Test Mazda3 i-stop

Test Mazda3 i-stop

— 26.06.2009

Orgeln war gestern

Im Mazda3 steckt jetzt ein Start-Stopp-System. Es soll noch dezenter arbeiten als die Technik der Konkurrenz. autobild.de hat es ausprobiert – im 151 PS starken Mazda3 2.0 MZR DISI i-stop.

"Mazda3, ich stoppe" – zugegeben, das klingt ein bisschen bescheiden. Deshalb heißt die jüngste Mazda-Innovation auch "i-stop", das liest sich schön international und erinnert auch noch an intelligente Computertechnik. Hinter dem Wortspiel der japanischen Marketing-Strategen steckt das neue Start-Stopp-System im Mazda3, der für die Premiere des i-stop gleich noch mit einem nagelneuen Motor vorfährt. Der Zweiliter-Benziner leistet 151 PS und soll mit 6,8 Litern auf 100 Kilometer (159 Gramm CO2/km) auskommen. Diesen Wert erfüllen allerdings nur Fahrer, die extrem gefühlvoll mit ihrem Gasfuß umgehen. 7,5 Liter sind durchaus realistisch im normalen Betrieb – nicht unbedingt rekordverdächtig für einen modernen Benzindirekteinspritzer, aber doch ganz ordentlich, wenn man die Fahrleistungen betrachtet.

14 Prozent weniger Verbrauch

Weiß als Farbe der Reinheit? Mit Start-Stopp-System soll der 3er weniger als sieben Liter verbrauchen.

Der Motor schafft 212 km/h Spitze in der viertürigen Limousine, das fünftürige Schrägheck erreicht 206+ km/h. Den Spurt auf Tempo 100 absolviert der Mazda3 i-stop in 10,4 Sekunden. Mit 191 Newtonmetern Drehmoment bei 4500 Touren ist er kein Ausbund an Temperament, aber durchaus ein flotter Vertreter in der Golf-Klasse. Das wirklich Spannende am i-stop ist aber seine Technik: Laut Mazda ist es das weltweit erste System, das für den Neustart des Motors Verbrennungsenergie nutzt. Dafür werden Kolben- und Kurbelwellenstellung sowie Benzindirekteinspritzung und Zündung präzise aufeinander abgestimmt. Unterstützt wird der Startvorgang in der allerersten Phase von einem elektrischen Anlassermotor. Das Zusammenwirken von Gemischentzündung im Brennraum und elektrischem Drehimpuls auf die Kurbelwelle startet den Motor besonders schnell – nur 0,35 Sekunden vergehen, bis der Motor nach dem Abschalten die Arbeit wieder aufnimmt. Damit ist i-stop laut Mazda doppelt so schnell wie vergleichbare Systeme. Der Fahrer merkt davon nichts. An der Ampel geht der Motor aus, wird der Gang eingelegt, startet das System das Aggregat nahezu geräuschlos und frei von Vibrationen wieder. Damit dem Mazda3 bei überlangen Rotphasen nicht der Saft ausgeht, ist eine zusätzliche Batterie eingebaut. Sinkt die Spannung zu sehr ab, verzichtet die Elektronik auf das Abschalten des Motors. Im Alltagsbetrieb konsumiert der Mazda3 i-stop im Vergleich zum Vorgänger 14 Prozent weniger Benzin als der Vorgänger mit 150 PS, außerdem erfüllt er die Euro 5-Norm.

2015 sollen alle Mazda i-stop haben

Einziger Hinweis auf die Spartechnik: die dezente i-stop-Anzeige im Tacho.

Innen bemerkt der Fahrer zuerst nichts von der neuen Technik – und das ist auch so gewollt. Eine Schaltanzeige für den richtigen Gangwechsel fehlt, möglicherweise wird Mazda sie nachschieben. Geht der Motor aus, weist ein i-stop-Schriftzug im Kombiinstrument darauf hin, dass das System aktiv ist. Sonst bleibt der Mazda3 ein Vertreter der sportlichen Zunft: Er federt straff, dank neuer Vorder- und Hinterradaufhängung bügelt er lange Wellen souverän weg und verliert auch bei kurzen Stößen nicht die Fassung. Die Lenkung, schon vorher nicht schlecht, arbeitet jetzt noch exakter, das Sechsgang-Getriebe gibt sich knackig-kurz. Mazda bietet seinen stärksten Benziner im 3er nur in den gehobenen Ausstattungen High-Line und Sport-Line an. Das treibt den Preis auf 22.600 Euro (Vierürer plus 500 Euro), der Sport-Line kostet 24.600 Euro. Dafür ist dann aber auch reichlich drin: Licht- und Regensensor, eine Sitzheizung, eine akustische Einparkhilfe, Tempomat und der Spurwechsel-Assistent RVM (Rear View Monitoring) sind Serie. Im August 2009 steht der Mazda3 i-stop bei den Händlern. Und er wird nicht der einzige Mazda mit dem Start-Stopp-System bleiben: Bis 2015 sollen alle Mazda-Modelle mit i-stop angeboten werden.

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