Hyundai hat endlich wieder einen Kombi im Programm. Der i30cw kommt mit vier Motoren und vier Ausstattungen zu Preisen ab 17.490 Euro. Fahreindrücke vom ersten Testtermin.
Von Joachim Staat Der junge Mann im Hafen von Cavtat bremst, geht vorsichtig auf den geparkten
i30cw zu, schiebt die Sonnenbrille hoch und fragt: "Der neue
Hyundai, nicht?!" Ja, schon. Kurz darauf rauscht ein Rollerfahrer heran, der kennt das Auto bereits. So viel Aufmerksamkeit für einen Kombi aus Korea? Aber vielleicht zeigt das Interesse der jungen Kroaten ganz einfach, dass der Markt nur auf solche bezahlbaren Lastesel wartet. Die Corolla,
Mazda oder Lancer sind still und leise ausgestorben, der Lantra als letzter Hyundai-Kombi verschwand 1999. Vans sind in der Regel teurer und durstiger. In diese Lücke zielt der Kombi von Hyundais neuer Kompaktreihe i30 – mit durchaus guten Aussichten.
Leiser Diesel, sparsamer Benziner – so macht die Basis Spaß
Optisch setzt der cw – das Kürzel steht für Cross Wagon – die Linie der fünftürigen Limousine fort, die im Sommer 2007 vorgestellt wurde. Das Design stammt vom Deutschen Thomas Bürkle, der im Rüsselsheimer Studie die Linien des Kombis entwarf. Sachlich, unpeinlich, solide. Und eben mit 25 Zentimeter längerem Heck, das 413 bis 1395 Liter (bei umgeklappten Rücksitzlehnen) schluckt. Der um fünf Zentimeter auf 2,70 verlängerte
Radstand kommt der Kniefreiheit im Fond ebenso zugute wie dem Fahrkomfort. Ein
Golf Variant als wichtigster Konkurrent packt etwas mehr Gepäck (505 bis 1495 Liter), zudem stören im
Hyundai die breiteren Radhäuser im Laderaum. Und die Hecktür schwenkt nur bis auf rund 1,80 Meter hoch. Doch ähnlich wie der
VW leistet der Hyundai sich nur wenige Schwächen. Solide Verarbeitung, angenehme Kunststoffe im Cockpit und feste Sitze zeigen, dass die Koreaner auf europäischem Niveau angekommen sind.

Gelungene Rückansicht: Der Koreaner beweist durchaus Stil. Das Design des Hecks erinnert ein wenig an Volvo.
Durchaus wörtlich zu nehmen, denn nach einer Anlaufzeit wird der Kombi auch im neuen Werk Nosovice gebaut werden. Das Fahrwerk ist mit
ESP und ausreichend Komfort familienfreundlich sicher ausgelegt, die beiden Basismotoren gefallen mit genügend Kraft. Der 1,6-Liter Benziner (126 PS) spielt den Sparer, der neue gleich große Diesel arbeitet angenehm leise und ist mit 115
PS Leistung, Common-Rail-Einspritzung und dem kostensparenden Nockenwellenantrieb (per Kette statt wartungsintensivem Zahnriemen) sogar eine Nasenlänge aktueller und moderner als
VW. Hyundai bietet den i30cw mit je vier Motoren und vier Ausstattungen zu Preisen ab 17.490 Euro an. Im Juli 2008 folgt der 1,6-Liter-Diesel auch mit 90 PS – eine Sparversion, die vor allem als Flottenfahrzeug angeboten wird. "Der i30 cw bietet ein überzeugendes Paket für mittelständische Unternehmer", meint Werner H. Frey.
Volle Familientauglichkeit
Hyundais Geschäftsführer hat ehrgeizige Pläne: Im Jahr 2010 soll seine Marke 80.000 statt 50.000 Autos wie 2007 verkaufen. Daran, so Frey, sei der i30 cw mit rund 6000 Fahrzeugen beteiligt. Serienmäßig sind in dem Kombi Klimaanlage, Audiosystem und Dachreling bereits an Bord, ab der zweiten Version Comfort fehlt so gut wie nichts, was einen Kombi voll familientauglich macht: Gepäcknetz, Rollo, vier Fensterheber, sogar eine Klimaautomatik ist an Bord. Der von AUTO BILD gefahrene i30cw 1.6 Comfort kostet 19.790 Euro. Das sind ein paar Tausender weniger als für einen vergleichbaren Golf Variant. Die Chancen stehen gut für ein Comeback des Kombis aus Korea.
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