Test Lexus LS 600h/Mercedes S 400 Hybrid — 25.05.2009

Luxus mit weißer Weste

Von wegen Verzicht auf Leistung: Die S-Klasse mit neuem Hybridmotor zieht endlich mit dem Trendsetter Lexus gleich. Doch die gemeinsame Ausfahrt der Limousinen zeigt: Wo Hybrid draufsteht, steckt noch lange nicht das Gleiche drin.

Hybrid – das galt in der Oberklasse lange als Domäne von Lexus. Jetzt endlich tritt auch Marktführer Mercedes mit dem S 400 Hybrid auf die Verbrauchs- und Abgasbremse. Wir haben mit den zwei umweltfreundlichsten Nobelautos der Welt eine fast CO2-neutrale Landpartie unternommen. Obwohl beide Fünf-Meter-Schiffe ähnliche Ziele verfolgen, birgt der technische Ansatz weniger Gemeinsamkeiten als erwartet. Die geliftete S-Klasse setzt auf einen V6-Benziner, Mildhybrid und viele kleine Spartricks, der LS 600h dagegen auf V8, Vollhybrid und satten Luxus. Anders gesagt: Wo Hybrid draufsteht, ist nicht immer nur Downsizing und Demut drin. Den Beweis dafür liefert der Lexus, dessen V8 bei Bedarf so gut geht wie ein V12, der aber beim Gasstreicheln so wenig verbraucht wie ein V6. So brav und bieder der Lexus zuerst wirken mag – wenn der Fahrer den Bleifuß senkt, erinnert die Beschleunigung an den Turbo-Effekt guter Sportwagen.

Öko-Wunder vollbringen beide Autos bestenfalls im Stadtverkehr

Der Sechszylinder im S 400 fühlt sich immer rauer und unkultivierter an, dafür schluckt er bei zurückhaltender Fahrweise kaum mehr als manche Vierzylinder. Der Mercedes addiert seine 20 Elektro-PS nur im unteren Geschwindigkeitsbereich zu den 279-Basis-PS des 3,5-Liter-V6. Von dieser defensiven Auslegung profitiert natürlich der Verbrauch, der bei unserer ersten Ausfahrt laut Bordcomputer zwischen 9,7 und 11,2 Litern schwankt. Der Lexus begnügt sich theoretisch mit 9,3 Litern, doch wenn die 445 PS öfter abgerufen werden, schluckt er 11,3 bis 15,1 Liter. Und die Skala ist dann wohl aus Scham tiefrot eingefärbt. Kleine Öko-Wunder vollbringen beide Autos bestenfalls im Stadtverkehr, wo die Werksangaben von 11,3 Litern (LS 600h) und 10,9 Litern (S 400) der Nachprüfung standhielten.

Der Hybrid entspricht dem Charakter des S 400

Gewöhnungsbedürftig: Die Bremse des S 400 erscheint trotz des längeren Wegs und höheren Pedaldrucks seltsam gefühllos.

Der alternative Antrieb passt gut zum souveränen Charakter des Big Benz, der lieber gleitet als hetzt. Nach dem Motor-Aus beim Ampelstopp vermittelt das zusätzliche Anfahr-Drehmoment von 160 Nm zwar einen Extrakick beim Ampelstart, doch in der Folge versickert ein Teil der Energieströme zumindest subjektiv im Labyrinth der Technik. Besonders gewöhnungsbedürftig wirkt die Bremse, die trotz längeren Wegs und höheren Pedaldrucks seltsam gefühllos erscheint. Dafür sorgt die Elektronik während der Beschleunigungsphase für nahtlose Übergänge und für ein sanftes Ein- und Ausblenden des E-Werks.

Im LS 600h lässt sich das Zusammenspiel der Kräfte unmittelbar erleben, auch bei Gaspedal und Bremse liegt zwischen Ursache und Wirkung nur ein Wimpernschlag. Wer hätte das gedacht? Der Lexus trifft ins Herz, der Mercedes beglückt den Verstand. Eindeutig fällt der Preisvergleich aus: Der S 400 Hybrid kostet 9163 Euro mehr als der S 350 Benziner, der kaum langsamer ist. Und 12.316 Euro mehr als der S 350 CDI mit dem saftigen Diesel, der laut Werk 7,6 Liter verbraucht. Der Hybrid wird einen schweren Stand haben.
TECHNISCHE DATEN
Mercedes S 400 Hybrid Lexus LS 600h
• V6, vorn längs • Hubraum 3498 cm3 • Leistung 205 kW (279 PS) bei 6000/min • max. Drehmoment 350 Nm bei 2400/min • E-Motor • Leistung 15 kW (20 PS) • Nenndrehmoment 160 Nm • Hinterradantrieb • Siebenstufen-Automatik • Reifen 235/55 R 17 • L/B/H 5096/1871/1479 mm • Verbrauch EU-Mix 8,1 l Super/100 km • CO2 -Ausstoß 189 g/km • V8, vorn längs • Hubraum 4969cm3 • Leistung 290 kW (394 PS) bei 6400 U/min • max. Drehmoment 520 Nm bei 4000 U/min • E-Motor • Leistung 165 kW (224 PS) • Nenndrehmoment 300 Nm • Allradantrieb • stufenlose Automatik • Reifen 245/45 R 19 • L/B/H 5030/1875/1480 mm • Verbrauch EU-Mix 9,3 l Super/ 100 km • CO2 -Ausstoß 219 g/km
Preis: ab 85.323 Euro Preis: 101.900 Euro

