Test Mercedes A 200 — 07.01.2005

Ein Fall für zwei

Weg mit dem Hintertürchen – und der A wird zum Coupé. Ein klasse Auto für sportliche Singles und kinderlose Paare.

Schicker Zweitürer mit großer Heckklappe

Verkehrte Welt. Die kleinsten Kleinwagenbauer versuchen, vier Türen unterzubringen, während Mercedes-Benz bei der um 23 Zentimeter gewachsenen A-Klasse die hinteren Türen auf Wunsch streicht (was nebenbei 870 Euro spart). Eine zweitürige Mercedes-Limousine; das hat es seit dem Typ 130 (1934–1936) nicht mehr gegeben. So wird prompt die Coupé-Idee geweckt.

Warum eigentlich nicht? Schick sieht der Zweitürer mit Heckklappe schon aus, junge Paare brauchen nicht mehr. Wenn das Geld für den hier gefahrenen A 200 nicht reicht: Mit 17.632 Euro fängt das A-Coupé als 95 PS starker 150 an.

Hier im 200er knurren 136 PS (100 kW) im Untergrund. Nicht nur akustisch beißen sie blitzschnell zu, sie sprinten auch in 9,6 Sekunden auf Tempo 100. Bei langsamer Stadtfahrt dagegen geben sie sich sanft wie ein Kätzchen. Im fünften Gang mit 50 durch die Stadt? Kein Problem, 1300 Touren schaffen das fast unhörbar. Obwohl das präzise Getriebe zum flinken Schalten geradezu einlädt, läßt sich ein A 200 schaltfaul fahren.

Der in der neuen A-Klasse um 15 Zentimeter verlängerte Radstand macht sich mit besserem Geradeauslauf bemerkbar. Die zwei verlängerten Türen brauchen dafür beim Aussteigen mehr Platz, machen so manche schmale Parklücke zum Engpaß. Auch sind die Fensterrahmen etwas schwächlich, bei schneller Fahrt zerrt schon mal der Sog an ihnen, lästige Windgeräusche sind die Folge. Auch das Fahrwerk tendiert zur sportlichen Coupé-Abstimmung. Auf schlechtem Pflaster fühlt es sich eher unkomfortabel an, weil straff und stuckerig.

Fazit und technische Daten

A kann hier für Aktiv stehen. Denn gute Fahrleistungen, akzeptabler Supersprit-Verbrauch und ordentliche Bremsen stehen auf der Habenseite. Wer aber mal das Hinterteil genau betrachtet, bekommt Zweifel. Falls nämlich doch mal Gäste in den Fond wollen, hilft trotz Easy-Entry-Funktion (Frontsitz rutscht weit nach vorn, geht danach wieder in die alte Position) nur Elastizität beim Ein- und Aussteigen.

Der Laderaum selbst läßt sich durch asymmetrisch umklappbare Rücksitze vergrößern, den verstellbaren Boden gibt es aber nur für 174 Euro extra. Bleibt die Frage: Für wen ist das dreitürige A wirklich klasse? Für sportliche Singles und kinderlose Paare. Die 870 Euro Ersparnis indes sind kein Argument.

Technische Daten
Motor R4
Hubraum 2034 cm³
Leistung 100 kW (136 PS) bei 5750/min
Drehmoment 185 Nm bei 3500/min
Getriebe 5-Gang manuell
Antrieb Front
Bremsen Scheiben/Scheiben, ESP
Reifen 195/55 R 16 H
Kofferraum 350/1370 l
Tankinhalt 54 l
Länge/Breite/Höhe 3838/1764/1593 mm
Leergewicht/Zuladung 1295/375 kg
Anhängelast (gebremst/ungebr.) 1500/400 kg
Messwerte
0-100 km/h 9,6 s
80-120 km/h im 5. Gang 14,2 s
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Bremsweg aus 100 km/h (kalt/warm) 38,6/37,1 m
Testverbrauch (l/100 km) 8,7 l Super
Ausstattung
Klimaanlage Serie
Radio ab 499 Euro
Isofix-Verankerungen im Fond 35 Euro
Navigation ab 2018 Euro
Kosten/Garantie
Steuer pro Jahr 142 Euro
Typklassen HPF/VK/TK 13/16/19
Garantie/km-Begrenzung 2 Jahre/ohne
Antirostgarantie 30 Jahre
Mobilitätsgarantie 30 Jahre
Preis 20.532 Euro
Plus Minus
gute Handlichkeit, bei niedrigen Drehzahlen laufruhiger und elastischer Motor, gute Bremsen, angenehme Sitze, gute Verarbeitung, ruhiger Geradeauslauf schlappe Fensterrahmen (bei schneller Fahrt Windgeräusche), bei hohen Drehzahlen lauter und rauher Motorlauf, mühsamer Einstieg in den Fond, stuckeriges Fahrwerk
Note: 3

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