Test Maserati Grand Turismo S

Maserati Grand Turismo S Maserati Grand Turismo S

Test Maserati Grand Turismo S

— 24.09.2008

Touren-Wagen

Maserati legt nach und präsentiert im GranTurismo S einen hochdrehenden V8 mit mehr Hubraum und mehr Leistung. Unter den sportlich orientierten Coupés hat sich der Maserati zu einer echten Alternative entwickelt.

Maserati schwingt sich gerade von einem Verkaufserfolg zum nächsten. Mit ein Grund ist die erweiterte Modellpalette. Neu ist der GranTurismo S, der sportliche Ableger des Zweitürers – allerdings kostet das S 15.000 Euro Aufpreis.

Karosserie/Qualität

Einen Vergleich gegen deutsche Produkte braucht der Italiener nicht mehr zu scheuen. In Sachen Verarbeitung lag der Testwagen auf Augenhöhe, bei der Optik deutlich darüber. Egal ob am sensationell geformten Kühlergrill, am scharfen Schwung der vorderen Kotflügel oder am Heck – man kann sich einfach nirgendwo sattsehen. Damit das auch so bleibt, sollten die vorderen Parksensoren (775 Euro) mitbestellt werden – das Coupé ist sehr unübersichtlich.

Fahrfreude/Antrieb

Die begnadete Optik verbirgt nicht, dass der GranTurismo ein großes Auto ist. Und ein sehr schweres. Bei knapp zwei Tonnen Leergewicht schadet das Leistungsplus nicht. Zum Vergleich: Ein Porsche Carrera schafft schon 4,1 Kilo pro PS, der Maserati nur 4,4. Dafür bietet er deutlich mehr Hubraum. Eine neue Kurbelwelle und eine größere Bohrung stocken diesen um einen halben Liter auf. Mehr Durchzugskraft bringt das nicht, der V8 holt seine Kraft über die Drehzahl. Je höher er drehen darf, desto fulminanter geht es voran. Und desto besser klingt er. Vor allem, wenn die Sport-Taste gedrückt ist. Dann bollert, prasselt, trompetet und tönt es zum Niederknien. Bei jeder Drehzahl anders, aber immer berauschend.

Fahrleistungen

35 PS mehr und ein zusätzlicher Schwupps von 30 Newtonmeter auf der Kurbelwelle verbessern die Fahrleistungen deutlich. Der Testwagen verfehlte zwar die Werksangabe, nimmt einem von uns gemessenen GranTurismo aber eine halbe Sekunde ab.

Fahrwerk/Komfort

Sportlich ausgelegt, bügelt die Federung weit weniger Unebenheiten aus als etwa ein Mercedes CL – selbst ohne aktivierten Sportmodus. Dafür wird eine für Gewicht und Größe erstaunliche Agilität geboten. Die Sitze mit nicht einstellbaren Kopfstützen sind schick, aber nicht wirklich bequem.

Preis/Kosten

Wer mehr als 100.000 Euro in ein Auto investiert, wird sich an den teilweise saftigen Preisen für Extras und den Unterhalt nicht stören.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Dietrich Erben

Unter den sportlich orientierten Coupés hat sich der Maserati zu einer echten Alternative entwickelt. Als Gran Turismo S bietet er Leistung und tollen Sound. Der S-Aufpreis ist happig, die Performance entschädigt jedoch. Note 2.
Technische Daten Maserati Gran Turismo S
Motor V8, vorn mittig längs
Hubraum 4691 cm³
Leistung 323 kW (440 PS) bei 7000/min
Literleistung 94 PS/ l
Drehmoment 490 Nm bei 3200-4750/min
Antriebsart Hinterrad
Getriebe 6-Gang automatisiert
Bremsen vorn Scheiben, innenbelüftet/gelocht
Bremsen hinten Scheiben, innenbelüftet/gelocht
Räder vorn/hinten 8,5 / 10,5 x 20 Zoll
Reifen vorn/hinten 245/35 /285/35 ZR 20
Leistungsgewicht 4,4 kg/PS
Messwerte
0–100 km/h 5,2 s
60–100 km/h im 4. Gang 5,2 s
80–120 km/h im 5./6. Gang 6,6 / 8,6 s
Bremsweg aus 100 km/h (k./w.) 32,8 / 33,9 m
Höchstgeschwindigkeit 295 km/h
Testverbrauch auf 100 km 16,5 l Super Plus
Leergewicht/Zuladung 1935/215 kg
Ausstattung
Bremszangen farbig 590 Euro
Fahrwerk Skyhook 2500 Euro
Interieurleisten mit Hochglanzlack 2380 Euro
Radsatz Neptune Grigio Mercury 20 Zoll 655 Euro
Parksensoren vorn 775 Euro
Pedalerie Alu 298 Euro
Preis Testwagen 135.704 Euro

Autor: Dietrich Erben

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