Mini Cooper S Clubman

Fahrbericht Mini Cooper S Clubman Fahrbericht Mini Cooper S Clubman

Test Mini Cooper S Clubman

— 14.09.2007

Der Kult geht in die Verlängerung

Mit Flügeltüren und 24 Zentimeter länger: Das ist der Clubman, der Kombi vom Mini. Nicht nur cool, sondern auch quadratisch, praktisch, gut.

Forscher der Uni Yale in den USA haben jetzt bestätigt, was wir Männer ja schon immer geahnt haben: Frauen haben ein Einkaufs-Gen. Dass diese wissenschaftliche Erkenntnis zeitlich im direkten Zusammenhang mit der Vorstellung des neuen Mini Clubman steht, ist nur ein böses Gerücht. Aber, mal ehrlich, gibt es eine bessere Steilvorlage für den ersten Fahrbericht? Das trendigste aller Trendmobile geht in die Verlängerung und wächst zum passablen Einkaufswagen heran. Die kultigste aller Kultkisten (der Fiat 500 muss das erst noch beweisen) wird auf einmal praktisch. Ja, hallo, wie cool ist das denn? Ich behaupte mal: So cool, dass demnächst die Geldbörsen (vor allem die der Damen) wie von allein aufspringen, gerade so, als handele es sich um eine freiwillige Spende für karitative Zwecke. Jeder vierte Mini soll in Zukunft ein Clubman sein, sagt Mini. Damit kommt ihr nicht aus, sage ich.

Der Mini ist jetzt nicht mehr nur süß, sondern hat auch einen Nutzwert

Macht hoch die Tür, das Tor macht weit: Die Splitdoor gab es auch beim Vorbild aus den 60ern.

Der Da-geht-ordentlich-was-rein-Mini kostet ab 19.900 Euro, 2100 Euro mehr als ein normaler Cooper. Ich meine, das ist okay. Denn erstens: Geld hat bei Mini-Käufern noch nie wirklich die ganz große Rolle gespielt. Und zweitens: Man bekommt jetzt ein richtiges Auto. Eines, das nicht nur zuckersüß die Szene der Metropolen aufmischt, sondern eines, das auch Sinn macht und praktikabel ist. Aber lassen wir den Mini mal im Dorf: Ein geniales Ladegerät ist der Kleine auch als Clubman nicht wirklich. Muss er auch nicht, erwartet auch keiner. Wer regelmäßig Schweinehälften oder Orientteppiche durch die Gegend kutschiert, kauft maxi, nicht Mini. Aber mit seinen 3,96 Metern kratzt der Clubman nun immerhin schon ganz selbstbewusst an der Vier-Meter-Marke, streckt sich um 24 Zentimeter, rückt zudem die Räder um acht Zentimeter weiter auseinander. 2,54 Meter beträgt der Radstand nun. Gut für die Hinterbänkler, die jetzt die Beine etwas kommoder unterbringen können. Gut auch fürs Gepäck, das entspannter eingeladen werden kann und bei umgelegten Rücksitzlehnen (im Verhältnis 50:50 klappbar) ruhig mal aus der Trendsport-Ecke kommen darf. Für den optimalen Zugang sorgt, wie beim historischen Vorbild aus den 60ern, eine Splitdoor.

Wie jede anständige Lounge hat auch der Clubman eine Geheimtür

Clubdoor auf der rechten Seite: öffnet gegenläufig und erleichtert hinteren Gästen den Eintritt.

Eine zweiteilige Flügeltür, die nicht nur extrem gut ausschaut, weil sie sich stets durch einen farblich kontrastierenden Rahmen hervorhebt, sondern auch ganz praktisch ist. Geführt an zwei soliden Gasdruckdämpfern, öffnet sie die Höhle im Mini-Heck extrem weit. Die Türen klappen und schließen dabei mit einem richtig schönen satten Klang. Das scheint was für länger zu sein. Bevor wir losfahren, gehen wir noch mal schnell halb um den Wagen rum. Denn rechts, das müssen Sie sehen, ist die Schokoladenseite der kleinen Trickkiste. Hier sitzt die Clubdoor. Wie jede anständige Lounge hat nämlich auch der Clubman eine Geheimtür. Diese öffnet gegenläufig und erleichtert den hinteren Gästen den Eintritt. Wenn es am 10. November 2007 losgeht, tritt der Clubman mit drei Motoren an: Cooper mit 120 PS (19900 Euro), Cooper S mit 175 PS und Cooper Diesel mit 110 PS (21.600 Euro). Dazu ist die aktuelle Spartechnik mit an Bord: Start-Stopp-Funktion, Bremsenergie-Rückgewinnung und eine Schaltpunktanzeige. Und gegen wen tritt er an? Eigentlich nur gegen sich selbst, denn ernsthafte Konkurrenten sind weit und breit nicht zu sehen.

Beim ersten Kurvenschnuppern hatten wir den Cooper S unterm Hintern, also den Top-Mini für 23.900 Euro. Dem taten die 85 Kilo Kombispeck, die der Clubman im Vergleich zum Normal-Mini mehr auf die Waage schwingt, natürlich nicht wirklich weh. Obwohl: Ganz so spritzig, aufgeweckt und federleicht wie bislang wirkte er nicht. Spekulieren wir nicht lange: Ein späterer Test wird zeigen, wie viele Federn der Bursche tatsächlich lassen musste. Fest steht für mich auf jeden Fall, dass sich das Kombiheck mit seinem 16 Zentimeter längeren Überhang behäbiger in schnelle Kurven wirft, die Handlichkeit also etwas leidet. Nicht dramatisch, aber spürbar. Dafür hat der Clubman beim Komfort sein verchromtes Näschen vorn. Der längere Radstand lässt den Mini-Kombi gelassener über Bodenwellen marschieren. Und das lag dem Mini bislang nicht wirklich in den Genen ...

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Tomas Hirschberger

Wie praktisch: Der Mini macht auf Lademeister und sieht dabei glänzend aus. Dass die Spritzigkeit etwas leidet, lässt sich leichter verschmerzen als die dreiste Aufpreispolitik der Bayern. Wieder lässt sich Mini jede Schraube extra bezahlen. Die Kunden werden es akzeptieren. Zähneknirschend. Denn Minifahren ist Kult. Mit oder ohne Kombiheck.
Mini Cooper S Clubman
Motor/Hubraum Vierzylinder/1598 cm3
Leistung 128 kW (175 PS)
Drehmoment bei U/min 240 Nm/1600
0-100 km/h 7,6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 224 km/h
Verbrauch (Liter/100 km) - CO2 6,3 Liter Super - 150 g/km
Länge/Breite/Höhe 3958/1683/1432 mm
Gewicht/Zuladung 1205/485 kg
Preis ab 23.900 Euro
positiv: super Design, bequemer Zugang zum Fond, praktisches Gepäckabteil, angenehmer Komfort
negativ: lange Aufpreisliste mit unverschämten Preisen
NOTE: 2

Autor: Tomas Hirschberger

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