Test Gebrauchte zum Durchschnittspreis

Audi A6 Avant 1.8T Baujahr 2000 Audi A6 Avant 1.8T Baujahr 2000

Test Gebrauchte zum Durchschnittspreis

— 19.06.2007

Was gibt's für 8800 Euro?

Rund 8800 Euro – so viel kostet ein deutscher Gebrauchter im Durchschnitt. Dabei muss es für dieses Geld kein durchschnittliches Auto sein: Natürlich gibt's dafür Familientypen mit viel Nutzwert, aber auch feine Nischenmodelle.

Die Auswahl ist vielfältig

Wenn Statistiker mit Zahlen jonglieren, dominiert der Mittelwert. So bekommen beispielsweise deutsche Frauen im Schnitt 1,3 Kinder, und Männer heiraten im Alter von 32,6 Jahren. Dass der Deutsche beim Kauf eines Gebrauchtwagens durchschnittlich 8800 Euro lockermacht, wüssten wir ohne solche Zahlenspiele auch nicht. Was nicht weiter schlimm wäre – weil Durchschnittswerte nur abstrakte Zahlen sind, die allenfalls als Bezugsgröße für statistische Vergleiche taugen.

Wir haben es da lieber etwas konkreter. Welche Autos gibt es also für 8800 Euro auf dem Gebrauchtwagenmarkt? Die Antwort: fast alle Marken, Modelle und Fahrzeugkategorien. Mit knapp 9000 Euro in der Tasche können Secondhand-Käufer heute bei der Fahrzeugauswahl tatsächlich aus dem Vollen schöpfen. Die Auswahl ist riesig, vom jungfräulichen Kleinwagen oder schicken Cabrio bis hin zur betagten Luxuskarosse ist alles zu haben. Im Hinblick auf Fahrzeugalter, Laufleistung und Pflegezustand sind bei vielen Modellen allerdings gewisse Einschränkungen in Kauf zu nehmen, wenn der vorgegebene Preisrahmen nicht überschritten werden soll.

Der Traumporsche kann nach dem Kauf sehr kostspielig werden.

Wer keine großen finanziellen Rücklagen für eventuelle Reparaturen in der Hinterhand hat, sollte sich nämlich nicht unbedingt für einen Gebrauchten mit extremen Eckdaten entscheiden. Dazu zählen bei einem knappen Budget vor allem Autos, die einst zur Luxusklasse zählten und sich nach etlichen Jahren und vielen Vorbesitzern nun in der untersten Schublade ihrer Genres wiederfinden. Stellvertretend für diese Spezies haben wir uns mal den Porsche 928 S herausgepickt. Der einst nur für Reiche erschwingliche PS-Protz aus den 80er- Jahren ist heute nämlich durchaus für vierstellige Euro-Beträge zu erstehen. Doch dabei handelt es sich in der Regel um abgehalfterte Exemplare mit unklarer Vorgeschichte und oft nicht mehr nachweisbaren Laufleistungen jenseits der 200.000 Kilometer. Bei diesen Fahrzeugen glänzt vielleicht noch das Image, aber der technische Zustand spottet oft jeder Beschreibung.

Nirgendwo sonst trifft man beim Gebrauchtkauf auf so viele Blender wie bei den einstigen Statussymbolen. Bei einem Preislimit von rund 8800 Euro gilt das natürlich nicht nur für einen Porsche, sondern auch für viele weitere ehemalige Luxuskarossen. Selbst Exoten wie Ferrari oder Rolls-Royce werden auf den Hinterhöfen der Fähnchenhändler immer wieder zu verlockend günstigen Preisen offeriert. Unser Rat: Finger weg! Aber es gibt natürlich auch Ausnahmen von der Regel. Etwa einen BMW 740i oder eine Mercedes S-Klasse aus erster oder zweiter Hand mit lückenlosem Scheckheft, überschaubarer Laufleistung und gerade absolvierter Hauptuntersuchung. In diesen Fällen spricht nichts gegen den Kauf. Außer vielleicht die hohen Unterhaltskosten.

