Test Hartge H50

Test Hartge H50

— 15.05.2006

Der Hartgesottene

Hartge bringt ordentlich Schwung ins Dreier-Revier. Mit dem Motor aus dem M5 und 550 PS wird der neue H50 zum Supersportler.

550 PS und keine V/max-Begrenzung

Sportliche 3er Piloten haben es aber auch wirklich nicht leicht: Entweder fahren sie den alten M3 oder mssen mit dem 330i Vorlieb nehmen, bis das neue Topmodell am Start ist. Nun, die Warterei hat ein Ende, denn der BMW-Tuner Hartge macht das scheinbar Unmgliche mglich: Jetzt gibt es den 3er mit dem Zehnzylinder aus dem aktuellen M5. Und legt noch nach: Mittels Krmmer, Sportabgasanlage und Elektronik wurde die Leistung des Kraftwerks auf 550 PS gesteigert. Eine V/max-Begrenzung gibt es natrlich auch nicht mehr. Wer ber etwas Vorstellungskraft verfgt, kann sich in etwa ausmalen, wie sich das in einem 3er anfhlt.

Auf den ersten Blick sieht man dem 3er im Hartge-Trimm an, da es sich hierbei garantiert nicht um die Unschuld vom Lande handelt. Trotz der recht dezenten Bespoilerung und Farbgebung wirkt der Wagen wie frisch aus der Muckibude. Die geschlitzte Carbon-Motorhaube trgt dazu genauso bei wie die weit ausgestellten Radhuser des H50. Der Heckspoiler wirkt angesichts der Hchstgeschwindigkeit sogar unterdimensioniert. Gleiches gilt fr die schicke Vier-Rohr-Sportauspuffanlage.

Das ganze Projekt prsentiert sich als ein einziges technisches Highlight. Die Veredler aus Beckingen im Saarland brachten nicht nur den 5.0 Liter V10 unter die Haube, sondern paten auch gleich noch das Sieben-Gang SMG-Getriebe an die neue Umgebung an. Wenn der V10 ber die verstrkte Hinterachse herfllt, zersetzen sich die Hinterreifen bei ausgeschalteter Traktionskontrolle in Moleklketten.

Knapp 320 km/h Spitze

Das im Leerlauf so friedliche klingende Auto mutiert beim Tritt auf das Gaspedal in eine Asphalt verschlingende Bestie! Bei beherztem Gaseinsatz durchbricht der gedopte 3er nach knappen 4,3 Sekunden die 100 km/h-Marke, gute 10 Sekunden spter steht der Zeiger bereits bei 200 km/h maximal sind knapp 320 km/h drin. Was fr eine irre Raserei. Auch die Negativbeschleunigung kann sich sehen lassen. An der Vorderachse arbeiten gewaltige Acht-Kolben-Bremssttel, die 380er-Bremsscheiben in die Zange nehmen und fr beachtliche Verzgerungswerte sorgen.

Trotz des V10 gibt sich die kleine Limousine handlich. Dank des perfekt abgestimmten Fahrwerks bleibt der Wagen auch in schnellen Kurven gut beherrschbar und verfgt ber eine Menge Grip. Leichtes bersteuern macht nicht nur Spa, sondern das Auto mitunter schneller insbesondere in Kurvenkombinationen. ber den Verbrauch sollte bei so einer Fahrmaschine ebensowenig geredet werden wie ber den eher drftigen Kofferraum.

Alles in allem gibt es bei dem kompakten Supersportler wenig Anla zu Kritik. Der H50 ist ein perfekter Kompromi zwischen alltagstauglicher Limousine und Rennwagen. Und er ist der beste Beweis dafr, da es manchmal absolut gengt, Bewhrtes neu zu kombinieren, anstatt das Rad immer wieder neu zu erfinden.

Autor: Marc Schttler

Stichworte:

Hartge

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