Test Dodge Nitro

Dodge Nitro Dodge Nitro

Test Dodge Nitro

— 04.10.2006

Asphalt-Cowboy aus den USA

Was für eine Kante. Mit dem Nitro setzt Dodge ab Frühjahr 2007 ein weiteres Design-Zeichen. BILD AM SONNTAG (BamS) ist das wuchtige SUV schon gefahren.

Dezent sieht anders aus: riesige 20-Zoll-Räder, wuchtige Kotflügel, plateauartige Motorhaube und ein dickes Fadenkreuz im polierten Chromgrill. Der Dodge Nitro ist ein echter Auto-Macho, eine Kampfansage an seine Hauptkonkurrenten Kia Sorento und Hyundai Santa Fé. Im Frühjahr 2007 soll der Nitro (4,57 Meter lang) nach Deutschland kommen. BamS ist ihn schon vorab in Amerika gefahren. Das brachiale Design erinnert an den kantigen Hummer H3 von General Motors, stammt aber von der Pick-Up Studie M80, die Dodge 2002 auf der Detroit Motor Show zeigte. Daher sind auch die Namen verwandt: M80 ist ein Kürzel und steht wie Nitro für einen hochexplosiven Stoff. Leider sitzt so ein Treibsatz nicht unter der Haube, obwohl ein 3,7-Liter-Sechszylinder eigentlich für gute Fahrleistungen reichen müsste. Doch die 210-PS Maschine tut sich schwer mit dem 1,8-Tonnen-Brocken, vor allem beim Beschleunigen. Die sportliche Fraktion sollte besser gleich zum Topmodell greifen, dem Nitro R/T. Sein 4,0-Liter-Sechszylinder mit 260 PS macht mehr Alarm, muss allerdings nachdrücklich mit dem Gaspedal mobilisiert werden. Verbräuche jenseits von 16 Litern sind die Quittung.

Bei uns in Deutschland werden ohnehin mehr als 80 Prozent der Kunden auf den Diesel setzen. Der Vierzylinder-Common-Rail-Direkteinspritzer hat 2,8 Liter Hubraum, 183 PS und mit 460 Newtonmeter Drehmoment deutlich mehr Power als der Vierliter-Benziner. Die endgültigen Fahrleistungen liegen noch nicht fest, weil der Nitro erst in sechs Monaten auf den deutschen Markt kommt. Der Diesel dürfte allerdings in 11,0 Sekunden den Spurt von null auf 100 km/h und bis zu 188 km/h Spitze fahren. Gleichzeitig wird der Verbrauch klar unter der Zehn-Liter-Marke bleiben.

Beim Topmodell R/T kann der Kofferraumboden herausgezogen werden.

Nitro-Pferde verlangen Zündstoff

Viel Mühe haben sich die Entwickler bei Fahrwerk und Innenraum des Dodge gegeben. Keine Spur von einem schaukeligen Ami mit wabbeliger Lenkung. Der Nitro lässt sich angenehm fahren, rollt komfortabel und leise ab. Die Fünfstufen-Automatik wechselt die Fahrstufen sanft. Je nach Motorisierung verfügt der Wagen über zuschaltbaren (Diesel oder 3,7-Liter-Benziner) oder permanenten Allradantrieb (4,0-Liter-Benziner). Das Cockpit ist funktionell, die Ausstattung reichhaltig. Darin enthalten sind Sicherheitsfeatures wie die Anti-Schleuder-Kontrolle ESP, Bremsassistent und Kopfairbags. Gespart wurde wie so oft im Detail. Die Hinterbänkler genießen zwar reichlich Bein- und Kopffreiheit, sitzen aber schlecht auf den dünnen Polstern. Auch bei der Wahl der Kunststoffe und der Qualität der Verarbeitung hätte man mehr Feingefühl zeigen können. Immerhin bietet der große Nitro einen großen Laderaum. Ohne die Kopfstützen herausnehmen zu müssen, lasen sich die Sitzlehnen 40 zu 60 umklappen und bilden eine ebene Fläche. Dann stehen bis zu 1800 Liter Laderaum zur Verfügung. Und legt man die Beifahrerlehne noch flach (Serie), steht auch dem Besuch im Baumarkt nichts mehr im Wege. Latten und Bretter bis drei Meter Länge können mit nach Hause fahren.

Die R/T-Version wird einen ausziehbaren stabilen Ladeboden haben, der das Ein- und Ausladen schwerer Sachen enorm erleichtert. Beim Picknick können sogar zwei Personen darauf sitzen. Das Einstiegsmodell SE hat dafür einen wendbaren Ladeboden, oben Filz, unten eine flache Wanne aus abwaschbarem Kunststoff. Ideal für nasse Gummistiefel und ähnliches. Wie teuer der Dodge Nitro wird, steht noch nicht fest. Marketing-Chef Thomas Hausch ließ nur durchblicken: "Wir gehen da sehr aggressiv ran." Chrysler orientiert sich an Kia Sorento und Hyundai Santa Fé. Zu rechnen ist also mit einem Einstiegspreis von unter 30.000 Euro.

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