VW Golf IV: In der Kompaktklasse gibt es viele gute Angebote.

Dann vielleicht doch lieber einen Durchschnitts-Typ zum Durchschnitts-Preis. Dabei muss es kein Volkswagen sein. Auch hier ist der Golf IV nur ein stark nachgefragtes Beispiel für die Kompaktklasse. Egal ob Ford Focus, Opel Astra oder eines der zahlreichen Kompaktmodelle aus dem Ausland – die Chancen auf ein solides Fahrzeug aus seriösem Vorbesitz stehen hier eindeutig besser als bei einer betagten Luxuskarosse. Das gilt ebenso für die anderen hier präsentierten Fahrzeuge. Dabei handelt es sich zwar um empfehlenswerte Gebrauchte, die aber nur einen Bruchteil des riesigen Angebots in dieser populären Preisklasse abbilden können.

Schließlich gibt es für den Durchschnittspreis eines Gebrauchten sogar schon Neue, etwa einen Dacia Logan MCV. Der ist für manche sicher eine Überlegung wert, auch wenn er in den Zahlenspielen der Statistiker keine Rolle spielt.

A6 Avant, BMW 740i, Berlingo, Mondeo

Audi A6 Avant 1.8 T

Baujahr 2000, Laufleistungen um 120.000 km: Viel Platz und guter Fahrkomfort überzeugen beim Audi A6 Avant. Außerdem ist er ausgezeichnet verarbeitet und wirkt noch im reiferen Alter hochwertig. Anfällig ist jedoch das stufenlose Multitronic-Getriebe (Option), das öfter für Verdruss sorgt. Ebenfalls nicht für die Ewigkeit gemacht: die Lagerbuchsen der Vorderachse und die Spurstangenköpfe. Die sind bei höheren Laufleistungen oft ausgeschlagen. Und sechsstellige Tachostände sind typisch beim A6, wenn das Preislimit bei 8800 Euro liegt. Wer sich auf den ausreichend kräftigen 1.8 T beschränkt, findet am ehesten ein gutes Exemplar.

Stärken: Platzangebot, Materialauswahl, Fahrkomfort, Fahrverhalten, Rostvorsorge, Detailverarbeitung, umfangreiches Gebraucht-Angebot
Schwächen: anfällige Luftmassenmesser, reißende Zahnriemen, problematische Multitronic, ausgeschlagene Vorderachslager, versprödende Bremsschläuche, Elektronik-Probleme
Technische Daten: Modell 1,8 T (Typ 4B), Hubraum: 1781 cm³, Leistung 110kW/150 PS, Drehmoment: 210 Nm bei 1750 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 215 km/h, Testverbrauch: 10,3 l Super/100 km, CO2-Ausstoß: 239 g/km

BMW 740i

BMW 740i: Vor allem die Benziner machen wenig Ärger.

Baujahr 1997, Laufleistungen um 150.000 km: Ein gebrauchter 740i aus seriösem Vorbesitz ist selbst mit höheren Laufleistungen kein großes Risiko. Im Gegensatz zu den Diesel-Varianten machen die Benziner selten Probleme. Meist kranken sie nur an Kleinigkeiten wie gammelnden Feststellbremsen, porösen Kühlwasserschläuchen, defekten Generatoren oder verbrauchten Anlassern. Auch schnell leer gesaugte Batterien kommen vor. Trotz des hohen Gewichts überzeugt der 7er mit einem ausgesprochen agilen Fahrverhalten. Typische BMW-Fehler wie verschlissene Achsen oder zu viel Spiel in der Lenkung kennt allerdings auch ein 740i.

