Test Mercedes A 150 gegen Peugeot 1007

Test Mercedes A 150 gegen Peugeot 1007 1.4

— 17.01.2006

Einstiegsmodelle

Bequem rein und raus: Nicht nur, wer es im Rcken hat, wei leichten Ein- und Ausstieg zu schtzen. Mercedes und Peugeot haben dafr ihr ganz eigenes Konzept.

Einstiegsmodelle im wahrsten Wortsinn

Prdikate wie "seniorengerecht" oder "rckenschonend" sucht man in bunten Auto-Prospekten meist vergeblich. So etwa beim Mercedes scheut das Graue-Panther-Image ebenso wie Formel-1-Fahrer den schleichenden Plattfu: "Werde erwachsen. Nicht alt", preisen die Stuttgarter ihr Einstiegsmodell an. Dabei ist gerade der Baby-Benz bei der zahlungskrftigen Generation 60 plus besonders beliebt. Grund: Sitz- und Popohhe sind fast gleich, was unbeweglicheren Menschen den Zugang erleichtert.

Dank Sandwich-Konzept (doppelter Boden: Der Motor gleitet im Crashfall unter den Passagierraum) nehmen die Insassen 67 Zentimeter ber der Fahrbahn Platz. Bei normalen Autos sind das gut 20 Zentimeter weniger. In die A(lt)-Klasse kriecht man nicht mhsam hinein, sondern steigt einfach seitwrts ein. Der kleine Mercedes ist fraglos ein ideales Gefhrt fr Autofahrer, die gern hher sitzen und eine gute bersicht schtzen.

berraschende Konkurrenz bekommt er vom Peugeot 1007. Der kleine Franzose ist ein Einstiegsmodell im Wortsinne. 92 Zentimeter betrgt die ffnung, sobald die beiden Portale elektrisch nach hinten gefahren sind. In keinem anderen Auto ist der Zutritt einfacher: Rcken Richtung Sitz, fallen lassen, Beine nachziehen drin. Der 1007 ist der Geheimtip fr Rheumageplagte und Hexenschuopfer auch wenn die Tr zum Festhalten fehlt.

Betriebskosten und Preise

Auch wer oft ein- und aussteigen mu (Postzusteller, Pizzaboten, Kuriere), drfte vom Schiebetr-Peugeot begeistert sein. Wenn nur die langen Wartezeiten nicht wren. Sechs Sekunden brauchen die Elektro-Motoren, um die Tren zu ffnen oder zu schlieen fr Ungeduldige eine Ewigkeit. Immerhin lassen sie sich per Fernbedienung aktivieren. Ein Knopfdruck gengt, schon scheint ein unsichtbarer Chauffeur den Wagenschlag zu ffnen.

Drinnen indes relativiert sich die spontane 1007-Begeisterung. Vorn ist der Microvan durch den langen Vorbau nicht einzuschtzen. Wo das Auto aufhrt, lt sich nur erahnen. hnlich schwierig ist es beim Blick nach hinten. Wer beim Rckwrtsparken gern durch die geffnete Fahrertr nach hinten peilt, kann das vergessen. Sie steht vor und versperrt die Sicht. Auerdem stren weit zurckverlegte B-Sulen und massive C-Pfeiler. Wichtiges Extra: Die Einparkhilfe kostet 290 Euro Aufpreis (nicht fr Filou). Dafr prahlt der kleine Franzose mit viel Sicherheit. Neben ESP ist sogar ein Knieairbag serienmig an Bord.

Die Sitzposition erinnert an die auf einer Golfkarre aufrecht, aber nicht optimal. 1,62 Meter Wagenhhe bieten riesige Kopffreiheit. Das Sitzpolster ist jedoch relativ kurz. Da der 1007 auf einem Kleinwagen basiert, wird auf den Rcksitzen sprbar. Lange Strecken werden angesichts der drftigen Kniefreiheit zur Qual. So wird der 1007 besser nur als Zweisitzer genutzt. Dann stimmen auch Variabilitt und Ladevolumen. Die Rcksitze sind einzeln verschieb- und faltbar. Bei Bedarf steigt das Ladema so auf respektable 1048 Liter.

Technische Daten und Fahrleistungen

Wer die hinteren Pltze mit Erwachsenen belegt, mu mit mageren 178 Liter Kofferraum leben. Das reicht nur fr zwei Getrnkekisten. Zudem machen hohe Ladekante und Billig-Abdeckung Transporte zum rgernis. Das Antriebs- sowie Federungsverhalten ist durchschnittlich. Auf normalen Straen federt der Peugeot recht ordentlich, schlechte Pisten werden dagegen nur mig gefiltert. Der 88-PS-Motor pat dazu. Er reicht fr normale Ansprche vllig aus. Bei hohen Drehzahlen wird der Vierventiler aber zh und drhnig. Auch hektisches Drehen an der gefhllosen Lenkung mag der Peugeot nicht. Er schaukelt sich auf, wird aber vom ESP wieder sicher beruhigt. So stellt sich der Fahrer ganz von selbst auf eine eher ruhige Fahrweise ein.

Deutlich dynamischer agiert der Mercedes A 150. Obwohl sein 1,5-Liter-Motor mit Achtventil-Technik und einer Nockenwelle auskommen mu, dreht das kleinste A-Klasse-Triebwerk (95 PS) freier hoch und hngt besser am Gas. Die Schaltwege sind kurz und sauber gefhrt. So machen Gangwechsel Spa. Abstriche dagegen bei der elektromechanischen Lenkung: Sie spricht sehr sensibel an. Seitenwind beeintrchtigt den ohnehin migen Geradeauslauf zustzlich, so da der Fahrer zu permanenten Lenkkorrekturen gezwungen wird.

Die AUTO BILD Wertung

Whrend der Peugeot 1007 optisch Richtung Kastenwagen tendiert, macht der dreitrige A 150 auf sportlich. Mercedes bezeichnet ihn sogar als Coup. Die beiden groen Tren ffnen fast im 90-Grad-Winkel. Reinrutschen bitte. Auf den hinteren Pltzen geht es erheblich luftiger zu als im 1007. Insgesamt ist das Mercedes-Raumkonzept berlegen. Obwohl nur rund zehn Zentimeter lnger als der Peugeot, sind Platzangebot, Stauvolumen, Zuladung, Variabilitt und Materialqualitt mindestens eine Klasse besser.

Gleiches gilt fr den Fahrbetrieb. Die Mercedes-Federung ist schluckfreudiger, Gerusche werden besser gedmpft, und das Handling des Fronttrieblers erweist sich als absolut narrensicher. Allerdings schlgt sich der Standesunterschied im Preis nieder. Fast 4000 Euro kostet die A-Klasse mehr. Fazit: Der Mercedes ist ganz klar das bessere Auto. Fr khle Rechner aber nicht automatisch auch das bessere Einstiegsmodell.

Hier ist Ihre Meinung gefragt

Ob ein Auto letztlich ankommt, wissen nur die Verbraucher selbst also Sie. Deshalb ist uns Ihre Meinung wichtig. Vergeben Sie eigene Noten fr den Mercedes-Benz A 150 und den Peugeot 1007 1.4. Den Zwischenstand sehen Sie nach Abgabe Ihrer Bewertung.

Autor: Jrg Maltzan

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