Test Dogde RAM SRT-10

Dodge RAM SRT-10 Dodge RAM SRT-10

Test Dogde RAM SRT-10

— 25.01.2005

Farmers Ferrari

Was für ein RAMbo: Dieser Pick-up mit 506 PS starkem 8,3-Liter-V10-Motor nimmt es sogar mit Sportwagen auf.

Ladefläche in Doppelbett-Größe

Wer sagt eigentlich, daß Landwirte mit ihrem 200er-Diesel wirklich glücklich sind? Viele würden sicher viel lieber Sportwagen fahren. Doch selbst mit aller Bauernschläue wird kaum einer mehr als zwei Sack Hafer in die flotten Flundern reinbekommen.

Hilfe bietet das Sorgentelefon von Startech. Unter der Nummer 02041/ 77 75 52 erfährt man, was die Bottroper Brabus-Tochter unter modernem landwirtschaftlichem Gerät versteht. Sie empfiehlt frustrierten Farmern den Dodge Ram SRT-10 – ein echter RAMbo, das verrückteste Viech unter den Pick-ups.

Hinten offeriert der Truck aus dem Hause Chrysler eine Ladefläche, die mit 1,93 mal 1,69 Meter als Doppelbett taugt. Bei Ausnutzung der erlaubten Ladehöhe von vier Metern und dem nötigen Geschick in puncto Ladungssicherung schluckt sie auch 9911 Liter an Ladung. Rein rechnerisch entspricht das ungefähr 295 Kisten Bier. Prost!

Technische Daten und Testwerte

Unter der endlosen vorderen Haube und hinter dem gigantischen Kühler (1,18 m hoch) sorgt der 8,3-Liter-V10 aus der Viper dafür, daß jeder Einkauf zur Expreß-Tour wird. Per Knopfdruck geweckt, rasselt und rüttelt der Alumotor zunächst, als hätte man ihn morgens um vier zum Melken geweckt. Beherztes Gasgeben löst dieses Problem nachhaltig. Unter furiosem Gebrüll und mit rauchenden Reifen stampft das 5,16-Meter-Monster los, als wolle es mit den fetten 305er-Hinterrädern noch eben schnell einen Acker umpflügen. Tatsächlich schreibt der Zweiventiler ohne jeden elektronischen Zügel dicke schwarze Striche auf den Hof und verschwindet nach gerade mal 21 Sekunden mit Tempo 200 am Horizont.

Dabei entwickelt der Power-Pick-up eine Dynamik, die ich diesem landwirtschaftlichen Nutzfahrzeug nie und nimmer zugetraut hätte. Brutal pressen dich 712 Nm Drehmoment in den Sitz und zerren an deinen Armen. Nebenbei rührst du im ziemlich unpräzisen Sechsganggetriebe und kurbelst an der eher indirekten Lenkung, schwankst genau wie deine zwei Co-Piloten zwischen Adrenalin und Angst.

Immerhin bewegen sich hier 2,28 Tonnen, die sich unhandliche 2,03 Meter breitmachen und 1,89 Meter hoch aufragen. Entsprechend fällt auch der cw-Wert aus: 0,43 – kaum besser als der eines Mähdreschers. Trotzdem schafft der RAM bei freier Strecke 245 km/h. Für den Eintrag als schnellster Serien-Pick-up im Guinness Buch der Rekorde waren es sogar fast 249 km/h.

Kosten und Ausstattungen

Doch nur wen wirklich nichts mehr schrecken kann, wagt tatsächlich diesen Temporitt. Und das am besten nachts um drei. Stramme Bilstein-Dämpfer und fette Stabis halten die Seitenneigung in Kurven zwar in erträglichen Grenzen, auf der Autobahn fordert der Dodge aber den ganzen Kerl, starke Arme – und nicht selten mehr als eine Fahrspur. Über 200 km/h lassen Bodenwellen die 22-Zoll-Riesenräder (1600 Euro) gern mal versetzen. Da kommt wirklich echtes Rodeo-Feeling auf.

Mulmig kann es einem auch angesichts der Trinkgewohnheiten werden. Auf der Autobahn rauschen alle 100 Kilometer bis zu 43 Liter durch die Einspritzdüsen. Im Mittel waren es immer noch 25,2 Liter. Vom guten Super plus, versteht sich.

Und auch preislich paßt der Dodge RAM eher zu Bonzen als zu Bauern: Bei 63.900 Euro geht es los, die 5,78 Meter lange viertürige Version kostet 67.900 Euro. Selbst mit den dicksten EU-Subventionen muß ein Farmer dafür lange pflügen.

Fazit und Wertung

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Gerald Czajka Natürlich braucht die Welt diesen Pick-up wie Knoblaucheis oder beleuchtete Einstiegsleisten – aber ohne den Dodge RAM SRT-10 wäre sie auch um eine echte Attraktion ärmer. Schon beeindruckend und mitunter auch ein wenig furchteinflößend, wie der Monster-Truck auf der Straße selbst veritable Sportwagen stehen läßt. Dazu noch die wahrhaft gigantische Optik und ein Sound wie Donnerhall. Wer immer sich diesen verrückten Luxus leisten kann und will, möge es tun. Woanders kostet soviel Leistung mindestens das Doppelte.

Autor: Gerald Czajka

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