Stärken: gediegene Verarbeitung, hoher Fahrkomfort, perfekte Ergonomie, souveräne Fahrleistungen, erstklassiges Raumgefühl, agiles Fahrverhalten, sehr gute passive Sicherheit
Schwächen: teuer im Unterhalt, hohes Gewicht, setzt Achslagern und Bremsen zu, mitunter sehr hohe Reparaturkosten, bei hohen Laufleistungen oft zu großes Lenkspiel, platzende Wasserschläuche
Technische Daten: Modell 740i (Typ E38), Hubraum: 4398 cm³, Leistung: 210 kW/286 PS, Drehmoment: 440 Nm bei 3600 U/min Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, Testverbrauch: 14,9 l Super/100 km, CO2-Ausstoß: 364 g/km

Citroën Berlingo: ein praktischer Gebrauchter für alle Lebenslagen.

Citroën Berlingo 1.6 16V

Baujahr 2004, Laufleistungen um 40.000 km: Als praktischer Typ für alle Lebenslagen ist der seit zehn Jahren gebaute Citroën Berlingo ein beliebter Gebrauchter. Vor allem die qualitativ verbesserten Facelift-Modelle ab 2002 sind gesucht. Für 8800 Euro gibt es beispielsweise einen recht jungen Berlingo mit dem spritzigen 1,6-Liter-Benzinmotor. Dessen 109 PS sorgen auch auf der Autobahn für flotte Reiseschnitte. Neben seinen vielen praktischen Talenten schleppt der geräumige Kastenwagen aber auch ein paar Schwächen mit. Dazu zählen nervige Klappergeräusche, Ölverlust, Elektrik-Störungen, schlappe Bremsen und Rost am Auspuff.

Stärken: praktische Schiebetüren, großes Ladevolumen, viel Beinraum hinten, gute Übersichtlichkeit, angenehmer Fahrkomfort, zahlreiche Ablagen im Innenraum
Schwächen: kritisches Fahrverhalten in Extremsituationen, zu weiche Sitze, Verarbeitungsschwächen, häufig Ölverlust, Vorderachslager mit hohem Verschleiß
Technische Daten: Modell Berlingo 1.6 16V (Typ GKFW), Hubraum: 1587 cm³, Leistung: 80 kW/109 PS, Drehmoment: 147 Nm bei 4000 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h, Testverbrauch: 8,4 l Super/100 km, CO2-Ausstoß: 195 g/km

Ford Mondeo 2.0 Turnier: ideal für kostenbewusste Familien.

Ford Mondeo 2.0 Turnier

Baujahr 2002, Laufleistungen um 60.000 km
Ein großer, geräumiger Gebrauchter zum kleinen Preis – kostenbewusste Familien kommen am Ford Mondeo Turnierkaum vorbei. Denn die Qualitäten des gerade abgelösten Kölner Kombis sind besser als sein Image. Vor allem mit einem der zuverlässigen und standfesten Benziner. Ein rundum harmonisches Triebwerk ist der 2.0 – auch sein Verbrauch geht in Ordnung. Zu den stärksten Argumenten des Mondeo zählt zudem das agile und dennoch komfortable Fahrwerk. Die Verarbeitung ist ebenfalls okay – abgesehen von Klagen über rostende Schnittkanten und Cockpitträger.

Stärken: agiles und dennoch komfotables Fahrwerk, gutes Platzangebot, ordentliche Verarbeitung, standfeste Benzinmotoren, umfangreiche Serien- und Sicherheitsausstattung
Schwächen: mitunter Rost an den Scharnieren und Schnittkanten der Türen, korrodierende Armaturenhalter, verschleißfreudige Lagerbuchsen an der Hinterachse
Technische Daten: Modell 2.0 Turnier (Typ BWY), Hubraum: 1999 cm³, Leistung: 107 kW/145 PS, Drehmoment: 190 Nm bei 4500 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 215 km/h, Testverbrauch: 9,1 l Super/100 km, CO2-Ausstoß: 211 g/km

Jazz, Mazda 626, Mercedes SLK, Zafira

Honda Jazz 1.2i

Baujahr 2005, Laufleistungen um 30.000 km: Mit seinem pfiffigen Raumkonzept ist der Honda Jazz der Konkurrenz in der Kleinwagen-Klasse weit voraus. Hinten gibt es selbst für lange Kerls genügend Beinraum. Und wenn mal sperriges Ladegut mit soll, lassen sich die Sitze mit einem Handgriff zu einer ebenen Ladefläche umlegen. Oder aufstellen. Dann passt schon mal ein Fahrrad quer rein. Weniger gut gelungen ist den Japanern das hoppelige Fahrwerk. Und der relativ sparsame Motor dürfte auch weniger geräuschvoll am Werk sein. Überzeugend hingegen die Zuverlässigkeit und Standfestigkeit.

