Test Mini Cooper S

Test: der neue Mini Cooper S Test: der neue Mini Cooper S

Test Mini Cooper S

— 12.10.2006

Der Motor macht den Unterschied

Am 18. Nobember 2006 startet der neue Mini. Optisch wird er sich nur minimal vom alten unterscheiden, die Technik ist maximal anders.

Manchmal hilft es, bei einer Trennung tief durchzuatmen, um dann neu zu starten. Mini macht das so, druckvoll, mit 0,8 Bar, die der Turbolader schon bei 1400 Touren mobilisiert, um dem Vierzylinder Luft einzublasen. So fallen Scheidungen leicht. Die Trennung vom alten Kompressor-Motor im Cooper S und vom Motoren-Lieferanten Chrysler. Schluss, aus, Neuanfang. Mit einem eigenen Turbo (175 PS) und mit Peugeot als neuem Partner an der Seite. Denn im Cooper S macht vor allem der Benzindirekteinspritzer den Unterschied, die Optik blieb nahezu die alte.

Mini-Designer Gert Hildebrand spricht deshalb auch gern vom "Zwang, den Mini zu verändern". Weil es andere forderten. Der Gesetzgeber, der einen besseren Fußgängerschutz vorschreibt. Und noch einmal der Gesetzgeber, der einen geringeren CO2-Ausstoß fordert. Das alles kann der neue Mini jetzt besser, durch seine aufprallabsorbierende Haube und durch die nächste, spritsparende Motorengeneration mit variabler Ventilsteuerung (Valvetronic). Der Cooper S soll mit 6,9 Liter Super plus (Werksangabe) fast zwei Liter weniger verbrauchen als früher. In allen anderen Punkten steigerte sich der Mini zu einem echten Maxi-Paket: plus fünf PS, plus sechs Zentimeter mehr Länge, plus 100 Prozent mehr Spaß beim Fahren.

Für Letzteres würde man den Kleinwagen am liebsten herzen. Und ihm fast alle Spleens verzeihen. Zum Beispiel, dass er blind der Mode folgt und statt mit konventionellem Zündschlüssel lieber auf Knopfdruck startet. Der tellergroße Mitteltacho steht in direkter Konkurrenz zu einer goldenen Rolex: Welche Uhr trägt dicker auf? Mit dem feinen Unterschied, dass eine Rolex keine Radiosender anwählt und gegen Aufpreis (2600 Euro)

Präsent und unübersehbar: der tellergroße Mitteltacho.

auch nicht die Navigation übernimmt. Hinter dem Lenkrad sitzt jetzt grundsätzlich nur noch der runde Drehzahlmesser. Er spielt für den Fahrer das Gefühlsbarometer.

Ab 4500 Touren strömt Adrenalin durch Adern und Benzinschläuche

Mehr Drehzahl bedeutet im neuen Mini auch mehr Herzklopfen. Eine Aufzeichnung aus dem Cockpit. Bis 3000 Touren: Der Fahrer bewegt sich gelassen, der Mini fast geräuschlos. Ab 3500: Der Fahrer spürt Lust, sich sportlich zu betätigen, der Mini säuselt angriffslustig durch seinen Doppelauspuff. Ab 4500 Touren: Jetzt strömt Adrenalin durch Adern und Benzinschläuche, anders kann es nicht sein. Der Cooper S klingt wie eine BMW-M-Version, satt und voluminös wie ein Bariton. Und gar nicht mehr so dröhnig wie früher. Im Vergleich zum Vorgänger unterscheidet den Neuen auch seine gleichmäßige Kraftentwicklung. Statt einer Berg-und-Tal-Grafik zeichnet die Drehmomentkurve jetzt ein Hoch-Plateau auf das Millimeterpapier.

In der Praxis heißt das: Der Mini leistet viel, immer und in jedem Gang. Er ist so, wie sich Büromenschen ihren Computer wünschen, er läuft stets mit voller Kapazität – zumindest zwischen 1600 und 4500 Touren. Das Fahrwerk des Cooper S bleibt straff, sogar etwas härter als beim Vorgänger. Für die Cooper-Version verspricht Mini, die Feder-Dämpfer-Kombination etwas softer abgestimmt zu haben. Neu in allen Versionen ist die elektronische Lenkung, die geschwindigkeitsabhängig agiert.

Herzstück des neuen Cooper S: der Alu-Motor mit Direkteinspritzung und Turbolader.

Beim Einparken erleichtert sie das Leben, bei hohem Tempo hält sie stur die Spur. Zielsicher arbeitet auch das Sechsganggetriebe, das endlich auch auf einen synchronisierten Rückwärtsgang setzt, der beim Einlegen nicht mehr knackt.

Ein Knackpunkt bleibt leider die Mini-Preispolitik

Verabschiedet haben wir uns ja längst von der Vorstellung, dass kleine Autos auch zum kleinen Preis zu haben sind. Aber das ein elektronisches Stabilitätsprogramm sogar im Mini Cooper S noch mit 340 Euro (bei allen anderen Motorvarianten mit 500 Euro) extra bezahlt werden muss, grenzt schon an Unverschämtheit. Schließlich kosten ein Cooper (17.350 Euro) und ein Cooper S (21.050 Euro) mehr als ein VW Golf, der selbst in seiner PS-schwachen Basisversionen bereits serienmäßig mit ESP ausstattet wird. Also heißt es, in kritischen Situationen die Luft anzuhalten. Oder sich gedanklich vom Mini zu trennen. Oder 500 Euro auf den Tisch zu legen, die den Mini dann zu einem durch und durch sicheren Partner machen.

AUTO BILD-Redakteurin Margret Hucko.

Fazit von AUTO BILD-Redakteurin Margret Hucko

Der neue Mini bleibt Mini, zumindest optisch. Alles andere als mini sind die Technik-Neuerungen: neue Motoren, neue Lenkung, überarbeitetes Fahrwerk. Für den Käufer bedeutet das einen 100-prozentigen Gewinn an Fahrspaß. Der Preis bleibt mit 21.050 Euro für den S fast identisch. Bis zum 1. Januar 2006. Denn dann erhöht nicht etwa Mini, sondern der Staat die Preise (Mehrwertsteuer). So mini wie jetzt werden die Mini-Preise nie wieder.

Technische Daten Mini Cooper S R4, vorn quer • Turbolader mit Ladeluftkühler • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 1598 ccm • Leistung 128 kW (175 PS) bei 5500/min • max. Drehmoment 240 Nm bei 1600/ min • Vorderradantrieb • Sechsganggetriebe • vorn McPherson-Achse, hinten Längs- und Querlenker • Scheibenbremsen, vorn innenbelüftet • Reifen 195/55 R 16 V • Räder 6,5 J x 16 • Länge/Breite/Höhe 3714/1683/ 1407 mm • Radstand 2467 mm • Preis 21.050 Euro

Autor: Margret Hucko

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