Test Giacuzzo pro_cee'd Evo

Giacuzzo pro_cee'd Evo Giacuzzo pro_cee'd Evo

Test Giacuzzo pro_cee'd Evo

— 24.11.2008

Starker Kontrast

Kia und Tuning? So konträr wie weißer Lack und dunkles Carbon. Giacuzzo bringt mit dem pro_cee'd Evo alles unter einen Hut. Der Giacuzzo pro_cee'd ist ein erfreulich modern gestyltes Kompaktcoupé mit akzeptablen Fahrleistungen.

Sie fahren einen Audi A3? Dann kommt ein ein Kia pro_cee'd wohl kaum infrage. Schauen Sie doch trotzdem mal, was Giacuzzo mit dem Koreaner anstellt. Das Resultat sieht überraschend gefällig aus. Und kostet deutlich weniger als das Ingolstädter Premiumprodukt.

Karosserie/Qualität

Der Veredler aus dem sauerländischen Menden gibt alles: Frontspoilerlippe, Heckschürze und Seitenschweller stärken die Statur, schwarze 19-Zöller mit poliertem Rand fungieren als Radhausfüllung. Giacuzzo schludert nicht: Alle Teile sind gut verarbeitet und passgenau montiert.

Fahrfreude/Antrieb

Ein Zusatzsteuergerät erhöht die Leistung von 140 auf 170 PS. Viel entscheidender jedoch: die bärigen 370 Newtonmeter maximales Drehmoment (Serie 305 Nm). Hat man sich an das übereifrig-beflissene Ansprechverhalten der Kupplung gewöhnt, kommt Freude auf: Der Common-Rail-Diesel geizt nicht mit Schub. Ab 2000 Touren geht die Post ab. Das manuelle Sechsganggetriebe hat gegen zügige Gangwechsel nichts einzuwenden. Erst ab 180 km/h machen sich die Fahrwiderstände nachhaltig bemerkbar.

Fahrleistungen

Gemessene 9,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h sind kein Brüllerwert. Der Tuning-Kia sprintet damit jedoch ordentliche 0,5 Sekunden schneller als die Serie (Werksangabe). Die Höchstgeschwindigkeit steigt um vernachlässigbare 2 km/h – von 205 auf 207.

Fahrwerk/Komfort

Flotte Kurvenfahrten stellen kein Problem dar. Im Grenzbereich beginnt der Koreaner deutlich zu untersteuern. Der Komfort geht klar. Nur gelegentlich dringen harte, trockene Stöße zum Fahrer durch und scheinen mitteilen zu wollen, dass die Installation eines Federnsatzes ohne gleichzeitigen Dämpfertausch immer nur die zweitbeste Lösung sein kann.

Preis/Kosten

Sämtliche Zubehörteile kalkuliert Giacuzzo fair – Erschwinglichkeit ist oberstes Gebot. Der Gesamtpreis fällt mit 27.658 Euro erfreulich bodenständig aus.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Ben Arnold

Korea kommt in Fahrt: Der Giacuzzo pro_cee'd ist ein erfreulich modern gestyltes Kompaktcoupé mit uneingeschränkter Alltagstauglichkeit und akzeptablen Fahrleistungen. Zudem kostet das Auto nicht die Welt. Note 2.
Technische Daten Giacuzzo pro_cee'd Evo
Motor R4, Turbo, vorn quer
Hubraum 1991 cm³
Leistung 125 kW (170 PS) bei 3900/min
Literleistung 85 PS/ l
Drehmoment 370 Nm bei 2300/min
Antriebsart Vorderrad
Getriebe 6-Gang manuell
Bremsen vorn Scheiben, innenbelüftet
Bremsen hinten Scheiben
Räder vorn/hinten 8 x 19 Zoll
Reifen vorn/hinten 225/35 R 19
Leistungsgewicht 8,5 kg/PS
Messwerte
0–100 km/h 9,6 s
60–100 km/h im 4. Gang 5,7 s
80–120 km/h im 5./6. Gang 8,6/13,3 s
Bremsweg aus 100 km/h (k./w.) 36,3/37,5 m
Höchstgeschwindigkeit 207 km/h
Testverbrauch auf 100 km 7,1 l Diesel
Leergewicht/Zuladung 1446/474 kg
Tuning
Leistungssteigerung 799 Euro
Federnsatz 499 Euro
Radsatz 1590 Euro
Anbauteile 2190 Euro
Folierung 990 Euro
Interieur Serie
Preis Testwagen 27.658 Euro

Autor: Ben Arnold

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