Mild- oder Vollhybrid? Der große Unterschied

Als erstes Serienauto vertraut der S400 Hybrid auf besonders leistungsfähige Lithium-Ionen-Akkus, die Toyota für noch nicht serienreif hält. Der S-Klasse-Hybrid packt den 20-PS-Elektromotor zwischen V6-Benziner und die Siebenstufenautomatik – deshalb sind Schaltrucke zu spüren. Auch der Lexus besitzt ein Stopp-Start-Modul und ein System zur Bremsenergie-Rückgewinnung. Sein Elektromotor leistet 224 PS und 300 Nm – damit kann man auf kurzen Strecken auch rein elektrisch fahren. Die Nickel-Metallhybdrid-Batterien des Lexus-V8 sind in puncto Energiedichte, Wirkungsgrad, Gewicht und Bauraum der Mercedes-Lösung unterlegen. Zu den Besonderheiten des LS gehören die stufenlos variable Übersetzung des Automatikgetriebes und der permanente Allradantrieb.
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Mit dem S 400 Hybrid haben Gutmenschen mit viel Geld endlich eine europäische Alternative zum Lexus LS 600h. Der Mercedes ist sparsam und sauber, überzeugt aber noch nicht in allen Details. Vor allem aber macht der starke Japaner im Vergleich viel mehr Spaß.

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Kommentare zum Artikel (23)

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25.02.2012, 14:08Uhr

Jetzt fahre ich ein Honda Accord und bin voll zufrieden mit ihm,
nächstes Jahr hole ich mir denn Lexus GS 300
also Leute ganz einfach selbst fahren und sich überzeugen lassen
den die deutschen schwächeln auch langsam bei der Qualität
vorallem bei solchen hohenpeißen.

Und noch etwas mit den Japanern war ich nie in der Werkstatt außer ölwechsel oder bremse.

Zitat
25.02.2012, 14:07Uhr

Den es ist ja bekannt das der Japanische Markt noch nicht so verbreitet ist,
aber ich selbst bin von Japanern echt überzeugt hatte ein BMW 318is früher
nach 19 Jahren fing er an den Geist aufzugeben.
Dann kam der Toyota Celica Bj 1989 er wahr ein Jahr älter
als der BMW und hatte zu 98% garkein Rost und der Motor bräuchte
kein Öl wie es bei BMW, Audi, VW , Mercedes usw ist.

Zitat
25.02.2012, 14:05Uhr

Hey Leute der Mercedes gehört in die schwarze Tonne.
Nur weil die meisten Zeitschriften oder Sendungen,
von Mercedes oder anderen deutschen Herstelern
unterstützt werden, schreiben die natürlich nur was
gutes über die deutschen Hersteler wie Audi,BMW,Mercedes
und Porsche.

Harry
21.10.2010, 11:34Uhr

Für mich ist der Lexus ganz klar das bessere Fahrzeug.
Ist doch das selbe wie beim Nissan GT-R und Porsche 911 Turbo, man kann aus dem Text der Testberichte klar den Gewinner ermitteln, nur will es von den deutschen Redakteuren einfach keiner zugegeben das auch ein Porsche oder Mercedes einmal einen Vergleichstest verlieren kann.

Bin selber Gebrauchtwagenhändler und fahre privat einen Lexus Gs 300 Bj. 1998 mit 270.000 km, ich habe noch nie ein Fahrzeug in diesem Alter und mit der Laufleistung gesehen das technisch so gut in Schuss ist wie der Lexus.

Mercedesw140
10.11.2009, 02:59Uhr

Ich hasse es das der Lexus ein besseres Auto als der Mercedes darstellt aber es ist nun mal so.Der Lexus ist das weit ueberlegenere Auto.Hat viel Mehr Elektronik drin und zu mindest in USA ein groesseres Wiederverkaufswert.




http://www.youtube.com/watch?v=jzZw5NMWD7s



Vielleicht wird Mercedes wieder aufsteigen.HOFFENTLICH.

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