Stärken: überzeugende Variabilität, großzügiges Raumangebot, zuverlässige und haltbare Technik, gute Verarbeitung, sparsame Motoren, präzise schaltbares Getriebe
Schwächen: unkomfortable Fahrwerkabstimmung, laute und relativ durchzugsschwache Motoren, hohe Ersatzteilpreise, in Einzelfällen früher Rost an Schnittkanten
Technische Daten: Modell Jazz 1.2i (Typ GD/GE), Hubraum: 1246 cm³, Leistung: 57 kW/78 PS, Drehmoment: 110 Nm bei 2800 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h, Testverbrauch: 6,7 l Super/100 km, CO2-Ausstoß: 155 g/km

Biederer Langzeitfreund: Der Mazda 626 gilt als äußerst zuverlässig.

Mazda 626 Kombi 2.

0 Baujahr 2005, Laufleistungen um 50.000 km: Der Mazda 626 bot schon immer viel Auto fürs Geld. Das gilt auch für die letzte, bis 2002 gebaute Generation. Das Design wirkt zwar etwas bieder, aber die Langzeitqualitäten des japanischen Kombis sind über jede Kritik erhaben. Mechanisch gibt es keine wirklich bedeutenden Schwachstellen. Laufleistungen weit jenseits der 200.000er-Marke schafft der brave und wacker ziehende Zweiliter-Motor normalerweise ohne Probleme. Auch das Fahrwerk steckt viel weg. Das reizarme Blechkleid des 626 ist allerdings nur mäßig gegen Streusalzattacken geschützt.

Stärken: standfeste Technik, robustes Fahrwerk, problemloses Fahrverhalten, harmonische Leistungsentfaltung, günstiger Verbrauch, robuste Materialien im Innenraum, übersichtliche Bedienung, umfangreiche Ausstattung
Schwächen: mäßiger Korrosionsschutz, rostanfälliger Auspuff, häufig leckende Kupplungshydraulik
Technische Daten: Modell 626 2.0 (Typ GF/GW), Hubraum: 1991 cm³, Leistung 85 kW (115 PS), Drehmoment: 170 Nm bei 4500 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 192 km/h, Testverbrauch: 8,1 l Super/100 km, CO2-Ausstoß: 188 g/km

Nicht billig: Der Mercedes SLK ist erst mit hoher Laufleistung erschwinglich.

Mercedes SLK 200

Baujahr 1997, Laufleistungen um 180.000 km: Die SLK-Urversion verkörpert sehr überzeugend die klassischen Mercedes-Tugenden wie Solidität, Zuverlässigkeit und Wertstabilität. Das bekommen auch Gebrauchtkäufer mit einem beschränkten Budget zu spüren: Für 8800 Euro gibt es in der Regel gerade mal einen 200er Basis-Roadster mit hohen Laufleistungen. Ernste Probleme sind dennoch nicht zu erwarten. Die Technik gilt als robust, ebenso der komplizierte Klappdachmechanismus. Rost ist ebenfalls kein Thema. Probleme gab es jedoch immer wieder mit dem Automatikgetriebe, auch Ölverlust ist nicht selten.

