Test Mazda MX-5 Roadster Coupe

Mazda MX-5 Roadster Coupe Mazda MX-5 Roadster Coupe

Test Mazda MX-5 Roadster Coupe

— 14.09.2006

Segen oder Sünde?

Der Mazda MX-5 mit festem Klappdach – ein riskanter Eingriff am Kultobjekt, der aber nicht wehtut. autobild.de ist den Neuen gefahren.

Am Mazda MX-5 Roadster Coupe scheiden sich die Geister. "Das kann man mit einem echten Roadster nicht machen", wettern die einen. "Endlich ist der MX-5 mehr als ein Zweitwagen, für den man eine Garage braucht", freuen sich die anderen. Doch Mazda zieht sich vorbildlich aus der Affäre und bietet einfach den urwüchsigen Roadster und das neue Roadster Coupe parallel an. Die Unterschiede: 37 Kilo Mehrgewicht, eine 40 Millimeter höhere Taille und 1700 Euro Aufpreis beim Neuling. Alles andere bleibt wie gehabt.

"Mit zwölf Sekunden reiner Dach-Öffnungszeit sind wir absolute Spitze, so schnell ist niemand", kommentiert Nobuhiro Yamamoto (stellvertretender Programm-Manager MX-5) den halbautomatischen Mechanismus der 37 Kilogramm schweren Dachkonstruktion aus Hightech-Kunststoff. In der Praxis sieht das so aus: Zentralverschluss am oberen Scheibenrahmen umlegen, Öffnen-Knopf an der Mittelkonsole drücken, und eh die Ampel wieder grün ist, gibt's Frischluft. Das Geheimnis des Ruck-Zuck-Öffnens ist neben dem Verzicht auf eine Stahl-Konstruktion der Einsatz von gleich vier Elektromotoren. Die Konkurrenz setzt auf lediglich einen Antrieb.

"Außerdem sind wir die einzigen, die das Kofferraumvolumen (150 Liter) auch bei geöffnetem Dach behalten", so Yamamoto weiter. Und wirklich, ob offen oder geschlossen – das Gepäckabteil zeigt keine Veränderung. Grund dafür: Das zweigeteilte Dach verschwindet in einem Extra-Fach zwischen Rückenlehne und Kofferraum. Ein Novum, bedenkt man die zum Teil beachtlichen Volumen-Einbußen bei anderen Coupé-Cabrios wie Mercedes SLK, Opel Tigra Twintop oder Daihatsu Copen.

Offen ist der Neue erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Gut so!

Auch bei der optischen Umsetzung der Klappdach-Idee orientierten sich die Verantwortlichen am klassischen Roadster: Bis zum Ende der Türen sind beide Modelle baugleich, es folgen eine um 40 Millimeter angehobene Partie und ein leicht verändertes Heck. Alles in allem Modifikationen, die den Neuen erst auf den zweiten Blick entlarven – zumindest offen. Wer das Dach schließt, fährt ein eigenständiges Coupé. Dessen Dachlinie leidet jedoch ein wenig unter dem Zwittertum, wirkt etwas zu pummelig.

Wie beim Stoffkapuzen-Bruder sorgen auch beim Roadster Coupe zwei Benziner für Vortrieb. Im 1,8-Liter-Aggregat gibt's 126 PS (ab 25.500 Euro), der Zweiliter-Motor stellt 160 Pferdchen bereit (ab 27.900 Euro). Wer sich für die höherwertige "Expression"-Version entscheidet (ab 29.100 Euro), bekommt eine Sechsgang-Schaltung obendrauf (Serie ist Fünfgang). Bei den Fahrleistungen erweist sich das Klappdach als Tempo-Macher und Spaßbremse gleichermaßen. So stieg die Höchstgeschwindigkeit wegen der verbesserten Aerodynamik um rund fünf km/h (1.8: 200 km/h, 2.0: 215 km/h), die Sprintwerte verschlechterten sich wegen des Mehrgewichts allerdings um 0,2 Skunden (1.8) und 0,4 Sekunden (2.0).

Motor vorne, Antrieb hinten – das passt. Wer das DSC ausschaltet, kann mit dem MX-5 mächtig Spaß haben.

Fazit von autobild.de-Redakteur Jan Kriebel Mit dem Roadster Coupe beschreitet Mazda einen Weg, der sich auszahlen dürfte: Wer einen "echten" Roadster fahren will, der greift auch weiterhin zum MX-5. Motor vorn, Antrieb hinten und ein unkompliziertes Stoffdach sprechen für sich. Für weniger puristisch Veranlagte mit dem Hang zum Praktischen könnte sich das Roadster Coupe zur Alternative entwickeln. Mazda jedenfalls rechnet mit einem Anstieg bei den MX-5-Verkaufszahlen, an denen der Neue mit 30 Prozent beteiligt sein dürfte.

Autor: Jan Kriebel

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