Test Mazda Furai

Mazda Furai Studie Mazda Furai Studie

Test Mazda Furai

— 01.07.2008

Schnaps-Idee

Er war der Star der Detroit Motor Show 2008: Der ungewohnt verspielt wirkende Mazda Furai ist ein Designerstück auf Rennwagenbasis. AUTO BILD SPORTSCARS durfte die Flunder fahren.

Nein, rülpsen tut er nicht. Doch das Lebenselixir des Mazda Furai ist – Alkohol. Genauer: ein regenerativer Zellulose-Ethanol-Treibstoff, der gemeinsam mit BP entwickelt wurde und dem von einem Drei-Rotoren-Wankelmotor angetriebenen Furai mit gerade mal knapp zwei Liter Brennraum zu satten 450 PS verhilft. Auch optisch sind dem Furai (japanisch für "Klang des Windes") vorlaute Töne fremd. Die aparte, der Natur abgeschaute Verspieltheit der Luftleitelemente etwa an Front, Heck und der Seitenpartie hat zwei Effekte: Zum einen lockert sie die technisch-schroffe Grundrethorik eines Rennwagen-Prototyps auf und lässt den Furai luftiger, leichter wirken. Zum anderen erfüllt das geschwungene Blech – Pardon: Carbon – auch seinen aerodynamischen Zweck der Abtriebserzeugung und Kühlung von Motor und Bremsen.

Tempo 100 erreicht das Designerstück nach vier Sekunden

Designelemente und Erkenntnisse aus dem fahrenden Aerodynamiklabor Furai sollen schon bald in die Großserie einfließen. Als vorläufiger Endpunkt der mit Elementen der Natur experimentierenden Nagara-Designlinie fiel die Geburt des Furai zudem exakt auf den vierzigsten Geburtstag des Wankelmotors, dem Mazda als einziger Hersteller nach wie vor neue Vitalität einhaucht. Es lag also nahe, Nägel mit Köpfen zu machen und das schöne Einzelstück zu einem fahrenden Prototyp zu entwickeln. Kurzerhand nahm man das Kohlefaserchassis des Courage-Rennwagens aus der amerikanischen Le-Mans-Serie, pflanzte besagten Alki mit drei Rotoren à 654 cm³ ein und schuf so eine rund 2 Millionen Dollar teure Flunder für gelegentliche Einsätze.

Der kreiskolbenförmige Auspuff glüht unter Volllast leuchtend rot.

Jetzt sitz ich drin, und der Motor macht keinen Mucks mehr. Abgewürgt. Zu wenig Gas beim Anfahren, sagt Mark Ticehurst, Rennfahrer, jetzt mein Beifahrer und Fahrlehrer. Zweiter Versuch. Wenn zwei der fünf Leuchtdioden am winzigen Lenkrad leuchten, soll ich die Kohlefaserkupplung loslassen. Geschafft. Er rollt, bockig bei niedrigen Drehzahlen, und Mark zeigt an: Gib Gas! Die Schaltdioden im Blick, drehe ich den Wankelmotor auf etwa zwei Drittel der Höchstdrehzahl von 9000 Touren. Gewaltiger, müheloser Antritt, Tempo 100 nach vier Sekunden. 2., 3., 4., 5., 6. Gang – bösartig schnell zoomt die Steilkurve auf uns zu. Zurück in den fünften, sagt Mark, jetzt ohne Kupplung.

Dann dreht sich die Erde um 45 Grad, und der Furai heizt durch das Highspeedoval, wirkt mit dem winzigen Lenkrad und den ungepolsterten engen Schalensitzen wie ein riesenwüchsiges Kart. Nach zwei Runden ist Schluss. Schade. Und jetzt einen Schnaps. Technische Daten Hubraum 3 x 654 cm3 • Drei-Rotoren-Wankel-Mittelmotor • Leistung 331 kW (450 PS) bei 9000/min • Literleistung 229 PS/Liter • max. Drehmoment k. A. • Hinterradantrieb • sequenzielles Sechsganggetriebe • Scheibenbremsen innenbelüftet v./h. • Reifen k. A. • Länge/Breite/Höhe 4572/1981/< 1000 mm • Radstand k. A. • Leergewicht 998 kg • Leistungsgewicht 2,2 kg/PS • Zuladung k. A. • Tankinhalt k. A. • Verbrauch k. A. Ethanol • Beschleunigung 0–100 km/h in 4,0 s • Höchstgeschwindigkeit 270 km/h Preis 1.300.000 Euro

Autor: Ralf Kund

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