Test Ford Fiesta Trend 1.4

Ford Fiesta Trend 1.4 Ford Fiesta Trend 1.4

Test Ford Fiesta Trend 1.4

— 14.02.2006

Das zweite Gesicht

Was ein wenig Kosmetik doch ausmacht: Endlich besitzt der Fiesta auch optisch rundum die richtige Reife.

Der Fiesta ist ein erwachsenes Auto

Der Fiesta hat sein zweites Gesicht bekommen. Jetzt schaut der kleine Ford aus größeren Scheinwerferaugen mit glänzenden Lidstrichen. Aber auch innen haben sie sein Cockpit modern geglättet. Kosmetik gegen das Vergessen – aber hat der Fiesta in seiner langen Karriere nicht schon viele Gesichter gezeigt? Er war kleiner Trendsetter (1976), großer Frauenliebling, ein Top-Ten-Hit (1996 sagenhafte 126.045mal verkauft) und zuletzt Opfer wachsender Konkurrenz. Die Lupo, Koreaner, Ka und Billig-Focus ließen glatt vergessen, dass der Fiesta still und leise ein erstaunlich erwachsenes Auto geworden ist.

Alte Werbesprüche wie "Ford, die tun was" sind nicht immer Luftblasen – das ist beim Fiesta deutlich zu spüren. Die neuen Riesenpupillen vorn – na ja, Kosmetik und gerade groß in Mode. Aber das neue Cockpit verströmt nun endlich die fühlbare Reife, die das ganze Auto schon seit seiner Präsentation 2002 besitzt. Weiches, speckfreies Plastik, sinnvoll angeordnete Schalter steigern das Wohlgefühl. Für mutige Damen bietet Ford sogar ein zweifarbiges Armaturenbrett in Orange an. Doch mit solchen Experimenten sind bei uns früher schon Twingo und Corolla gescheitert.

Die Ledersitze (1520 Euro) bieten weder Halt noch Sitzmemory (nach dem Fondeinstieg klappen sie nicht in die alte Position), aber das war's auch schon mit der Kritik. Denn der Fiesta bietet etliche angenehme Überraschungen. Die feine Lenkung gehört schon lange zu den Besten ihrer Klasse, der lange Schalthebel rastet sauber und zweifelsfrei ein. Die Federung findet den angenehmen Mittelweg zwischen straff und komfortabel, und der kernige 1,4-Liter spielt mit 80 PS den leicht rauhen Kraftbolzen.

Technische Daten, Fahrleistungen, Preis

Wohltuend, dass Ford dem Trend widersteht, in dieser PS-Klasse einen kleinen, ausgelutschten 1,2-Liter anzubieten. Im Alltag hat der Käufer vom größeren Hubraum den satteren Durchzug und souveränen Charakter. Pfeif doch auf den theoretischen Spritspar-Effekt. So spielt der Fiesta 1.4 in seiner Klasse den fahraktiven Sportler, dem man viel mehr PS zutraut – und wünscht. Für Sparfüchse mit einem Spritzer Benzin im Blut ist der Ford erste Wahl.

Das gilt allerdings nicht für die getestete Version Trend, die für 12.800 Euro Aluräder, Zentralverriegelung und elektrische Fensterheber an Bord hat. Klima und CD-Spieler kosten im Paket weitere 950 Euro extra. Doch Ford schiebt aus seiner ewigen Sondermodell-Flut bereits den "Fun" nach, für 12.515 Euro inklusive Klima und CD. Das hat doch Gesicht.

Technische Daten: R4 • vier Ventile pro Zylinder • zwei obenliegende Nockenwellen • Hubraum 1388 cm³ • Leistung 59 kW (80 PS) bei 5700/min • max. Drehmoment 124 Nm bei 3500/min • Frontantrieb • Fünfgang • Kofferraum 268 l • Tankinhalt 45 l • L/B/H 3918/1685/1429 mm • Reifen 175/ 65 R 14 H • Leergewicht 1070 kg • Bremsweg aus 100 km/h kalt/warm 38,3/38,4 m • Spitze 166 km/h • 0–100 km/h in12,8 s • 60–100 km/h in 13,0 s • Verbrauch 7,0 l S/100 km • Preis: 12.800 Euro

Autor: Joachim Staat

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