein seitlich eingeschobenes Fahrrad finden hinter den Vordersitzen gut Platz. Zudem lässt sich die zweite Reihe längs verschieben. Wer mit weniger Kofferraum auskommt, kann hinten sitzend die Beine übereinanderschlagen. Ist der Beifahrersitz ebenfalls gefaltet, lädt eine rund zwei Meter lange Liegefläche zum Schäferstündchen ein. Übrigens ein entscheidendes Kaufargument für ostasiatische Jugendliche, die wegen des knappen und extrem teuren Wohnraums in Japan lange bei den Eltern leben. Die Toyota-Schachtel ist vielen der einzig private Raum.

Motor aus dem Mini Cooper S mit 170 PS

Unter der Fronthaube des Dodge Hornet entfacht der 1,6-Liter-Kompressormotor aus dem Mini Cooper S sein Höllenfeuer. Bis zu 170 PS bei 4000 Umdrehungen liefert er über das Sechsgang-Handschaltgetriebe portioniert an die Vorderräder. Vom Stand weg hängt der Hornet gierig am Gas, schwänzelt aufrecht durch Kurven und darf dennoch nicht richtig loslegen. Denn die von uns bewegte Hornisse befindet sich als teures Einzelstück noch im Konzeptstadium. Vorn und hinten sind mächtige 19-Zoll-Räder montiert. In nur 6,7 Sekunden könnte der 1400 Kilo leichte Sportvan aus dem Stand die 100-km/h-Marke erreichen, wenn er denn dürfte.

Hornisse mit Hummeln im hintern: In 6,7 Sekunden geht es auf 100 km/h.



Seine Höchstgeschwindigkeit soll bei beachtlichen 210 km/h liegen. "Wir stellen einen neuen Trend zu Basis-Automobilen fest, die erst im Nachhinein von ihren meist jugendlichen Besitzern mit Zubehör individualisiert Werden", sagt Kevin Verduyn. Er ist überzeugt, dass funktionelle Einfachautos mit umfangreichem Zubehörkatalog die Garagen junger Kunden erobern werden. Käufer, denen ebene Liegeflächen, riesige Sonnendächer und Tieftöner wichtiger sind als Aluminiumverkleidungen, Regensensoren, Sitzheizung oder der Charme eines Retromobils.

Was hilft gegen Hornissen? VW setzt auf einen Polo GTI mit 180 PS.

Mit dem Hornet stellt Dodge nicht nur ein schnell aussehendes, sondern ein tatsächlich hochdynamisches Paket vor. Wir erwarten bis zur anvisierten Markteinführung 2008 noch viel mehr gut motorisierte Schuhschachteln anderer Marken. Volkswagens Giftspritze Polo GTI Cup Edition mit immerhin 180 PS dürfte auf diesem Weg allenfalls ein Zwischenschritt sein.

Was sonst noch an Rennzwergen auf uns zukommt, verraten wie Ihnen in der Bildergalerie.

Autor: Zöllter

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