Test Mercedes C 63 AMG

Mercedes C 63 AMG und seine Konkurrenten Mercedes C 63 AMG und seine Konkurrenten

Test Mercedes-Benz C 63 AMG

— 19.09.2007

Doping für die C-Klasse

Kampfansage an BMW M3 und Audi RS4: Der neue Mercedes-Benz C 63 AMG hat das Zeug zum Klassensieger. 457 PS aus einem mächtigen V8 machen ihn zum Sportler im Limousinen-Gewand.

Es wird eng im Segment der deutschen Wilden, ganz eng. Der RS4 ist in die Jahre gekommen, der M3 frisch am Start. Und der Mercedes C 63 AMG? Der wandelt sich vom üppig motorisierten Salonlöwen zur durchtrainierten Sportlimousine. Die Schwaben wollen an die Spitze, ein Blick auf die Technik der Radikal-C-Klasse beweist es. Die neue Vorderachse lässt höhere Querbeschleunigungen zu, optimiert die Richtungsstabilität und unterdrückt störende Aufbaubewegungen. Die Lenkung arbeitet präziser und bietet mehr Rückmeldung. Größere Bremsen verkürzen den Anhalteweg, leisten sich praktisch kein Fading, lassen sich exzellent dosieren und funktionieren so als vertrauensbildende Maßnahme erster Ordnung. Keine Frage: Diese C-Klasse will und wird ernst genommen werden.

Aus 6,2 Litern Hubraum lässt sich vortrefflich Leistung schöpfen

Dickes Ding: Der V8 holt seine 457 PS aus 6,2 Litern Hubraum.

Der Motor hat seinen Konkurrenten vor allem den gewaltigen Hubraum von 6,2 Liter voraus. Sogar in dieser Dynamik-Liga ist die Automatik ein Plus, denn sie verdaut die fetten Drehmomenthappen ohne zeitraubendes Kuppel-und-Schalt-Intermezzo. AMG arbeitet zwar an einem Doppelkupplungs-Räderwerk, doch darauf wartet in erster Linie die Marketingabteilung. Der Fahrer kann den Schaltvorgang schon heute im Sportprogramm oder durch manuellen Eingriff um 30 beziehungsweise 50 Prozent verkürzen. Damit hat es sich aber auch schon fast mit den Entweder-Oder-Optionen. Mercedes verzichtet beim C 63 auf verstellbare Dämpfer, wählbare Lenkungskennung und variable Motorleistung à la M3. Das ist auch gut so, denn dieser Benz will es nicht allen recht machen. Seine Zielgruppe sind engagierte Fahrer, die den Grenzbereich nicht nur vom Hörensagen kennen. Wer es gern noch einen Hauch härter mag, kann sich ein strafferes Sportfahrwerk mit 19-Zoll-Rädern bestellen und die Höchstgeschwindigkeit ab Werk von 250 auf 280 km/h heraufsetzen lassen.

Bei Fahrdynamik und Rückmeldung überzeugt der Benz

Sicher in allen Fahrlagen: Ein fein abgestimmtes ESP lässt Drifts zu.

Die Glaubensfrage "ESP an oder ESP aus?" beantwortet die Einstellung ESP Sport. Sie ermöglicht nette Driftwinkel ohne Risiko-Zuschlag, ein feiner Kompromiss. Was den AMG-Benutzer immer wieder fesseln kann, ist die Spontaneität der Aktionen und Reaktionen. Die Lenkung bringt uns Nuancen und Zwischentöne so nah wie nie zuvor, das Fahrwerk begeistert selbst im Grenzbereich mit satter Bodenhaftung, und die Bremse holt uns auch ohne Carbon und Keramik zuverlässig zurück aus der Grauzone zwischen Sein und Nichtsein. Schwächen? Das Chassis reagiert spröde auf kurze Anregungen, die Speedshift-Wippen drehen sich mit dem Lenkrad mit, der Verbrauch schwappt bei scharfer Fahrweise deutlich über die 20-Liter-Marke – und die Sitzposition ist zu hoch. Nach Exoten wie CLK DTM AMG und CLK 63 Black Series beweist jetzt auch der günstigere C 63, dass mit AMG weiter zu rechnen ist. M3 oder RS4 oder C 63? Hmm, wenn da nicht eine Sensation in der Luft liegt ... Fazit: Ein faszinierendes Auto, der neue C63. Er geht wie ein Supersportler, verzichtet auf Spielereien, ist sportlich bis in die Fingerspitzen und trotzdem am Limit kein unberechenbarer Trickser. Weil auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, strahlt dieser Stern besonders hell.
Mercedes-Benz C 63 AMG
Motor/Hubraum V8/6208 cm³
Leistung 336 kW (457 PS)
Drehmoment bei U/min 600 Nm/5000
0–100 km/h 4,5 s
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Verbrauch (l/100 km) – CO2 13,4 l SP – 319 g/km
Bereifung v. 235/40 - h. 255/35 ZR 18
Getriebe Siebenstufen-Automatik
Preis 67.235 Euro Euro
Stärken Leistung satt, Drehmoment gewaltig, Bremse souverän, Fahrverhalten agil und sicher
Schwächen Komfortmängel, hoher Verbrauch, teure Unterhaltskosten
Note 1-
Konkurrenten BMW M3, 420 PS, ab 66.650 €; Audi RS4, 420 PS, ab 71.700 €

Autor: Georg Kacher

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