Stärken: verwindungssteife Karosserie, sehr guter Rostschutz, zuverlässiges Klappdach, robuste Mechanik, guter Komfort, hohe passive Sicherheit, vergleichsweise günstig im Unterhalt
Schwächen: träges Handling, relativ zähe Leistungsentfaltung, öfter brechende Sitzgestelle, Ölverlust, mitunter Elektronik-Störungen, entladene Batterien, anfällige Automatikgetriebe (bis 1997)
Technische Daten: Modell SLK 200 (Typ R 170), Hubraum: 1998 cm³, Leistung: 100 kW/136 PS, Drehmoment: 190 Nm bei 3700 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 208 km/h, Testverbrauch: 10,6 l Super/100 km, CO2-Ausstoß: 246 g/km

Raumfahrzeug: Unter den Familien-Vans ist der Zafira am variabelsten.

Opel Zafira 1.8 16V

Baujahr 2001, Laufleistungen um 70.000 km: Der Opel Zafira bietet unter den gebrauchten Familien-Vans bis 8800 Euro die größtmögliche Variabilität. Das seit 1999 gebaute Raumfahrzeug bietet nicht nur bis zu sieben Personen Platz, sondern taugt auch als Lastentransporter. Für eine ebene Ladefläche muss nichts ausgebaut werden, die Sitze des Flex7-Systems sind ruck, zuck versenkt. Gut ist es zudem um passive Sicherheit, Fahrverhalten und Rostvorsorge des Zafira bestellt. Bis 2001 gab es Ärger mit Überspannung im Bordnetz. Weitere Schwächen: reißende Zahnriemen, Risse im Krümmer, Spiel in Lenkung und Vorderachse.

Stärken: sehr variabel, pfiffiges Raumkonzept, gutes Fahrverhalten, hohe passive Sicherheit, günstige Unterhaltskosten, kräftiger und haltbarer 1,8-Liter-Motor
Schwächen: Zahnriemen und Bordnetz anfällig, wenig haltbare Abgasanlage, Krümmer des 1.8 16V neigt zu Rissbildung, oft zu viel Spiel in Lenkung und Vorderachse, quietschende Bremsen
Technische Daten: Modell Zafira 1.8 16V (Typ T98), Hubraum: 1796 cm³, Leistung: 92 kW/125 PS, Drehmoment: 170 Nm bei 3800 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h, Testverbrauch: 9,2 l Super/100 km, CO2-Ausstoß 213 g/km

406 Coupé, Porsche 928S, Octavia, RAV4

Peugeot 406 Coupé 2.0 16V

Baujahr 2000, Laufleistungen um 70.000 km: Stilvoller geht es in dieser Klasse einfach nicht: Das Peugeot 406 Coupé ist ein Designerstück von Pininfarina – und hat ohne Zweifel das Zeug zum künftigen Klassiker. Dabei steckt unter der schicken Schale die Großserientechnik der Limousinen. Der genügsame Zweiliter-Vierzylinder läuft kultiviert, vermittelt aber kein sportliches Flair. Dafür ist er ein robuster Geselle, der höchstens mal mit Ölverlust und Malaisen im Motormanagement nervt. Auch die Komfort-Elektronik macht mitunter Ärger. Weitere Macken: verrottende Abgasanlagen, wellige Bremsscheiben und defekte Lichtmaschinen.

Stärken: guter Komfort, reichhaltige Ausstattung, unproblematisches Fahrverhalten, vergleichsweise geräumiges Coupé, robuste Mechanik, geringer Verbrauch
Schwächen: anfällige Elektronik, kurzlebiger Auspuff, rasch verschleißende Bremsscheiben, nur mäßige Rostvorsorge, sehr teure Karosserie-Ersatzteile, Ölverlust am Antrieb
Technische Daten: Modell 406 Coupé 2.0 16V (Typ 8), Hubraum: 1997 cm³, Leistung: 99 kW/135 PS, Drehmoment: 190 Nm bei 4100 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 208 km/h, Testverbrauch: 8,2 l Super/100 km, CO2-Ausstoß: 190 g/km

Porsche 928 S: Der Traumwagen der 80er wird heute schnell zum Alptraum.

