Lexus LS 460 gegen Mercedes S-Klasse

Test Lexus LS 460 gegen Mercedes S-Klasse

— 07.08.2006

Kommt hier das beste Auto der Welt?

Lexus will die ideale Luxuslimousine bauen. Der neue LS 460 bietet modernste Technik, frisches Design und schielt wieder gen Mercedes. Wo steht der Japaner im Vergleich zur neuen S-Klasse?

Das Wichtigste vorweg: Nein, dieser Lexus hat noch nicht den Hybridantrieb, der so viel Wind macht. Die Japaner prsentieren zunchst den LS 460, ihre neue Toplimousine, nur mit V8-Benziner. Das Hybridmodell mit dem aufgesattelten Elektromotor, das LS 600 heien soll, folgt erst 2007.

Womit, auch ohne Hybrid, zumindest eines erreicht wre: ber das Toyota-Flaggschiff wird schon jetzt mehr geredet als je zuvor in seiner Dornrschen-Karriere. Denn die "ideale Luxuslimousine", so der Anspruch von Toyotas Edelmarke, schlummert hierzulande dahin seit 1990 bescheidene 6153mal verkauft. Zum Vergleich: Mercedes lieferte bei uns allein 2005 rund 50.000 S-Klassen aus. Ganz anders in den USA, wo der groe Lexus deutsche Nobelkarossen seit Jahren abgehngt hat.

Im November kommt also der LS 460. Auch die vierte Generation des japanischen Flaggschiffs schielt wieder unverkennbar gen Stuttgart und will vor allem eines: besser sein als die Deutschen. Was beim Image noch fehlt, soll eine klotzende Breitseite von High-Tech-Neuheiten wettmachen: Achtstufen-Automatik, neuer 4,6-Liter-Motor, gegen Aufpreis beste Pre-Crash-Sicherheit als ob Toyotas Design-Papst Wahei Hirai nicht genau wsste, dass vor allem der erste Anblick zhlt.

Ein Hintern la Jennifer Lopez: Beim LS ist ordentlich was dran.

Und da kann der neue LS sich endlich im Kreis der Groen sehen lassen. Ruhige Flchen, wuchtige Flanken, krftiger Stand auf der um 45 Millimeter gewachsenen Spur der japanische Drang, ein groes Auto hinzustellen, wirkt nicht gezwungen, sondern selbstsicher. Und Details wie gewaltige Endrohre oder der kecke Fahrlichtkranz demonstrieren stolzen Mut. Nur der hintere Stofnger trgt einen unpassenden Ring Wohlstandsspeck. Im Vergleich wirkt der S 500, der fast auf den Zentimeter genauso gro ist, beinahe zierlich. Und innen eine Spur luftiger dank schmalerer Dachsulen und grerer Glasflchen.

Beide Fnf-Meter-Schiffe bieten Platz im berfluss und Luxus bis zur Spielgrenze: Schlsselloses Trffnen, elektrisch verstellbare Sitze, Leder und Holz sind serienmig, im Lexus auch ein Navigationssystem. Die hinteren Einzelsitze (Aufpreis) im Test-LS schweben zwischen Ministersessel und Kinoqualitt: In der Mittelarmlehne stecken separate Sitz- und Klimaeinstellung, Eisfach und die Bedienung des DVD-Systems mit Monitor im Dachhimmel. Gibt's bei Mercedes auch.

Im Cockpit entscheidet nur der persnliche Geschmack. Rund ums Lenkrad des Lexus sprieen die Schalter wie Pilze nach dem Regen wer beim iDrive von BMW verzweifelt, erlebt im LS 460 die klassische Suchaufgabe.

Qualitt und Ausstattung im Edel-Toyota sind premium.

"Das wollen unsere lteren Kunden", entgegnen die Lexus-Entwickler. Die S-Klasse, die ihren kleinen Schalthebel an die Lenksule verbannt hat, ist deutlich aufgerumter.

Fr das Ziel, wieder den komfortabelsten Antrieb der Luxusklasse zu bauen, hat Lexus das ganze Auto neu konstruiert. Der summende 4,6-Liter-Achtzylinder lst den Konflikt "Saugrohr- oder Direkteinspritzung?" auf seine Weise: Er hat beides. Je nach Last wird der Kraftstoff vor oder hinter den Ventilen eingespritzt. Ergebnis sind 380 PS, beste Abgaswerte und 5,7 Sekunden bis 100 km/h. Die weltweit erste Automatik mit acht Stufen soll so sanft schalten wie ein Schmetterlingsflgel schlgt. Die S-Klasse hat sieben Stufen, holt ihre 388 PS aus dem greren Hubraum von 5,5 Litern.

Doch entscheidend ist immer die Reisequalitt, und da will Lexus wieder der Flstermeister seiner Klasse sein. Dafr sind groe Teile des Fahrwerks aus Alu. Luftfederung mit elektronischer Dmpferverstellung ist serienmig an Bord. An deren Europa-Abstimmung arbeiten die Techniker derzeit ebenso mit Hochdruck wie an der elektrischen Lenkung mit variabler bersetzung. Beides war bislang amihaft soft ausgelegt, das straffere Luftfahrwerk der S-Klasse gilt hier als Mastab.

Beim Preis (vermutlich knapp 80.000 Euro) drfte der LS deutlich unter dem des Mercedes (89.668 Euro) liegen, die Ausstattung steht nicht fest. Das gilt auch fr die beiden Sicherheitspakete, die Abstandsradar, Heck-Kollisionswarner und Fahrerberwachung auf neue Weise kombinieren. Sie allein sind einen eigenen Test wert, da drfen wir uns schon mal anschnallen. Nur einen Diesel wird es im LS nie geben. Dafr den Hybrid. Das japanische Dornrschen erwacht.

Fazit von AUTO BILD-Testredakteur Joachim Staat Kein Zweifel, Lexus ist oben angekommen. Technisch fhrt der LS 460 keinem vergleichbaren Mercedes, Audi oder BMW mehr hinterher. Der Entwicklungsschritt vom alten zum neuen LS ist mindestens so gro wie der vom Mercedes W 220 zur aktuellen S-Klasse. Keine Frage: Dieser neue Lexus ist eine echte Alternative zu den deutschen Luxus-Linern, die hchstens noch in einer Disziplin punkten knnten: der Fahrdynamik.

Technische Daten Lexus LS 460 V8 4 Ventile pro Zylinder 4 obenliegende Nockenwellen Hubraum 4608 cm Leistung 280 kW (380 PS) bei 6400/min max. Drehmoment 493 Nm bei 4100/min Hinterradantrieb Achtstufen-Automatikgetriebe Luftfedersystem Kofferraum 510 Liter Tank 84 Liter Lnge/Breite/Hhe 5030/1875/1465 mm Reifen 235/50 R18 Leergewicht 1945 kg Spitze 250 km/h 0100 km/h in 5,7 s Verbrauch 11,1 l Super/100 km Preis ca. 80.000 Euro

Technische Daten Mercedes-Benz S 500 V8 4 Ventile pro Zylinder 4 obenliegende Nockenwellen Hubraum 5461cm Leistung 285 kW (388 PS) bei 6000/min max. Drehmoment 530 Nm bei 2800/min Hinterradantrieb Siebenstufen-Automatikgetriebe Luftfedersystem Kofferraum 560 Liter Tank 90 Liter Lnge/Breite/Hhe 5076/1871/1473 mm Reifen 235/55 R17 Leergewicht 1940 kg Spitze 250 km/h 0100 km/h in 5,4 s Verbrauch 11,9 l Super/100 km Preis 89.668 Euro

Autor: Joachim Staat

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