Test Ford Mondeo Turnier/VW Passat Variant

Ford Mondeo Turnier 2.5T/VW Passat Variant 2.0 FSI Ford Mondeo Turnier 2.5T/VW Passat Variant 2.0 FSI

Test Ford Mondeo Turnier/VW Passat Variant

— 25.05.2007

Ist der Turnier der bessere Variant?

Der neue Ford Mondeo gehört zu den großen Überraschungen des Jahres. Erstes Ergebnis: Die Limousine hat den Rivalen VW Passat geschlagen. Jetzt will auch der Turnier zeigen, dass er dem Variant überlegen ist. Optisch hätte er das Format.

Das hat gesessen: Mondeo besser als Passat, titelte AUTO BILD vor drei Wochen, als der neue Ford erstmals gegen den Mittelklasse-Primus von VW zum Vergleich antrat. Das Diesel-Duell der beiden Limousinen konnte der Mondeo knapp für sich entscheiden. Bravo! Das macht Lust auf mehr. Mehr Mondeo vor allem. Gleich zum Verkaufsstart am 16. Juni 2007 bietet Ford neben viertürigem Stufen- und fünftürigem Fließheck auch den beliebten Kombi an. 75 Prozent der Mondeo-Käufer entschieden sich bislang für den Turnier. Folglich ist er im Mondeo-Mix das wichtigste Modell. Und für die erste Standortbestimmung trifft er erneut auf den Platzhirsch in diesem Segment. Kann er auch gegen den VW Passat Variant bestehen? Er kann. Zumindest, wenn der Mondeo mit der 220-PS-Topmotorisierung gegen das Pendant von VW antritt, welches von einem Zweiliter-Turbobenziner mit 200 PS angetrieben wird. Egal welche Ausstattung man betrachtet, die Preisdifferenz fällt mit maximal 1730 Euro stets zugunsten des Mondeo aus. Und für weniger Geld gibt es bei Ford nicht nur mehr PS, sondern auch mehr aufpreisfreie Sicherheit (Knieairbag, dynamische Kopfstützen, Sicherheitspedale), mehr Gratis-Komfort schon ab Trend (Zweizonen-Klimaautomatik, elektrische Fensterheber auch hinten, Bordcomputer) und schließlich – ganz wichtig – mehr Kombi. Die Gepäckraumerweiterung ist einfach: Fond-Sitzflächen hoch, schon fallen die geteilten Rückenlehnen und machen Platz für bis zu 1745 Liter Ladegut. Von Vorteil dabei ist die absatzlose und niedrige Ladekante von nur 58 Zentimetern (Passat 62 Zentimeter).

Der Mondeo macht sich breit: fast 1,90 Meter!

Mit seinen 1,89 Metern ist der Ford sieben Zentimeter breiter als der VW.

Beim VW müssen die hinteren Kopfstützen entfernt werden, bevor die Rückenlehnen einen ebenen Ladeboden formen. Dann schafft der Variant 1731 Liter – beide packen damit mehr ein als Audi A6 Avant und BMW 5er-Touring. Besser sind nur Mercedes E-Klasse T-Modell (1950 Liter) und Opel Vectra Caravan (1850 Liter). Ist der Mondeo mit vier oder fünf Personen besetzt, fasst sein Gepäckraum 554 Liter – 49 Liter weniger als der Passat. Dafür geht es auf den Rücksitzen luftig zu. Selbst sehr große Passagiere sitzen angenehm und können die Beine übereinanderschlagen. Kein Wunder: Der Turnier übertrifft den Variant beim Radstand um satte 14 Zentimeter. Noch deutlicher fällt der Unterschied in der Breite aus. Mit 1,89 Metern übertrifft der Mondeo das klassenübliche Maß (Passat 1,82 m).

Gut, dass Ford für 105 Euro elektrisch anklappbare Spiegel anbietet, um in südeuropäischen Altstädten nicht ständig an Mauervorsprüngen hängenzubleiben. Auch auf dem linken Fahrstreifen in Autobahnbaustellen sollte der Fahrer besonders aufmerksam sein. Die sind extrem schmal. Dabei fühlt sich der Mondeo mit dem Turbo-Fünfzylinder der Konzernschwester Volvo auf der Überholspur richtig wohl. 220 PS machen ihn zu einem angenehmen Reise-Kombi. Beim Beschleunigen erweist er sich dem 100 kg leichteren Passat ebenbürtig. Als Spitze nennt das Werk Tempo 240 – acht km/h mehr als der VW. Noch beeindruckender ist sein Fahrkomfort. Satt liegt er auf der Straße und lässt sich nie durch Unebenheiten aus der Ruhe bringen. Die Lenkung ist frei von Antriebseinflüssen, fühlt sich aber ein wenig synthetisch an. Kritikwürdig ist der hohe Verbrauch. Nach 310 Kilometer Autobahnfahrt mit hohem Vollgasanteil zeigt der Mondeo-Bordcomputer 15,8 Liter, der VW 13,5 Liter. Kleinerer Hubraum, ein Zylinder weniger und Direkteinspritzung sprechen fürs FSI-Konzept. Bei den anderen Motoren dürften die Unterschiede geringer ausfallen. In dieser Konstellation indes bekommt der Passat erneut Gegenwind. Wie das Turnier für Ford und VW weitergeht, bleibt eine spannende Variante.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jörg Maltzan

Klasse! Alle Kollegen nicken zustimmend, als sie den neuen Mondeo Turnier beim ersten Vergleichstest betrachten. Ein stimmiger Kombi mit viel Nutzwert. Damit wird Ford nach dem S-Max einen weiteren Treffer landen. Ob der Turnier auch den Passat Variant überholen kann? Konzept und Technik stimmen, die Preise sowieso. Beim Verbrauch sind wir noch nicht sicher.

Technische Daten VW Passat Variant 2.0 FSI

Vierzylinder-Turbo, vorn quer • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 1984 cm3 • Leistung 147 kW (200 PS) bei 5100/min • max. Drehmoment 280 Nm bei 1800/min • Vorderradantrieb • Sechsganggetriebe • Länge/Breite/Höhe 4774/ 1820/ 1517 mm • Tank 70 l • Kofferraum 603 bis 1731 l • Zuladung 630 kg • Spitze 232 km/h • 0 – 100 km/h in 7,7 Sekunden • Verbrauch (EU-Mix) 8,2 l Super plus/100 km • CO2 194 g/km • Preis: ab 30.955 Euro

Technische Daten Ford Mondeo Turnier 2.5T

Fünfzylinder-Turbo, vorn quer • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 2521 cm3 • Leistung 162 kW (220 PS) bei 5000/min • max. Drehmoment 320 Nm bei 1500/min • Vorderradantrieb • Sechsganggetriebe • Länge/Breite/Höhe 4830/1886/1548 mm • Tank 70 l • Kofferraum 554 bis 1745 l • Zuladung 618 kg • Spitze 240 km/h • 0 – 100 km/h in 7,7 Sekunden • Verbrauch (EU-Mix) 9,3 l Super/100 km • CO2 222 g/km • Preis: ab 29.225 Euro

Autor: Jörg Maltzan

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