Porsche 928 S

Baujahr 1985, Laufleistungen um 220.000 Kilometer: Der Porsche 928 S steht hier stellvertretend für alle Luxusmodelle mit gewissem Risikofaktor. Als Neuer war der Komfort-Sportwagen stark, schnell, teuer und imageträchtig. Heute treffen wir den Traumwagen der 80er fast nur noch auf den Hinterhöfen der Fähnchenhändler. Ganz klar: Ein Porsche für 8800 Euro ist ein Fall für Zocker, die den Totalverlust ihres Einsatzes wegstecken können. Aufgrund der extremen Reparaturkosten droht schon bei kleineren Defekten ein wirtschaftlicher Totalschaden. Aber: Wer's wagen kann, genießt ein starkes Stück deutscher Sportwagen-Geschichte.

Stärken: angemessene Fahrleistungen, hoher Image-Faktor, exklusive Technik, sehr gute Rostvorsorge, noch immer komfortabel und fernreisetauglich, kein Wertverlust mehr zu erwarten
Schwächen: für rund 8800 Euro gibt es meist nur Verbraucht-Exemplare, sehr hoher Verbrauch, Wartung und Reparaturen sehr kostspielig
Technische Daten: Modell 928 S (Typ 928), Hubraum: 4664 cm³, Leistung: 228 kW/310 PS, Drehmoment: 399 Nm bei 4500 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 255 km/h, Verbrauch: 18,5 l Super/100 km, CO2-Ausstoß: 429 g/km

Skoda Octavia Combi: trotz gleicher Plattform zuverlässiger als der Golf.

Skoda Octavia Combi 2.

0 Baujahr 2002, Laufleistungen um 70.000 Kilometer: Der Skoda Octavia ist der tschechische Plattform-Bruder des Golf IV und gerade als Kombi ein echter Erfolgstyp. Größte Vorzüge: solide Verarbeitung, hoher Fahrkomfort und tadelloses Fahrverhalten, insbesondere mit ESP (Option). Als Kombi mit TDI-Motor ist der Octavia extrem beliebt, aber der 2.0-Benziner taugt als kultivierte und verlässliche Alternative. Vor allem ist er billiger. Obwohl sich der Skoda viele Schwachstellen mit dem Golf teilt, ist er das zuverlässigere Auto. Typisch: defekte Luftmassenmesser, Ölverlust, Elektronikmacken, Verschleiß an der Hinterachse.

Stärken: problemloses Fahrverhalten, guter Komfort, reichlich Stauraum, überzeugende Verarbeitungsqualität, kultivierter Motor, günstige Unterhaltskosten
Schwächen: anfällige Luftmassenmesser, Elektronik-Störungen, wenig haltbare Abgasanlagen, Zahnriemenrisse und Turbolader-Schäden bei den TDI-Motoren
Technische Daten: Modell Octavia Combi 2.0 (Typ 1U), Hubraum: 1984 cm³, Leistung: 85 kW/115 PS, Drehmoment: 170 Nm bei 2400 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 194 km/h, Testverbrauch: 9,0 l Super/100 km, CO2-Ausstoß: 209 g/km

Toyota RAV 4: kaum Schwachpunkte, aber konstruktiv kein Gelände-Gänger.

Toyota RAV 4 2.

0 Baujahr 1999, Laufleistungen um 70.000 km:,Schon die erste Generation des Toyota RAV4 zählt zu den typisch japanischen Automobilen. Was bedeutet: Die Zuverlässigkeit ist hoch, echte Schwachpunkte sind kaum auszumachen. Wurde der kleine Fun- Offroader oft über Stock und Stein geprügelt, können Steinschläge jedoch zu Rost am Unterboden führen. Im Offroad-Betrieb leiden außerdem die filigranen Querlenker der Hinterachse und verbiegen sich. Vereinzelt ist in RAV4-Kreisen auch von defekten Lambdasonden oder einem Ausfall der Benzinpumpe die Rede. Alles in allem birgt der Kauf eines RAV4 jedoch wenig Risiken.

