Test Mercedes C 320 CDI T — 26.09.2007
Die C-Klasse kann einpacken
50 Prozent der Kunden kauften die C-Klasse bisher als Kombi. Beim neuen T-Modell dürften es aber noch ein paar mehr werden. Denn es trumpft dort auf, wo es beim Kombi drauf ankommt: im Laderaum.
Der Laderaum bietet viele pfiffige Details
Der Platz lässt sich bestens nutzen. Und die Fracht darf auch ruhig schwerer sein. Bis zu 530 Kilogramm Zuladung sind erlaubt, und die niedrige Ladekante (59 Zentimeter) erleichtert das Vollladen. Einziger Nachteil: Die Sitzfläche der Rückbank ist nun fest installiert. Das verhindert beim Umklappen der geteilten Rückenlehnen eine vollkommen ebene Ladefläche. Doch die Schräge ist so gering, dass sie im Alltag kaum stört. Außerdem gelingt der Klappvorgang einhändig und in einem Arbeitsgang. Auch nicht schlecht. Die Kür eines Kombis sind freilich die cleveren Details. Sie kennen das Problem: Sie gehen in den Supermarkt, legen die Sachen anschließend hinten rein, Mehl und Eier zum Beispiel, und wenn Sie zu Hause sind, haben sie einen Eierkuchen im Kofferraum. Um das zu verhindern, bietet Mercedes den Easy-Pack-Fixkit für 250 Euro an, ein System aus Schienen, Stangen, Ösen und Gurten. Da bleibt dann alles dort, wo es hingehört.Ein aufklappbares Heckfenster gibt es nicht
Serienmäßig gibt es unter anderem Haken für Einkaufstüten und ein Fach unter dem Boden inklusive Faltkorb, der dort selbst im gefüllten Zustand noch Platz findet. Auch jungen Müttern macht das T-Modell Freude: Der Kinderwagen passt gebrauchsfertig hinter die Rücksitze. Auf Wunsch lässt sich das hintere Portal sogar elektrisch per Fernbedienung öffnen (417 Euro). Die Heckscheibe zum Aufklappen wie beim BMW 3er fehlt allerdings. "Danach fragt keiner", behauptet Mister C-Klasse Rainer Tiefenbacher. Hat Mercedes beim neuen T-Modell also alles richtig gemacht? Der Verdacht drängt sich auf. Schon optisch, denn als Kombi sieht die C-Klasse noch besser aus. Und auch die konzeptbedingten Nachteile fallen nicht weiter ins Gewicht. So ist die Torsionssteifigkeit der Karosserie um 30 Prozent geringer als bei der Limousine – immer ein Nachteil bei Autos mit großer Heckklappe –, aber 60 Prozent besser als beim Vorgänger.Viel schwerer als der Viertürer ist der Kombi auch nicht (plus 50 Kilogramm). Und wer hinten Platz nimmt, darf mit uneingeschränktem Komfort rechnen: Die Sitzkissen sind die gleichen wie in der Limousine, die Lehnen genauso bequem, und die Maße identisch. So drohen auch beim Fahren keine Überraschungen. Schon gar keine unangenehmen. Wir gönnten uns den Topdiesel C 320 CDI als Avantgarde mit Automatik und AMG-Sportpaket – das volle Programm also. So was kostet ohne weitere Extras 48.903 Euro, 6420 mehr als der einfachste 320 CDI. Wahlweise gibt es diese Motorisierung neuerdings auch mit Allradantrieb (plus 4641 Euro). Los geht's beim T-Modell aber schon mit 31.714 Euro (C 180 K), Aufpreis gegenüber der Limousine 1726 Euro. Das ist akzeptabel. Und in der Modellpalette gibt es keine Abweichungen.
Die C-Klasse zieht mehr als die Konkurrenz
Die Ausfahrt mit dem 224 PS starken Diesel zeigt wieder einmal, dass Klotzen mehr Spaß macht als Kleckern. Logisch. Laufruhe und Drehmoment-Reserven verwandeln die C-Klasse gefühlsmäßig fast in eine Mini-S-Klasse. Nur die Siebenstufen-Automatik dürfte etwas schneller agieren. Das AMG-Paket bringt dafür einen deutlichen Schuss Agilität, schmälert aber den Komfort. So federt das T-Modell zwar immer noch recht manierlich, aber ohne die AMG-Straffung fährt es sich angenehmer. Das bestätigt die Gegenprobe. Wie geschaffen ist der C 320 CDI auf jeden Fall für den Einsatz als Zugwagen, denn immerhin dürfen fast 1,8 Tonnen an den Haken. Das ist mehr, als die Konkurrenz erlaubt. Umso besser die serienmäßig im ESP integrierte Anhängerstabilisierung. Der Versuch mit dem Wohnwagen beweist: Selbst bei heftigen Lenkbewegungen unterdrückt die Regelung mittels Bremseingriff zuverlässig gefährliche Schlenker. Da staunt nicht nur der Holländer. Damit ist dann auch zumindest eines geklärt: Das neue T-Modell erfüllt nicht nur die Erwartungen. Es übertrifft sie. Ganz unabhängig vom Lifestyle übrigens.Fazit von AUTO BILD-Redakteur Wolfgang König
Die Entscheidung für den Kombi ist eigentlich nie falsch. Und schon gar nicht im Fall der C-Klasse. Das neue T-Modell fährt sich genauso gut wie die Limousine, bietet aber erheblich mehr Platz, ist praktischer – und eleganter. Da ist für mich die Sache klar: Zum hohen C gehört eine große Klappe.| Mercedes-Benz C 320 CDI T | |
|---|---|
| Motor/Hubraum | V6, Turbo/2987 cm3 |
| Leistung | 165 kW (224 PS) |
| Drehmoment bei U/min | 510 Nm/1600 |
| 0–100 km/h | 7,9 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 245 km/h |
| Verbrauch (EU-Mix) – CO2 | 7,4 l D – 198 g/km |
| Leergewicht/Zuladung | 1750/530 kg |
| Länge/Breite/Höhe | 4596/1770/1463 mm |
| Preis | ab 42.483 Euro |
| Stärken | Viel Laderaum plus C-Klasse-Verwöhnkomfort – eine Mischung zum Angewöhnen |
| Schwächen | Die Kombi-Kür findet sich bei den Extras. Da wird das Vergnügen schnell teuer |
| Note | 2+ |
| Konkurrenten | Audi A4 Avant 3.0 TDI quattro, 233 PS, ab 40.550 €; BMW 330d Touring, 231 PS, ab 41.300 € |
| Grundpreise* C-Klasse T-Modell | |
|---|---|
| C 180 Kompressor | 31.713,50 Euro |
| C 200 Kompressor | 33.796 Euro |
| C 230 | 36.176 Euro |
| C 280 | 37.366 Euro |
| C 350 | 46.053 Euro |
| C 200 CDI | 33.617 Euro |
| C 220 CDI | 35.938 Euro |
| C 320 CDI | 42.483 Euro |
| C 320 CDI 4MATIC | 47.124 Euro |
| C 63 AMG** | 69.853 Euro |
| * ab Werk, inkl. MWSt. ** ab Frühjahr 2008 | |

































