Test Fiat Bravo 1.4 T-Jet

Test Fiat Bravo 1.4 T-Jet Test Fiat Bravo 1.4 T-Jet

Test Fiat Bravo 1.4 T-Jet

— 18.09.2007

Der Motor macht's

Mit recht wenig Aufwand kommt der 1,4-Liter-Motor auf satte 150 PS. Der Fiat Bravo 1.4 T-Jet erinnert an frühere die Fiat-Tugend, immer etwas flotter und vor allem schicker als die Konkurrenz zu sein.

Wenn die Fiat-Modelle nur alle so gut wie ihre Motoren wären, der Konzern stünde glänzend da. Der kleine 1,4-Liter-Vierzylinder im Bravo leistet mit einfacher Turboaufladung 150 PS, die sich anfühlen wie eine Horde edelster Cavalli (Pferde). Dazu hat er noch ein Drehmoment, das zwischen 2000 und 2500 Touren voll anspringt, so dass spätestens bei Nässe die Vorderräder am Lenkrad und somit an den Armen des Fahrers zerren – nicht umgekehrt. Schnelle Zahlen: 8,9 Sekunden vergehen bis Tempo 100, die Spitze wird mit 212 km/h angegeben. Sportfreund, was willst du mehr? Klar, schnell noch mal die "Sport"-Taste drücken, die rechts vom Lenkrad so auffordernd leuchtet. Laut Prospekt soll sie die elektrische Servolenkung etwas schwerer machen und den Motor schneller aufs Gaspedal ansprechen lassen. Mag sein, ist aber kaum zu spüren.

Dieser Wildfang gewinnt alle Ampelrennen

Anders aber die Overboost-Funktion: Sie erhöht das Drehmoment von 206+ Nm ab 2250 Umdrehungen kurzzeitig und spürbar auf 230 Nm bei 3000 Touren. Vom Charakter her ist der Bravo ein echter Tiefstapler. Er gewinnt fast alle Ampelrennen (das Sechsganggetriebe könnte sich allerdings etwas präziser schalten lassen), der Motor klingt sportlich aber bei schneller Fahrt nie aufdringlich, Windgeräusche sind ebenfalls gering. Solch ein Wildfang lässt sich natürlich auch betulich bewegen. Da kann sich der Blick von den am Tag nahezu unleserlichen Anzeigen für Tempo und Tourenzahl mal etwas lösen und das gefüllige Innere bewundern.

Der IHI-Turbolader presst die Luft mit 1.0 Bar in die Brennräume, im Sport-Modus erhöht er per Overboost das Drehmoment.

Die Außenfarbe setzt sich elegant im Innenbezugsstoff fort, die Armaturentafel in ihrem Carbon-Look wirkt äußerst edel, die Fahrerfüße ruhen auf mit Alu belegten Pedalen, das Lenkrad ist so sportlich geformt wie die Sitze. Es verwundert nicht, dass die Italiener beim Modedesign führend sind. Für ihre Technik gilt das zumindest bei diesem Bravo nicht. Die Lenkung arbeitet eckig und unpräzise, die Federung ist stuckerig auf kurzen Wellen, die Verarbeitung im Detail manchmal recht lässig. Aber immerhin haben vier Personen ausreichend Platz und Laderaum (recht hohe Ladekante!), können die Sitze asymetrisch (breite Seite links) umklappen und verfügen dann über einen Laderaum mit einem Volumen von 1175 Liter. Den 150-PS-Bravo gibt es mit Sportpaket schon ab 21.500 Euro. Klar, dass dann schon sieben Airbags, alle elektronischen Fahrhilfen, Klimaanlage, Kurvenlicht, CD-Radio oder elektrische Fensterheber vorn inklusive sind. Fazit: Der Bravo erinnert an die frühere Fiat-Tugend, immer etwas flotter und vor allem schicker als die Konkurrenz zu sein. Der Motor ist sehr spritzig geworden, das Fahrwerk passt im Prinzip dazu. Trifft so den Geschmack der jung(geblieben)en Leute.
Fiat Bravo 1.4 T-Jet 16 V
Motor/Hubraum Vierzylinder-Turbo/1368 cm³
Leistung 110 kW (150 PS)
Drehmoment bei U/min 206 Nm/2250
0-100 km/h 8,9 s
Höchstgeschwindigkeit 212 km/h
Testverbrauch (l/100 km) 8,8 l Super
Bremsweg 100-0 km/h 37,4 m
Typklassen HPF/VK/TK 18/22/24
PREIS ab 19.900 Euro
PLUS: spritziger Motor, sportliches Fahrwerk, schickes Innendesign, gute Bremsen
MINUS: stuckerige Federung, gefühllose Lenkung, Instrumente schlecht ablesbar
NOTE: 3+
Konkurrenten: BMW 118i, 143 Ps, ab 23.000 € und Honda Civic 1.8, 140 PS, ab 20.035 €

Autor: Dieter Rebmann

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