Test Mitsubishi Outlander 2.0 DI-D

Test Mitsubishi Outlander 2.0 DI-D

— 08.04.2007

Land in Sicht

Der neue Mitsubishi Outlander kommt mit einem Diesel von VW. Nicht nur deshalb hat er erheblich bessere Chancen im Kampf um Kufer als sein hierzulande mig erfolgreicher Vorgnger.

Seit sich die deutschen Premium-Marken im Segment der groen SUV tummeln, bleibt fr die Importeure dort nicht mehr viel Platz. Gut im Geschft sind sie hingegen weiterhin im Bereich der neuen SUV-Mittelklasse; denn hier stoen sie bislang nur auf einen einzigen Konkurrenten mit prestigetrchtigem Namen: den BMW X3. Das Rennen der Asiaten machten bislang aber Toyota mit dem RAV4 und Nissan mit dem X-Trail fast unter sich aus wenn auch zunehmend von den Koreanern bedrngt. Mitsubishi, obwohl seit Jahrzehnten eine bekannte Gre im Allrad-Markt, konnte mit dem Outlander bisher nicht punkten.Hauptgrund: kein Diesel im Angebot. Das ist hierzulande ein Hemmnis.

Klar, dass eine sparsame Dieselversion bei der Entwicklung der zweiten Outlander-Generation im Lastenheft stand. Mangels eines eigenen Triebwerks gingen die japanischen Techniker zum Einkaufen. Fndig wurden sie bei VW: Der Pumpedse-Motor war fr Quereinbau geeignet und passte in den Motorraum. Aus heutiger Sicht htte man auch gleich in Frankreich kaufen knnen. Denn vom neuen Outlander wird es ja Schwestermodelle von Peugeot und Citron geben, die vom gleichen Band in Japan rollen mit Motoren aus dem PSA-Konzern.

Das Kupplungspedal will mit viel Gefhl bedient werden 

Doch bei Beginn der Outlander-Entwicklung hatte es diese Kooperation noch nicht gegeben. Der deutsche Diesel macht sich nicht schlecht im japanischen SUV.

Der deutsche Diesel macht sich gut im japanischen SUV.

Zwar bedingt die VW-Pumpedse-Einspritzung einen raueren Lauf als die sonst bliche Common-Rail-Technik. Doch weil der Diesel von Anfang an in der Entwicklung bercksichtigt und nicht nur nachtrglich eingebaut wurde, gibt es eine recht gute Vibrations- und Geruschdmpfung, die das prasselnd harte Verbrennungsgerusch von den Passagieren fern hlt. Am Testwagen strten Drhnfrequenzen in manchen Drehzahlbereichen, doch insgesamt ist die Laufkultur befriedigend, wenn sie auch nicht an die des hier fhrenden Honda CR-V heranreicht. Die Kraftentwicklung kann gleichfalls zufriedenstellen. Geht man gefhlvoll mit dem Kupplungspedal um, lsst sich zivilisiert mit Leerlaufdrehzahl einparken und anfahren. Gibt man das Pedal aber nur eine Idee zu schnell frei, stirbt der Motor unvermittelt ab. Beim Zwischenspurt im groen Gang braucht der Vierzylinder immer einen Moment, bis er Ladedruck und Zugkraft aufgebaut hat, dann aber geht es kernig voran.

Der Diesel begngt sich mit 7,2 Litern

Die effektiven Fahrleistungen reichen fr einen guten Platz im Konkurrenzumfeld. Man schaltet flink und angenehm durch die sechs Gnge des Schaltgetriebes. Eine Automatik ist weder fr den Diesel noch fr den im Herbst kommenden Benziner zu haben. Sehr erfreulich: der mit 7,2 Litern im Schnitt sehr geringe Verbrauch. Zentrale Strke des neuen Outlander ist die auf das Format des neuen Hyundai Santa Fe gewachsene Karosserie mit ihrem gerumigen und praktischen Innenraum. Vorne sitzt man gut und hat viel Bewegungsfreiheit. Bemerkenswert: das Platzangebot auf den Rcksitzen. Schiebt man die Rckbank ganz zurck, haben auch sehr Langbeinige genug Knieraum. In der Breite herrscht nicht die Weitlufigkeit eines groen SUV der Fnfmeterklasse: drei leidlich Schlanke sind aber ordentlich nebeneinander unterzubringen. Bei den beiden oberen Ausstattungsversionen Intense und Instyle sind serienmig Zusatzsitze an Bord. Sie lassen sich vollstndig im Laderaumboden versenken. Sollen in der dritten Reihe grere Kinder oder gar Erwachsene sitzen, mssen allerdings die Rcksitze in der zweiten Reihe etwas vorgeschoben werden.

