Test Maserati GS Zagato — 11.05.2007
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Es gibt sie noch, die feinen Karosserie-Künstler, die Autos nach Kundenwunsch einkleiden. AUTO BILD fuhr exklusiv den Maserati GS Zagato.
295 Spitze sind eine starke Ansage
Außerhalb der Zagato-Belegschaft bin ich der Erste, der seine jüngste Kreation fahren darf. Nette Geste, aber kein überwältigendes Erlebnis. Denn unter der fließend-rundlichen Hülle verbirgt sich ein völlig serienmäßiger Maserati Gran Sport Spyder. Natürlich sorgen die 400 PS, die der 4,2-Liter-V8 aus dem Ferrari-Regal leistet, für angemessenen Vortrieb und gepflegte Fahrfreude. Und 295 Spitze sind ja auch eine starke Ansage. Aber das wurstige Armaturengebirge gefiel mir noch nie, und die Frischluftdüsen erinnern doch sehr an Fiat Ducato und Co. Aber das ist bekannt. Und weil es so oft erwähnt wurde, bleibe ich lieber beim Wesentlichen: der Spezialkarosserie im Zeichen des Z. Vorbild sei der 1954er Maserati A6G 2000 Zagato, sagt Andrea Zagato. Was für ein Zufall, dass diese Rarität heute um die Villa d'Este kurvt. Ein Wortwechsel mit dem US-Sammler, schon ist der Formenvergleich arrangiert. Die rote Grazie gewinnt ihn souverän – finde ich. Herr Zagato ist unentschlossen.Auftaggeber des silbernen Coupés ist Paolo Boffi, Hersteller sündhaft teurer Bad- und Küchenmöbel. Ein Mann, der sich Dinge leisten kann, von denen ein Normalo höchstens träumen darf. Nicht nur einen Maserati Spyder. Sondern sogar dessen Neueinkleidung durch Zagato. Für irrwitzige 280.000 Euro. Wer sich das gleiche Auto bauen lassen will, muss genau diese Geldmenge bei der legendären Carrozzeria anliefern. Neben der erwähnten Basis, einem Maserati Spyder. Den gibt es gebraucht ab etwa 70.000 Euro. Aber wer will schon ein frisches Designerkleid über einem alternden Körper? Also doch einen neuen Spyder. Und der startet bei 112.740 Euro. Wir reden damit von fast 400.000 Euro für dieses Modell. Abzuziehen wäre nur der Betrag, den das übrig bleibende Klappverdeck im Sortiment des Internet-Auktionshauses Ebay bringt. Mal im Ernst: Wer einen wirklich exklusiven Neuwagen sucht, muss mit solchen Kosten rechnen. Der Gegenwert ist ein Kleinod klassischer Handwerkskunst. Und ein echter Zagato – Wertsteigerung wahrscheinlich. Keine Chance für Zocker, die auf einen Gebrauchten warten. Vor allem wird es wohl nie neun Exemplare des Maserati GS Zagato geben – dafür fehlt ihm einfach die stilistische Dramatik, der Zagato-Zauber. Sein Quasi-Vorläufer, der verdächtig ähnliche Ferrari 575 GTZ von 2006, entstand nur ein weiteres Mal – weil der erste Käufer noch einen zweiten wollte.
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