Test Land Rover Freelander 2

Fahrbericht Land Rover Freelander 2 Fahrbericht Land Rover Freelander 2

Test Land Rover Freelander 2

— 04.12.2006

Der zielt auf BMW

Der Land Rover Freelander 2 sieht aus wie ein Range und punktet auf jedem Terrain. Ein harter Brocken für Konkurrenten wie den BMW X3.

"Irgendwie wollte der Freelander bislang nicht zu unseren anderen Modellen passen", gibt Land-Rover-Designer Geoff Upex zu. "Darum haben wir ihn näher an Discovery und Range gerückt." Stimmt. Der neue Freelander sieht wirklich aus wie ein kleiner Range Rover – trutzig, geometrisch und klar. Hier wird nichts verweichlicht und geschnörkelt, sondern sein Design sendet klare Signale: Ich sehe nicht nur aus wie ein Offroader, ich bin auch einer.

Damit hebt sich der Freelander 2 erfrischend vom Trend in diesem Segment ab. Wo Honda CR-V und Toyota RAV4 weit von ihrer ursprünglich kompakt-quadratischen Ausprägung abgerückt sind, schwimmt der Engländer gegen den Strom. 2500 Stück möchte der deutsche Importeur nächstes Jahr verkaufen. Das ist zu schaffen. Mit dem Nachfolger der 1997 vorgestellten Erstausgabe ist der Ford-Tochter ein großer Wurf gelungen. Nicht nur optisch.

Toller Kompromiss: Der Freelander überzeugt auf und neben der Straße.

Trotz des robusten Auftritts ist der Neue kein harter Hund. Seine Federung verdient Lob. Sie reagiert auf Unebenheiten geschmeidig und hebt den Komfort über die holzigen Gepflogenheiten eines BMW X3. Und das ist gut so: Nicht bedingungslose Dynamik macht ein SUV begehrenswert, sondern seine stimmige Ausgewogenheit. Schließlich muss ein Offroader nicht so dynamisch um die Ecken flitzen wie ein Sportwagen. Auf und neben der Straße verfügt der neue Freelander über eine Fahrwerkabstimmung, die fast alle Ansprüche erfüllt. Ein nahezu perfekter Kompromiss. Nur bei zackigen Richtungsänderungen reagiert der Vorderwagen taumelig, und die Spurhaltung wird unpräzise. Eine Mitschuld daran trägt die leichtgängige Lenkung, die zu wenig Rückmeldung liefert.

Leider folgt der Freelander der unsinnigen Startknopf-Mode: erst Schlüssel in den Schlitz, dann Knopf drücken. Was soll das? Ein Komfortgewinn ist das nicht. Immerhin genügt ein kurzer Druck, und der Motor zündet per Easy-Start; das haben nicht mal die größeren Brüder zu bieten. Angenehm die überlegene Sitzposition. Die Motorhaube liegt komplett im Blickfeld des Fahrers, hinten erleichtern die üppigen Glasflächen die Rundumsicht. Kein Wunder: Gegenüber dem X3 sitzen Freelander-Insassen fast sieben Zentimeter höher über der Fahrbahn. Ein Umstand, den vor allem ältere Fahrer zu schätzen wissen, weil so der Einstieg noch leichter fällt.

Nur zwei Motoren: ein Diesel und ein Benziner

Keine Anstrengungen verursacht auch die Auswahl der Motoren. Es gibt nur zwei: einen 3.2-Reihensechszylinder mit 233 PS und einen 2.2-Vierzylinder-Diesel mit 160 PS, der in Deutschland eine Bestellrate von mehr als 80 Prozent erreichen dürfte. Der quer eingebaute Selbstzünder arbeitet leise und zieht ab 2000 Touren mit satten

Der 2.2-Vierzylinder-Diesel mit 160 PS zieht ordentlich durch.

400 Newtonmetern so kräftig an, wie man es von einem modernen Turbodiesel erwartet (1800 Bar Piezo-Einspritzung, Ausgleichswellen, Rußpartikelfilter). Das Sechsganggetriebe von Getrag harmoniert gut mit dem Diesel und lässt sich spielerisch schalten. Die Automatik hat ebenfalls sechs Stufen und kostet Aufpreis. Im Benziner ist sie serienmäßig verbaut.

Ob Schalter oder Automat, ob Benziner oder Diesel – alle Antriebsvarianten legen neben guten Straßeneigenschaften auch beeindruckende Offroadtalente an den Tag. Auf festem Untergrund ist der Freelander als Fronttriebler unterwegs. Im Gelände und auf verschneiten Straßen verbessert eine elektronisch gesteuerte Haldex-Kupplung die Traktion, indem sie variabel bis zu 100 Prozent der Antriebskraft an die Hinterachse leitet.

Mit dem Terrain Response System meistert der kleinste Land Rover auch schweres Gelände.

Optimierungsmöglichkeiten dabei bietet das sogenannte Terrain Response System, das der Freelander 2 ebenfalls von Discovery und Range Rover übernimmt und eine Anpassung an die Fahrbahnbeschaffenheit erlaubt. Mit einem satt einrastenden Drehknopf vor dem Schaltknauf lässt sich der 4x4-Antrieb für Gras/Schnee, Schlamm oder Sand optimieren und so Mitreisende beeindrucken, wenn der kleinste Land Rover schweres Gelände meistert. Geübte Fahrer kommen aber auch problemlos ohne den Zauberschalter aus und können so 3400 Euro sparen. Denn das Grundmodell hat kein Terrain Response und kostet als Diesel ab 30.900 Euro (Benziner ab 38.800 Euro).

Mit diesem Preis wird der neue Freelander ab Ende März 2007 zu einem verlockenden 4x4-Angebot. Schließlich gibt es dafür den Allrad-Adel einer englischen Traditionsmarke. Dabei bleibt er beinahe volkstümlich, denn preislich liegt er dem Honda CR-V und Toyota RAV4 deutlich näher als dem teuren Marktführer BMW X3.

Fazit von AUTO BILD-Testredakteur Jörg Maltzan


Bravo! Der erste Fahreindruck des Freelander überzeugt. Markantes Design, hoher Komfort und echtes Offroadtalent machen ihn zum stimmigen SUV. Im Gegensatz zum Vorgänger

Bravo! Der Freelander zeigt sich als stimmiges SUV.

zeigt der Neue Klasse mit Masse, ohne klobig zu sein. Er ist die längst fällige Erweiterung der britischen Offroad-Palette nach unten. Wer sich einen Range Rover nicht leisten kann (oder will), ist mit dem Freelander bestens bedient.

Technische Daten Freelander TD4 E

Reihenvierzylinder-Turbo, vorn quer • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 2179 cm³ • Leistung 118 kW (160 PS) bei 4000/min • max. Drehmoment 400 Nm bei 2000/min • Allradantrieb • Sechsgang manuell • Beschleunigung 0–100 km/h 11,7 s • L/B/H 4500/1910/1740 mm • Höchstgeschwindigkeit 181 km/h • Verbrauch 7,5 Liter Diesel (EU-Mix) • Preis 30.900 Euro

Autor: Jörg Maltzan

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