Test Jeep Cherokee 2.8 CRD

Jeep Cherokee 2.8 CRD Automatik Jeep Cherokee 2.8 CRD Automatik

Test Jeep Cherokee 2.8 CRD Automatik

— 04.12.2008

Tradition modern

Der Jeep Cherokee bleibt ein Fall für den besonderen Geschmack: Tradition ist wichtig bei der US-Marke Jeep. Daher findet die dritte Cherokee-Generation teilweise wieder zur klassischen Linie zurück.

Der Jeep Cherokee der ersten Generation mit dem Typkürzel XJ war 17 Jahre lang ein Verkaufsrenner, dem rundlichen Nachfolger KJ – in den USA Liberty, in Europa wieder Cherokee genannt – blieb dieser Erfolg verwehrt: Speziell in der Alten Welt gefiel das zu kindliche, auf die Hauptzielgruppe der US-Hausfrauen zugeschnittene Froschaugengesicht gar nicht. Deshalb wurden dem neuen Cherokee die ungeliebten Rundungen wieder kantig gedengelt.

Karosserie und Qualität

Obwohl wieder eckiger und ohne das außen befestigte Ersatzrad am Heck, kann der KK, so das Modellkürzel, die Verwandtschaft zum Vorgänger nicht verleugnen. Abmessungen und Proportionen sind ähnlich, auch beim Raumangebot tat sich wenig. Bei Verarbeitung und Material musste arg gespart werden.

Fahrfreude und Antrieb

Der in Details überarbeitete, jetzt 177 PS starke Italo-Diesel von VM prägt mit seinem rauen, traktorartigen Lauf das Fahrerlebnis. Lenkung und Handling sprechen ebenso wie die auf niedrige Drehzahl bedachte Automatik den ruhigen Fahrer an.

Fahrleistungen

Der Jeep wirkt träger, als er ist: Er marschiert kernig, rennt mit Anlauf über 185.

Fahrwerk und Sicherheit

Mit deutlichen Aufbaubewegungen zollt der Cherokee seinem hohen Schwerpunkt Tribut und macht klar, dass er die sportliche Kurvenjagd nicht mag. Aber er bleibt sicher und beherrschbar, auch dank ESP; die Wirkung der standfesten Bremsen ist befriedigend – mehr nicht.

Geländetauglichkeit

Die Anlagen wären mit Untersetzungsgetriebe und hinterer Starrachse prima; leider verpatzen die auch durch den lächerlichen Pappdeckel-Auspuffschutz erbärmliche Bodenfreiheit und die enttäuschende Achsverschränkung den Notenschnitt.

Komfort

Der Motor klingt rau, aber die Federung kommt ihrer Aufgabe respektabel nach. Die Ausstattung ist komplett, die zu zierlichen Sitze gefallen weniger.

Preis und Kosten

Auch bei der Modellvielfalt muss Jeep sparen: Basismodell nur mit Schaltung, die besseren Varianten nur mit Automatik, attraktive Extras (z.B. Navi) sind mit der teuren Spitzenversion (38.490 Euro) zwangsgekoppelt.

Fazit von AUTO BILD ALLRAD-Redakteur Thomas Rönnberg

Der Jeep Cherokee bleibt ein Fall für den besonderen Geschmack: Dem urigen Design und der urwüchsigen Kraft stehen das mäßige Raumangebot und die blamable Bodenfreiheit gegenüber.
Technische Daten Jeep Cherokee 2.8 Automatik
Motor 4-Zyl.-Reihe, Turbodiesel, vorn längs
Hubraum 2777 cm³
Leistung 130 kW (177 PS) bei 3800/min
Drehmoment 460 Nm bei 2000/min
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben
Reifen (Testw.) 235/60 R 18
Leergewicht/Zuladung 2070/450 kg
Anhängelast gebremst/ungebremst 2675/750 kg
Länge/Breite/Höhe 4493/1839/1736 mm
Bodenfreiheit 170 mm
Wattiefe 500 mm
Böschungswinkel vorn/hinten 28°/30°
Rampenwinkel 21°
Achsverschränkung/Index 190 mm/70 %
Kraftübertragung
5-Stufen-Autom. mit Geländereduktion, Allrad perm. m. zentraler Lamellenkupplg. (v:h 0:100 – 50:50), Frontantr. abschaltb.; el. Bremseingr.v+h
Messwerte
0–100 km/h 11,3 s
0–130 km/h 20,6 s
60–100 km/h mit Kickdown 6,7 s
80–120 km/h mit Kickdown 9,4 s
Höchstgeschwindigkeit 186 km/h
Bremsweg aus 100 km/h kalt/warm 39,4/39,8 m
Normverbrauch/CO2-Ausstoß 9,0 l/242 g/km
Testverbrauch Ø (l/100 km) 10,8 l Diesel
Kosten
Steuer/Jahr (EU4, Euro 3) 432 Euro
Typklassen HPF/VK/TK 24/25/24
Grundpreis m. Aut. 35.490 Euro

Autor: Thomas Rönnberg

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