Test E-Klasse Concept Fascination/A6 Avant/5er Touring

Mercedes-Benz Concept Fascination Audi A6 Avant BMW 5er Touring Mercedes-Benz Concept Fascination Audi A6 Avant BMW 5er Touring

Test E-Klasse Concept Fascination/A6 Avant/5er Touring

— 01.12.2008

Die E-Klasse in Bestform

"Concept Fascination" gibt uns den ersten Ausblick auf die neue E-Klasse. AUTO BILD brachte die Studie zum ersten Treffen mit den Rivalen Audi A6 Avant und BMW 5er Touring.

Schatten der Krise senken sich über die ganze Automobilindustrie. Die ganze Branche? Nein. Bei Mercedes machen die Entwickler Überstunden. Die neue E-Klasse, die Ende März 2009 bei den Händlern stehen soll, wird ein Feuerwerk an Innovationen zünden. Der wichtigste Erprobungsträger heißt Concept Fascination. Wir konnten ihm schon mal gründlich unters Blech schauen. Vorn trägt die Studie den bekannten SL-Grill mit Chromstern in der Mitte, war damit einer der Stars auf dem Autosalon in Paris. In freier Wildbahn sieht sie aber noch wesentlich rassiger aus. Da merken Kenner sofort, dass die Studie zur Spezies der Shooting Brakes gehört, der Jagdwagen-Klasse, deren berühmteste Vertreter Aston Martin Shooting Brake und Volvo P1800 ES "Schneewittchensarg" heißen.

Die Studie ist nicht das neue T-Modell

Geduckt steht er da, jagdbereit. Aus der Front blitzen selbstbewusst vier Scheinwerfer, das Tagfahrlicht strahlt aus LED-Leisten unten im Spoiler, bei Bedarf kann es auch als Nebellicht dienen. Nach einer 180-Grad-Wende präsentiert die Studie ihr knackiges Heckklappen-Hinterteil. Nein, das ist nicht das neue T-Modell. Das wird ein ganzes Stück konventioneller. Aber Mercedes zeigt mit der Studie eindrucksvoll, wie scharf eine E-Klasse als Kombi-Coupé aussehen kann. Dagegen wirken die uns wohlbekannten Kombis von Audi A6 und BMW 5er geradezu altbacken. Wer jetzt sein Herz für den eleganten Mercedes entdeckt, muss sich jedoch gedulden. 2010 kommt erst einmal das klassische T-Modell, das Kombi-Coupé soll erst ein Jahr später folgen. Schauen wir es uns mal genauer an. Die Schokoladenseite ist das Heck. Das Dach fällt sanft nach hinten ab, die knapp geschnittene Heckklappe mündet in einem sanften Mittel-Knick. Und auch von der Seite nimmt dieser Zukunfts-Mercedes mit seiner Eleganz für sich ein.

Der Diesel soll unter sechs Liter verbrauchen

Der 2,2-Liter Diesel leistet 204 PS, eine Fünfgang-Automatik leitet das Drehmoment von 500 Nm weiter an die Hinterachse.

Steigen wir ein. Vorsichtig den Türgriff berührt – leise summt der versenkte Hebel hervor. In die leinenbezogenen Schalensitze getaucht, Schlüssel gedreht. Brummelnd springt der Diesel an, auch hier meldet sich der nagelneue Doppelturbo-Vierzylinder unter der Haube. Ein echter Vollblüter. Der 2,2-Liter Diesel leistet 204 PS, eine Fünfgang-Automatik leitet das Drehmoment von 500 Nm weiter an die Hinterachse. Temperament ist also garantiert, wobei der Verbrauch mehr denn je zählt. Eine Fünf soll nach EU-Norm vor dem Komma stehen, wichtig für die CO2-Bilanz. Gedankensplitter beim Spurt auf abgesperrtem Gelände: Das Fahren wird die neue E-Klasse, auf ihr basiert schließlich der Shooting Brake, nicht neu erfinden. Sie wird es aber perfektionieren. Luft- oder Stahlfederung werden ab März angeboten sowie jede Menge Sicherheitstechnik und Assistenz-Systeme.

