Test Mercedes CL 65 AMG

Mercedes-Benz CL 65 AMG Mercedes-Benz CL 65 AMG

Test Mercedes CL 65 AMG

— 17.05.2007

Mehr geht nicht

AMG, die Power-Schmiede von Mercedes, wird im Juni 40. Und feiert, als gäbe es keine CO2-Diskussion, mit reichlich PS. Das neue Topmodell CL 65 AMG übertrifft in Preis und Prestige alles bisherige.

Sechs Liter Hubraum, 612 PS, 1000 Newtonmeter für 219.555 Euro. Mehr Mercedes geht nicht. Sein V12 startet zwar mit heiserem Hecheln, fällt aber sofort in das emsige Summen, das nur die perfekte Laufkultur von zwölf Zylindern bietet. Sportlich-souveräne Luxusyacht soll der CL 65 AMG spielen. Seine zwei Turbos schaufeln solche Berge von Drehmoment zusammen, dass auf den vier Einzelsitzen an Bord jederzeit die große Gelassenheit herrscht. Natürlich kann der 2,1-Tonner in 4,4 Sekunden auf Tempo 100 sprinten, doch sein wichtigster Charakterzug ist das WIE. Da braucht es keine Drehzahlen und keine Hektik, fünf Gänge reichen aus. Nach den hübschen silbernen Schalthebeln hinterm Lenkrad greift bald niemand mehr. Die 1000 Newtonmeter sind fast dieselmäßig schon bei 2000 Umdrehungen erreicht, die 612 PS bei niedrigen 4800. Nach dem Verbrauch fragen nur wir: 14,8 Liter Super stehen auf dem Papier.

AMG packt in sein Topmodell alles, was gut und teuer ist

CL 65 AMG: Vorn verzögert eine Bremse mit Doppelfaustsattel.

20-Zoll-Aluräder, Hochleistungsbremsen und Sportfahrwerk mit elektronischem Wankausgleich kleben die Kraft sicher auf den Asphalt.  Innen gibt es Sportsitze, Nappaleder und ein Flair der Marke "rollendes Clubzimmer". Der neue Luxuskreuzer tritt im AMG-Programm neben den sportlichen CL 63, der mit seinem hochdrehenden V8 auch schon 525 PS leistet. Kanibalisieren die Brüder sich etwa? "Nein, das sind ganz eigene Charaktere", meint AMG-Chef Volker Mornhinweg. Aha, hier weiß der vermögende AMG-Käufer zu unterscheiden. Deshalb haben die PS-Küche aus Affalterbach zum Geburtstag schnell noch ein Extra-Päckchen geschnürt. Die Sonderserie als CL "40th Anniversar" hat Zweifarben-Leder, Alubeam-Lack und viele Leckereien für 273.105 Euro. Banküberfall? Sinnlos. Die auf 40 Stück limitierte Serie, entstanden im neuen Performance Studio, ist ausverkauft. Es geht eben doch immer noch mehr.

Black Series: purer Renner

Das Coupé sieht aus, klingt und beschleunigt wie ein purer Rennwagen.

"Das ist unser GT 3", sagt Tobias Moers. Der AMG-Entwicklungsleiter will seinen Stolz über den CLK 63 AMG Black Series gar nicht verbergen. Das Coupé sieht aus, klingt, beschleunigt und bremst vor allem wie ein purer Rennwagen. Der 6,3-Liter leistet 26 PS mehr als der Serien-CLK, das Getriebe schaltet schneller, die Hinterachse ist kürzer übersetzt. Das einstellbare Gewindefahrwerk ist neu und ebenso kompromisslos für die Piste abgestimmt wie Reifen und Bremsen. Nordschleifenzeit: angeblich unter acht Minuten. Der Spaß hat seinen Preis: 141.610 Euro. Der teuerste Mercedes von der Stange ist ein starker, luxuriöser Gran Turismo. Kaum zu glauben, dass Kunden im Schnitt noch 20.000 Euro extra in den CL 65 AMG stecken.

Autor: Joachim Staat

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