Test Kia Kee

Test Kia Kee Test Kia Kee

Test Kia Kee

— 18.09.2007

Grün ist die Hoffnung

Die IAA ist diesmal besonders grün. Besonders bei Kia - die spektakuläre Coupé-Studie beweist es auf den ersten Blick. Und weckt natürlich Serien-Gelüste. AUTO BILD ist Probe gefahren.

Vorhang auf, Spot an. Erster Eindruck: ziemlich gewagt für einen Kia. Das stechende Grün könnte aus der Farbpalette des seligen Lancia Stratos stammen. Und die knackigen Proportionen neutralisieren das vergleichsweise biedere Frontantriebs-Chassis. Der Innenraum entpuppt sich als Raum-Wunder mit vier vernünftigen Sitzen plus Riesen-Gepäckabteil unter der praktischen Heckklappe. Der Kia Kee ist kein Papiertiger. Er hat in Italien beim Prototypen-Hersteller Modarte das Laufen gelernt – und das gar nicht mal schlecht. Die Start-Prozedur erinnert an den Mercedes McLaren SLR: Schutzkappe am Wählhebel wegklappen, Anlasserknopf drücken, Ohren spitzen, wundern. Vierzylinder klingen anders. Hier ist ein neuer, noch streng geheimer V6 am Werk, der direkt einspritzt und mit einem sequenziellen Sechsgang-Getriebe kooperiert. Damit endlich Schluss ist mit dem Gerede vom Lowtech-Einheitsbrei made in Korea.

Das Einzelstück kostet rund eine Million Euro

Serienchancen gering: So wird demnächst wohl kein Kia auf die Straße rollen. Schade.

Platz nehmen hinter dem Drei-Speichen-Lenkrad. Die meisten Studien sind rollende Folterkammern. Der Kia Kee ist dagegen geräumig, hell, bequem, funktional. Statt Leder haben die Designer das Cockpit mit einer neuen, griffsympathischen Oberfläche namens Microvelvet ausgekleidet. Die Sitze sind mit metallischem Netzgewebe bezogen, und die verchromte Mittelkonsole funkelt wie ein Meisterstück von Cartier. Völlig unaufgeregt wirkt dagegen die Instrumententafel mit dem großen Touchscreen-Monitor. Wir starten. Der V6 blubbert schon bei Standgas wie ein Heavy-Metal-Geysir. Geschaltet wird durch kurzes Ziehen am Wählhebel. Einmal ziehen, und das Räderwerk schlürft von P in N, zweimal ziehen, und wir sind in D. Das eine Million Euro teure Einzelstück schießt los wie Kermit nach drei doppelten Grappa. Leichtes Lupfen nimmt den nächsten Gang in die Pflicht. Der Sound klingt so durchdringend-genial, dass wir uns um den Blutdruck des Beifahrers ernste Sorgen machen.

Teile des Kee-Designs gehen an anderen Kia in Serie

Der Innenraum mit zentralem Drehzahlmesser und abgeflachtem Lenkrad wirkt edel.

Auch der optische Eindruck überzeugt. Der Kee ist trotz seiner Viersitzigkeit ein echter Sportwagen. Abgesehen von den extremen 245/40-R-20-Reifen und dem teuren LED-Licht könnte er so, wie er hier auf und ab rollt, übermorgen in Produktion gehen. Doch das wird wohl nicht der Fall sein. "Wir wollen mit diesem Auto unterstreichen, welchen hohen Stellenwert Design für die Marke Kia hat", erklärt Designchef Peter Schreyer, der vorher bei VW gestaltete. "Eine Serienfertigung ist nicht geplant, aber es lohnt sich, bestimmte Stilelemente wie den Grill, die markanten Scheinwerfer oder die umgreifende Heckscheibe im Auge zu behalten." Was Schreyer nicht sagt: Vom Kee ließe sich ohne großen Aufwand ein Cabrio realisieren, das auf einer der nächsten Messen debütieren dürfte. Außerdem ist es kein Geheimnis, dass Partnermarke Hyundai den Nachfolger seines Coupés 2009 auf eine neue Heckantriebs-Plattform stellen wird. Es wäre doch wirklich schade, wenn dieses Konzept ungenutzt an Kia vorbeiginge.

Autor: Georg Kacher

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