Test Navigation im Tiguan

3D-Navi RNS 510 von VW 3D-Navi RNS 510 von VW

Test Navigation im Tiguan

— 10.07.2008

VW weist den Weg

VWs neues 3D-Navigerät RNS 510 überzeugt selbst den größten Elektronik-Muffel mit narrensicherer Bedienung. Die einfache Benutzerführung zieht sich durch alle Ebenen des Systems.

Toll, was das Ding mit dem Namen RNS 510 alles kann – navigieren, telefonieren, Musik spielen (auch vom iPod) oder auf einer 30-Gigabyte-Festplatte speichern, Filme abspielen, Radio empfangen, Verkehrsmeldungen auslesen und in alternative Routeneinbauen ... Das klingt verwirrend? Stimmt. Zumindest was die Bedienung angeht. Aber VW hat es verstanden, selbst Elektronik-Laien den Weg durch die vielf ältigen Funktionen zu weisen. Dabei hilft die glasklare Gliederung: großes Display plus gut gekennzeichnete Schnellwahltasten rechts und links davon. Mit ihnen kann der Fahrer schnell zwischen den vielen Funktionen wechseln.

Raketenfunktion: die Taste für den Überblick

Das RNS 510 sitzt oben im Tiguan-Cockpit. So wird der Fahrer nicht zu lange vom Verkehr abgelenkt.

Die einfache Benutzerführung zieht sich durch alle Ebenen des Systems. Und so muss man auch bei der Navigation nicht um Ecken denken. Jede Funktion ist eindeutig bezeichnet und abgelegt. Fachbegriffe oder englische Bezeichnungen werden vermieden. Oft hält das RNS 510 verschiedene Wege zum Ziel bereit. Beispiel Kartenzoom: Er kann entweder über eine berührungsempfindliche Leiste im Touchscreen oder den rechten Drehknopf des Radios bedient werden. Wer während der Fahrt den Maßstab verändern will, der greift zum Drehknopf, ohne den Blick lange von der Straße zu nehmen.

Und dann gibt es noch eine nette Spielerei: die Raketenfunktion. Dahinter steckt kein Auslöser für den Schleudersitz – wer auf das Raketensymbol am unteren Rand des Touchscreens tippt, schwebt virtuell über der Karte, sieht seine Strecke von Start bis Ziel aus der Vogel-, pardon, Raumschiff-Perspektive.

Bei der Zielführung selbst kann der Fahrer zwischen drei angebotenen Strecken wählen. Für jede dieser einzelnen Alternativ-Routen zeigt das RNS 510 Entfernung und Fahrtzeit an. Nichts zu meckern? Doch, ein bisschen: Die Zugriffszeiten sind für eine Festplattennavigation mit sechs bis acht Sekunden zu lang. Gleiches gilt für die 14 Sekunden bei einer Fehlerkorrektur, wenn man sich verfahren hat – da sind sogar einige Nachrüstgeräte schneller. Ach ja – und noch besser würde uns das RNS 510 gefallen, wenn VW bei der Zieleingabe das MMI von Audi kopiert hätte. Bei der Konzernschwester erleichtern ein Drehrad und ein kreisförmig auf dem Display angeordnetes Alphabet die Zieleingabe. Beim RNS 510 werden die Buchstaben wie bei einer Schreibmaschine eingetippt. Das dauert dann eben etwas länger.

Technische Daten

Name: Radio-Navigationssystem RNS 510
Preis: 3015 Euro (Tiguan)
Zulieferer: SiemensVDO
Display: 6,5-Zoll-Farbdisplay (Touchscreen) mit 800x450 Bildpunkten und einer Kartendarstellung im 16:9-Format.
Kartenabdeckung: Westeuropa, 27 Länder, hausnummerngenau. Navigation auch offroad mit Wegpunktmarkierungen als Orientierungshilfen (topografische Karten).
Speicher: 30-GB-Festplatte für Navigation und Musik, unterstützt von einem Power-PC mit 400 MHz und einem Grafikprozessor.
Radio/Multimedia: Festplatte für Musik (WMA/MP3), DVD-Spieler für Musik und Filme, kompatibel mit Mobiltelefonen (Bluetooth) und externen Audioquellen (über USB-und SD-Karten-Slot).
Musikleistung: 4x20 Watt, erweitert mit Dynaudio-Soundsystem mit acht eigenresonanzarmen Lautsprechern.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Stefan Szych

Einfache Menüstruktur, klare Benutzeroberflächen, schöne Karten und geschickte Kombination von Touchscreen und Tastenbedienung machen das RNS 510 zu einem guten Navigationssystem. Schwächen zeigt das VW-Top-Navi lediglich bei den Zugriffszeiten: Die Festplattennavigation berechnet kurze Strecken in sechs bis acht Sekunden, nach Fahrfehlern braucht sie bis zu 14 Sekunden. Das kann die Nachrüstkonkurrenz teilweise schneller. Dem Gesamtpaket aus Navi und Multimediaanlage fehlt für die Note "sehr gut" zudem noch eine Sprachsteuerung etwa für die Zieleingabe. Gesamtnote: GUT.

Autor: Stefan Szych

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