Test Jeep Wrangler 2.8 CRD

Jeep Wrangler 2.8 CRD Jeep Wrangler 2.8 CRD

Test Jeep Wrangler 2.8 CRD

— 30.06.2007

Für alles offen

67 Jahre war klar: Der klassische Jeep ist zu kurz, zweitürig und benzingetrieben. jetzt gibt es ihn auch lang, viertürig und mit Dieselmotor.

Auf den ersten Blick erkennt man: das ist ein Jeep. Nicht nur der siebenschlitzige Kühlergrill, auch die niedrige, steile Windschutzscheibe, die außen liegenden Türscharniere, die eckigen Radausschnitte geben sich betont traditionstreu. Der zweite Blick auf den neuen Wrangler Unlimited lässt an eine optische Täuschung denken: Da steht ein Wrangler, aber irgendwie ist er zu lang und hat zu viele Türen. Die Zeiten, als ein Geländewagen ausschließlich Turngerät für die Freizeit war, sind eben vorbei. Heute nutzt man den Allradler auch im Alltag, braucht Platz und will Spritkosten sparen. Und kauft daher bevorzugt viertürige Diesel – dem kann sich auch ein Jeep Wrangler nicht verschließen. Bedenken, er würde nun in der opportunistischen Beliebigkeit moderner SUV versumpfen, zerstreut aber schon das Modellprogramm.

Den wahren Fans hüpft das Herz im Leib

Jetzt gibt's ihn auch in lang, viertürig, mit Stoffdach und Dieselmotor.

Der neue Wrangler hat auch als Viertürer serienmäßig ein Stoffdach, und in der Basisversion Sport hat er – den wahren Fans hüpft das Herz im Leib – obendrein auch aushängbare Halbtüren mit Kunststofffenstern. Und damit ist der Unlimited nicht nur das weltweit einzige viertürige, sondern auch ein besonders luftiges und lustiges Cabrio. Elektrifiziert ist das Faltdach nicht – und auch nicht wirklich tauglich für fingernagelgelackte Damenhändchen. Aber wer das Verdeck des bisherigen Wrangler begriffen hat, kommt auch mit dem des Unlimited klar: Faktisch ist gegenüber dem Zweitürer nur je ein zusätzlicher Bedienschritt notwendig zum Öffnen und Schließen. Gegen Aufpreis kann man das Softtop durch ein Hardtop ersetzen oder auch ergänzen. Das Hardtop ist stets dreigeteilt; man kann die beiden vorderen Teile ohne Werkzeug herausschrauben und genießt dann eine Art erweitertes Schiebedachgefühl. "In Kauf nehmen" muss man bei allen Hardtops aber zentralverriegelte, vollständige Türen mit richtigen, sogar elektrisch versenkbaren Glasfenstern. Das Modellprogramm ist überschaubar. Eine einfache und eine bessere Ausstattung gibt es, einen Benziner und einen Diesel, das Ganze jeweils als kurzen Zwei- oder langen Viertürer.

Für alles offen – Wrangler Sport, Rubicon oder Unlimited Sahara

Das einzige viertürige Serien-Cabrio ermöglicht viel Frischluft-Fahrspaß.

Die einfache Ausstattung heißt immer Sport, hat immer ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Die bessere Variante hat immer Automatik – beim Diesel mit fünf, beim Benziner mit vier Stufen, beim Zweitürer heißt sie Rubicon, beim Viertürer Sahara. Auf der Straße fühlt man sofort den Unterschied zu früher. Die um 14 Zentimeter gewachsene Breite lässt den Wrangler viel satter auf der Straße liegen. So konnten Federn und Dämpfer weicher werden: die Federung arbeitet nun recht erfolgreich. Nicht so richtig perfekt gelingt – gibt man dem Jeep auf schlechter Straße die Sporen – die Zusammenarbeit des stets serienmäßigen ESP mit dem Starrachs-Fahrwerk: Die Fahrhilfe greift bisweilen etwas unmotiviert ein, wenn die Räder mal über ein Schlagloch stolpern oder die Hinterachse in einer welligen Kurve ein paar Zentimeter versetzt.

Nicht ganz perfekt ist auch die Abstimmung des Dieselmotors geglückt. Der Common-Rail-Vierzylinder von VM kommt offenbar mit dem im Wrangler serienmäßig eingebauten Rußpartikelfilter nicht so gut zurecht. Der Motor zieht zwar schon bei Leerlaufdrehzahl tapfer, ab 1500 Touren kernig los. Aber dafür ist, wenn man aufs Gas tritt, bei eigentlich jeder Drehzahl ein etwa anderthalbsekündiges Turboloch zu überwinden: Man muss, sozusagen, schon am Kurveneingang aufs Pedal treten, damit dann im Scheitelpunkt der Schub da ist. Dafür lässt der Diesel, nach den Normverbrauchswerten zu schließen, auf sparsamen Umgang mit dem Sprit hoffen. Für den stocksimplen, spontan auf Gas reagierenden OHV-Benziner gilt das natürlich nur eingeschränkt; gegenüber dem bisherigen 4.0-Reihensechser ist der 198 PS starke V6 aber immerhin sparsamer.

Der Kurze für den passionierten Offroader

Der Rubicon ist besonders auf die Bedürfnisse von Geländefahrern ausgerichtet.


Wer gerne ins Gelände fährt oder einfach nur den Zusatzplatz des Viertürers nicht braucht, kann natürlich auch den neuen Wrangler als 53 cm kürzeren Zweitürer bekommen. Technik- und Modellprogramm entsprechen weitgehend dem Unlimited. Allerdings heißt die nur mit Automatik lieferbare bessere Version hier Rubicon und ist besonders auf die Bedürfnisse von Geländefahrern ausgerichtet. Dazu hat der Rubicon eine ganz besonders wirksame, weil kurz ausgelegte Geländeuntersetzung (4:1 statt 2,72:1), außerdem mechanisch schaltbare Differenzialvollsperren in beiden Achsen und einen auskoppelbaren Vorderachsstabilisator für noch mehr Achsverschränkung. Auf den Fotos das Basismodell Sport; das Hardtop statt Softtop kostet 3200 Euro extra, Hardtop zusätzlich zum Softtop 4060 Euro. Volltüren mit Glasfenstern sind beim Hardtop immer dabei.

Autor: Thomas Rönnberg

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