Test Mitsubishi Lancer Sportback

— 30.09.2008

Jetzt geht's rund

Ein Jahr nach der Limousine bringt Mitsubishi den Lancer als Sportback. Die Händler reiben sich schon die Hände, denn das Fließheck soll mindestens 70 Prozent Verkaufsanteil erreichen.



Der Mitsubishi Lancer Sportback ist ein Grenzgänger. Mit einer Länge von 4,59 Metern toppt der neue Japaner viele Mitbewerber in der Länge und sortiert sich irgendwo zwischen C- und D-Segment ein. Größer als ein Golf (4,20 Meter), macht er dem Wolfsburger auch beim Preis Konkurrenz: Zum Marktstart am 15. November 2008 gibt es den Sportback (die Namensgebung hat Audi abgesegnet) ab 19.250 Euro mit 143 PS in der Basisausstattung "Inform". Bereits dort gibt es reichlich serienmäßige Extras: neun Airbags inklusive Kniesack, Traktionskontrolle, Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorn, elektrisch einstellbare Außenspiegel und eine fernbedienbare Zentralverriegelung sind bereits an Bord. Im Frühjahr schiebt Mitsubishi einen 1,5-Liter-Benziner mit 109 PS hinterher, der den Grundpreis noch mal um mindestens 500 Euro drücken wird.

Der Diesel ist flott, aber laut

Das Heck zitiert den alten Saab 9-3, der Dachkantenspoiler soll sportliche Ambitionen unterstreichen.

Das Heck zitiert den alten Saab 9-3, der Dachkantenspoiler soll sportliche Ambitionen unterstreichen.

Dieselfahren im Lancer Sportback beginnt ab 21.490 Euro. Dafür gibt's den Zweiliter Pumpe-Düse-TDI aus dem VW-Regal, der immer noch mit gutem Durchzug überzeugt, aber im Japaner wegen schwacher Dämmung lärmt wie eine Diesellok. Schade, denn der Selbstzünder ist im Vergleich zum etwas schwächlichen Benziner die bessere weil sportlichere Wahl. Er beschleunigt schneller auf Tempo 100 (9,6 zu 10,4 Sekunden) und erreicht mit 204 km/h (Benziner 196) die höhere Endgeschwindigkeit. Dazu ist er mit 6,2 Litern Dieselkonsum deutlich sparsamer als der Benziner, der sich theoretisch 7,9 Liter genehmigt. In der Praxis dürfte er eher neun bis zehn Liter schlucken, denn er braucht hohe Drehzahlen, um in Schwung zu kommen. 2009 hat das Nageln ein Ende, dann will Mitsubishi eine Eigententwicklung bringen, die mit mehr Laufruhe glänzt.

Komfortabel statt sportlich hart

Das Cockpit stammt aus der Limousine. Hier regiert Hartplastik – trotzdem wirkt der Lancer nicht billig.

Das Cockpit stammt aus der Limousine. Hier regiert Hartplastik – trotzdem wirkt der Lancer nicht billig.

Mitsubishi betont immer wieder den sportlichen Charakter des Lancer Sportback. Von vorn wirkt der Japaner mit dem "Jetfighter"-Frontgrill tatsächlich aggressiv, auch an Chrom wurde nicht gespart, doch hinten unterstreicht allein der Dachkantenspoiler sportliche Ambitionen. Ein Hauch Saab 9-3 alter Prägung lässt sich hier nicht leugnen. Wirklich sportlich wird es ohnehin erst mit der Ralliart-Variante, die 2009 mit 240 PS, Allradantrieb und Evo-Optik den Puls beschleunigt. Nichts zu kritisieren gibt es am Fahrwerk. Keine Spur von sportlicher Härte, der Japaner gibt sich schluckfreudig und komfortabel. Leider lässt sich das Lenkrad nur in der Höhe verstellen, und die großen Sitze bieten nur wenig Seitenhalt – das trübt den Komfort etwas. Für bequeme Naturen hält Mitsubishi ein Sechsgang-CVT-Getriebe bereit (1500 Euro ab "Invite"), das dem Benziner wegen merklicher Schaltpausen im Automatikmodus ein wenig Schwung raubt, aber dank der Schaltpaddel am Lenkrad viel Spaß macht.

Der Preis ist heiß

Innen peppt Mitsubishi die Hartplastik-Armaturen mit einem Zierstreifen in Carbonoptik auf. Hier regierte wohl der Sportgedanke, genau wie bei den rot illuminierten Rundinstrumenten, die an Alfa Romeo erinnern. Dabei ist der Sportback vor allem klassisches Fließheck mit reichlich Platz: Hinten sitzen Personen bis 1,85 Meter kommod, die Rücksitzlehnen lassen sich im Verhältnis 60:40 umlegen. Der Kofferraum schluckt zwischen 344 und 1394 Liter Gepäck; wird der doppelte Laderaumboden mit einem Fach darunter bemüht, bleiben 288 Liter. Für ein Fahrzeug dieser Größe ist das eher wenig, außerdem ist die Ladekante hoch. Doch die Summe der Schwächen bleibt überschaubar. Letztendlich ist der Lancer Sportback aber ein verlockendes Angebot. In der Invite-Ausstattung, die alles mitbringt, was sinnvoll und angenehm ist, kostet er als Benziner 20.750 Euro. Der Diesel belastet das Konto mit 22.990 Euro. In der Top-Ausstattung Instyle sind neben den 18-Zoll-Rädern ein 650-Watt-Audiosystem, Licht- und Regensensoren, Nebelscheinwerfer, Lederbestuhlung, Bi-Xenon-Scheinwerfern samt Kurvenlicht und einTouchscreen-Navi mit 30-Gigabyte-Festplatte an Bord. Der Preis für das Komplettpaket liegt bei 26.150 Euro. Keine Frage: Dieser Preis ist heiß.

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