Test Le Mansory Convertible — 24.09.2007
Die weiße Wucht
Edeltuner Mansory zeigt seine jüngste Kreation: einen Bentley Continental GTC mit komplett neuem Lack und Interieur, tiefer gelegter Karosserie und 650-PS-W12. AUTO BILD SPORTSCARS war auf Traumreise.
Neben frisierten Golf II wirkt der Mansory wie ein UFO
Bei der ersten Ausfahrt auf engen Sträßchen in der ländlichen Idylle, zwischen Traktoren und den frisierten VW Golf II der Dorfjugend wirkt der Le Mansory Convertible dagegen wie ein Ufo. Beim Fotoshooting nähern sich die Schaulustigen vorsichtig dem weißen Riesen, dessen Wide-Body-Karosserie mitten im Grünen gar nicht mehr so wuchtig aussieht wie eben noch in der mit schwarzem Granit ausgelegten und von Neonlicht erhellten Designerhalle des Edeltuners. In gehörigem Respektabstand zücken sie ihre Handy-Cams – schließlich will man ja dem feinen Leder, das liebevoll mit Ziernähten versteppt und dem Schriftzug "Le Mansory" in den Kopfstützen versehen ist, oder dem mit glänzend schwarzem Klavierlack beschichteten Metallrahmen des Verdeckkastens keinen Schaden zufügen. Überhaupt die Sitze. Elektrisch einstellbar und mit einem hochfesten Rahmen aus Carbonwerkstoff versehen, lockern sie die Atmosphäre zusammen mit einigen wenigen Applikationen aus mattem Aluminium wohltuend auf. Auch die gelochte Pedalerie in Rennoptik erinnert mit dieser technisch anmutenden Note daran, dass auf den mächtigen geschmiedeten 22-Zöllern ein verkappter Sportwagen steht und kein eitler Salonlöwe.Der W12 erlaubt Fahrleistungen auf Sportwagen-Niveau
Mittels Eingriff in die Motorelektronik, einer Sportabgasanlage und neuer Luftfilter leistet der doppelt aufgeladene Zwölfzylinder 650 PS – 40 PS mehr als der jüngst aufgelegte Bentley Continental GT Speed. Da verwundert es nicht, wenn der 2,5-Tonner bei Vollgas sein Gewicht schlicht ignoriert und aus dem Stand in 4,4 Sekunden das maximal erlaubte Landstraßentempo erreicht. Begleitet von einem sonoren Brummen, das erst bei höheren Drehzahlen einen heiseren Unterton an den Tag legt, gleitet der Mansory-GTC geschmeidig über jegliche Unebenheiten, die die kommunale Flickschusterei dem Straßenbelag mit der Zeit zugefügt hat.Trotz 30 Millimeter Tieferlegung und extrem sportlicher Niederquerschittsbereifung beeindruckt der Viersitzer dabei mit erstaunlich hohem Restkomfort. Ruhiges Gleiten beherrscht er genauso souverän wie die forcierte Gangart. Ansatzlos beschleunigt der Allradler und kommt dank vehement zupackender Brembo-Bremsen ebenso schnell wieder zum Stillstand. Nur 24 Exemplare des Le Mansory Convertible sollen entstehen. Wer einen möchte, muss für 197.055 Euro zunächst einen Serien-GTC kaufen und diesen dann zusammen mit weiteren 173.502 Euro bei Mansory abliefern. Nach etwa zehn Wochen Umbauzeit bekommt er dann sein individuell lackiertes Schmuckstück mit einem Interieur nach Wunsch ausgehändigt. Vorausgesetzt, er findet den Weg nach Brand.
| Technische Daten* | Le Mansory Convertible |
|---|---|
| Motor | W12, Bi-Turbo |
| Einbaulage | vorn längs |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/4 |
| Hubraum | 5998 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 478 (650) bei k. A. |
| Literleistung | 108 PS |
| Nm bei 1/min | 780/2000 |
| Antriebsart | Allrad |
| Getriebe | Sechsstufen-Automatik |
| Bremsen vorn | 412 mm/innenbelüftet |
| Bremsen hinten | 405 mm/innenbelüftet |
| Radgröße vorn / hinten | 10J x22 |
| Reifen vorn / hinten | 265/35ZR22 / 305/30ZR22 |
| Reifentyp | Dunlop SP Sport Maxx |
| Länge/Breite/Höhe | 4804/1924/1368 mm |
| Radstand | 2745 mm |
| Leergewicht/Zuladung | 2475 kg/425 kg |
| Leistungsgewicht | 3,8 kg/PS |
| Tankinhalt | 90 l |
| EU-Normverbrauch Ø auf 100 km | ca. 18,7 l Super Plus |
| Beschleunigung von 0–100 km/h | ca. 4,4 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 330 km/h |
| Preis (ohne Extras) | 370.557 Euro |
| *Herstellerangaben | |
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