Interessant ist der "Attention Assist". Der Aufmerksamkeits-Kontrolleur arbeitet verblüffend einfach. Anfangs registriert ein Sensor im Lenkrad das Fahrverhalten des Fahrers. Lenkt der bei Übermüdung plötzlich hektischer, weil er aus Sekundenschlaf erwacht, dann geht im Tacho eine Warnlampe an. Natürlich registriert das Steuergerät dabei noch andere Punkte wie zum Beispiel Fahrzeit, Straßenzustand oder ESP-Eingriffe. Auch ein Super-Navi wird bald an Bord sein. Die Konkurrenz soll staunen. Doch noch heißt es abwarten. Bis dahin dürfen sich Ingenieure und Designer zuprosten. Das "Concept Fascination" ist wirklich gelungen, wir wünschen es uns bald auf der Straße. Allerdings ohne die royalen Utensilien im Laderaum. Schampuskühler und Sektkelche brauchen wir nicht. Und die Zigarren im Humidor, das Fernglas und die moderne Leica können sie sich dann auch gleich verkneifen. Stattdessen hätten wir lieber Solarzellen oder einen Hybridantrieb. Doch der ist bislang nur für die S-Klasse in Sicht (2009). Das schnittige Kombicoupé ist halt noch eine Studie. Aber so hinreißend geformt, dass Audi und BMW ins Grübeln kommen dürften.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Diether Rodatz

Soll ich die Nase rümpfen, dass dieser Kombi nur zwei Türen hat und flach wie ein Coupé ist? Nein, im Gegenteil. Glückwunsch, Mercedes! Das ist ein Auto mit großem Charakter. Solche Typen brauchen wir, um Farbe in den Auto-Alltag zu bringen. Sorgen um den klassischen Kombi müssen wir uns ganz bestimmt nicht machen. Der wird bleiben. Aber wenn er sich ein wenig Rasse von dieser Mercedes-Studie abschaut, wäre das doch auch nicht verkehrt, oder?

Die neue E-Klasse: zehn Sicherheitsdetails

Einschlafen am Steuer? Das soll in der neuen E-Klasse nicht mehr passieren. Wenn die Limousine im März 2009 auf den Markt kommt, erkennt sie als weltweit erstes Auto müde Fahrer – ohne Aufpreis. Gegen Aufpreis gibt es aber noch mehr fortschrittliche Technik.
1. Aktive Fußgängerschutz-Motorhaube (serienmäßig). Haben andere auch schon, nur Mercedes setzt wieder eins drauf: Ein Federsystem hebt die Haube bei einem Fußgängeraufprall in Millisekunden um fünf Zentimeter an, vergrößert so den Abstand zum Motor darunter (Deformationsraum). Der Clou: Wird das System versehentlich ausgelöst, kann es durch einfaches Öffnen und Schließen wieder aktiviert werden.
2. Aufmerksamkeits-Assistent Wir wählen das deutsche Wort für den "Attention-Assist", der automatisch müde Fahrer erkennt. Nach langen Versuchen stellten die Stuttgarter Forscher fest, dass kameragestützte Systeme, die etwa nur die Augenlider des Fahrers beobachten, bei Asiaten und Brillenträgern versagen können und kamen auf eine andere Idee. Da übermüdete Autofahrer Probleme beim Spurhalten haben, registriert ein Sensor im Lenkrad unter anderem auch kleinste, hektische Lenkkorrekturen und schaltet sofort eine Warnleuchte an.
3. Fernlicht-Assistent Einfach nur einschalten, und ab 55 km/h macht das Bi-Xenon-Licht (Aufpreis) alles von allein. Reichweite und Richtung des Lichtkegels werden automatisch den Verkehrssituationen angepasst, der Wechsel auf Fernlicht erfolgt mit sanftem Dimmen.
4. Nachtsicht-Assistent Die Infrarot-Kamera, die auch das Xenonlicht steuert, kann Fußgänger erkennen und stellt sie auf dem Display in spezielle "Fotoecken". Diese Bewegung auf dem Bildschirm bemerkt der Fahrer auch aus dem Augenwinkel.
5. Spurhalte-Assistent Er warnt mittels feiner Vibrationen im Lenkrad vor dem unabsichtlichen Verlassen der Fahrspur.
6. Tempolimit-Assistent Er "sieht" die runden Warnschilder, zeigt sie im Tacho an.
7. Bremsassistent Plus und das bereits bekannte Distronic Plus wurden in Reichweite und Bremswirkung verbessert.
8. Adaptive Gurtkraftbegrenzer Ab Herbst nächsten Jahres werden sie auch für die Rücksitze angeboten, erkennen automatisch die Körpergröße der Insassen.
9. Totwinkel-Assistent Sind beim Spurwechsel andere Autos im Wege, blinkt es im Spiegel. Blinkt der Fahrer, ertönt ein Warnsignal.
10. Airbags Sieben sind an Bord, im Sommer kommen vorn noch zwei Hüftbags hinzu.

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Autor: Diether Rodatz

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