Stärken: sehr robuste Mechanik, prinzipiell gute Rostvorsorge, solides Fahrwerk (im reinen Straßenbetrieb), ordentliches Fahrverhalten, permanenter Allradantrieb
Schwächen: Fahrwerk konstruktiv nicht geeignet für harten Offroad-Betrieb, relativ hoher Verbrauch
Technische Daten: Modell RAV4 2.0 (Typ XA1), Hubraum: 1998 cm³, Leistung: 94 kW/128 PS, Drehmoment: 178 Nm bei 4400 U/min, Höchstgeschindigkeit: 167 km/h, Testverbrauch: 11,8 l Super/100 km, CO2-Ausstoß: 274 g/km

VW Golf IV, Neuwagen Dacia Logan

VW Golf IV 1.9 TDI

Baujahr 2001, Laufleistungen um 80.000 km: Der VW Golf IV zählt ganz klar zu den Favoriten des Gebrauchtwagen-Markts. Dieses Vertrauen rechtfertigt der Topseller jedoch nicht immer. Ungeachtet der hochwertig wirkenden Verarbeitung mit edlem Ambiente und kleinen Spaltmaßen können zahlreiche Bauteile Ärger verursachen. Typisch sind defekte Fensterheber und Luftmassenmesser, Elektrik-Störungen, Klappergeräusche, Lecks im Kühlkreislauf sowie Ölverlust am Antrieb. Bei den TDI gab es weiterhin viele gerissene Zahnriemen, Getriebeschäden und defekte Turbolader – insbesondere bei Exemplaren mit nachträglichem Chip-Tuning.

Stärken: tadelloses Fahrverhalten, hoher Fahr- und Sitzkomfort, einfache Bedienung, sehr gute Rostvorsorge, umfangreiche Sicherheitsausstattung, sparsame TDI-Motoren
Schwächen: viele Schwächen im Detail, teure Schäden durch gerissene Zahnriemen, Getriebedefekte und kaputte Turbolader bei den TDI-Modellen, abblätternder Softlack beim Interieur
Technische Daten: Modell Golf IV 1,9 TDI (Typ 1J), Hubraum: 1896 cm³, Leistung: 66 kW/90 PS, Drehmoment: 210 Nm bei 1900 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h, Testverbrauch: 6,4 l/100 km, CO2-Ausstoß: 168 g/km

Alternative: ein neuer Dacia Logan MCV statt einem Gebrauchten.

Neuwagen: Dacia Logan MCV 1.4

8400 Euro, Neufahrzeug – noch nicht zugelassen: Der Dacia Logan MCV ist ein Raumwunder zum Dumpingpreis: Als Neuwagen steht er schon ab 8400 Euro im Laden. Ein faires Angebot für sachliche Typen, denen es in erster Linie um Mobilität und Stauraum geht. Und die dafür bereit sind, bei Materialanmutung, Ausstattung und Sicherheit ein paar Abstriche hinzunehmen. So sind nur zwei Airbags und ABS an Bord, Gurtstraffer oder gar ESP gibt es nicht. Dafür bietet der Logan MCV Platz für eine fünfköpfige Familie samt Gepäck, nimmt gegen Aufpreis auch sieben Personen auf. Er fährt brav, federt komfortabel und bringt drei Jahre Garantie mit.

Stärken: viel Platz, weitgehend gutmütiges Fahrverhalten, relativ komfortable Federung, solide Bremsen, ordentliche Verarbeitung, drei Jahre Garantie ab Erstzulassung
Schwächen: Basismodell mit spartanischer Serienausstattung, bescheidene Sicherheitsaussattung (kein ESP), einfache Materialanmutung, behäbiges Handling, Grundmodell ohne Servolenkung
Technische Daten: Modell MCV 1.4 MPI (Typ SD), Hubraum: 1390 cm³, Leistung: 55 kW/75 PS, Drehmoment: 112 Nm bei 3000 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 155 km/h, Testverbrauch: 7,6 l Super/100 km, CO2-Ausstoß: 176 g/km

Autor: Ulrich Holzwarth

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