Erfreulich angenehm machen den Aufenthalt an Bord zahlreiche pfiffige Details: drei Handschuhfcher und mehrere offene Ablagen bieten Stauraum fr Kleinzeug, die asymmetrisch geteilte Rckbank mit neigungsverstellbaren Lehnen lsst sich vom Laderaum aus blitzschnell falten und vorklappen, wenn man den Entriegelungsschalter bettigt.

Leichtmetallräder gibt's ab der "Invite"-Version.

Nicht vollends geglckt fanden wir die horizontal geteilte Heckklappe. Im Normalfall, so ist es jedenfalls gedacht, ffnet man nur das groe Oberteil muss dann aber das Gepck ber eine recht hohe Ladekante heben. Zum Einladen groer oder sperriger Stcke lsst sich das kleine Unterteil nach unten abklappen ist dann aber beim Beladen im Weg. Einziger erkennbarer Vorteil: Man bekommt das Oberteil auch in engen Parklcken auf. Die Fahrwerksabstimmung liegt eher auf der touristischen als auf der sportlichen Seite, das passt gut zum Charakter des Outlander.

Die Konkurrenten sind auch ganz neu auf dem Markt

Die Lenkung spricht recht direkt an, das eindeutig untersteuernde Eigenlenkverhalten ist auch fr Ungebte einfach beherrschbar, wahrt aber Distanz zu betont sportlichen SUVs wie dem BMW X3. Das Gleiche gilt zum Glck auch fr die Federung. Die Fortschritte zum holperigen Vorgnger sind bemerkenswert: lange wie kurze Bodenunebenheiten werden wirksam geschluckt. Die Kehrseite dieses reinrassigen Pkw-Fahrwerks zeigt sich im Gelnde. Die Achsverschrnkung fllt sehr drftig aus. Wenigstens rettet die elektronische Schlupfregelung den Vortrieb, wenn die Federwege am Ende sind und zwei diagonal gegenberliegende Rder entlastet werden. Eher mager ist auch die Bodenfreiheit von 185 mm, Mitsubishi gibt gar nur 178 mm an. Beim Allradsystem baut auch der Outlander auf die beliebte Hang-on-Lsung: Nur die Vorderrder werden direkt angetrieben, die hinteren werden per elektronisch geregelter, auch manuell auf quasi-starren Durchtrieb stellbarer Lamellenkupplung am Vortrieb beteiligt. Das funktioniert recht ordentlich.

Die Hauptkonkurrenten sind ebenfalls ganz neu auf dem Markt. Der Honda besticht mit seinem sehr angenehmen und noch etwas sparsameren Diesel, Schwchen leistet er sich im Gelnde mit seiner ungengenden Bodenfreiheit. Der Opel legt den Akzent noch strker auf den Fahrkomfort, hat aber mit seinem kleineren Gepckraum Praxisnachteile und leistet sich einen deutlich sorgloseren Umgang mit dem Kraftstoff. Beiden voraus hat der Outlander den besonders variablen und mit pfiffigen Details erfreuenden Innenraum und die optionale Siebensitzigkeit, die sonst nur Hyundai Santa Fe und Chevrolet Captiva bieten. Bei den Motoren bieten Honda und Opel mehr Auswahl, fr sie gibts auerdem auch ein Automatikgetriebe.

Fazit von AUTO BILD ALLRAD-Redakteur Thomas Rnnberg

Endlich hat auch Mitsubishi ein rundum konkurrenzfhiges SUV der neuen Mittelklasse im Programm. Gegenber dem Vorgnger wurde ein Teil der sogenannten Sportlichkeit ber Bord geworfen das bertrieben harte Fahrwerk vor allem und die Beschrnkung auf mig sparsame Benzinmotoren. Die Alltags- und Familientauglichkeit mit gerumiger Karosserie und ausgewogenem Fahrwerk ist jetzt deutlich besser. Gelndetauglichkeit ist keine Strke des neuen Outlander; dafr berzeugt der von VW zugekaufte Diesel mit Sparsamkeit.

Autor: Thomas Rnnberg

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