Test Navigationsgeräte ab Werk

Test Navigationsgeräte ab Werk

— 21.10.2008

Wie gut sind eingebaute Navis?

Teuer sind sie, die Navigationsgeräte ab Werk. Bis zu 4000 Euro. Aber was können sie? Diese Frage beantwortet der große AUTO BILD-Test. 14 fest eingebaute Navigationssysteme im Vergleich!

Das schockt: Wer beim Lexus ein Navi mitbestellen möchte, stolpert als erstes über den deftigen Preis. 4000 Euro ruft die Toyota-Tochter für die elektronische Kartensammlung auf. Selbst Skoda, eher für volkstümliche Preise bekannt, langt hin, will mehr als 2000 Euro für seinen Navigator Columbus. Wer so herzhaft zugreift, muss ein ausgezeichnetes Produkt abliefern. Deshalb haben wir zusammen mit NavCert 14 fest eingebaute Navis getestet. Mit auf der großen Test-Tour: alle deutschen Autohersteller und die wichtigsten Importeure. Ergebnisse: durchwachsen. Einige Geräte führen nur in die Nähe des Ziels – Hausnummernbereich –, andere geben falsche Anweisungen oder berechnen Routen, die kürzer sind, aber zwei Stunden länger dauern als die schnelle Alternative. Probleme auch bei der Technik. Manche Geräte finden sich nach Tunneln oder Parkhäusern nur träge zurecht, arbeiten mit blassen oder tief eingebauten Displays. Das will niemand haben, der so viel Geld ausgibt.

Die ausführliche Bewertung aller Testkandidaten finden Sie in der Bildergalerie

Für unseren Test legten wir gemeinsam mit der NavCert Braunschweig die Teststrecke fest: über 500 Kilometer, zwölf Einzelziele sowie 20 weitere Messkriterien. Außer der Navigation bewerteten wir die Routenkorrektur nach Fahrfehlern, die Aktualität der Karten, die Bedienbarkeit und das Verhalten bei Störungen. Einen Bewertungs-Schwerpunkt legten wir auf die Sicherheit, die in allen Kategorien des Tests besonders berücksichtigt wurde: Technik (Lage und Anzahl von Displays, Kartendarstellung),  Bedienbarkeit (Eingabe über Touchscreen, Tasten oder Sprache, Menüführung), Zielführung/Navigation (Genauigkeit der Fahranweisungen, Zielgenauigkeit, Ansagen). Zusammen mit den statistischen Werten der Routenberechnung ergab dies für jedes Gerät ein Protokoll mit 160 Einzelpositionen und am Ende eine Note (eins bis sechs) mit Platzierung. Die ausführliche Bewertung mit den Stärken und Schwächen aller Testkandidaten finden Sie in der Bildergalerie.

Fazit

Dass die Autohersteller für ihre schick ins Cockpit eingepassten Navi-Systeme deftige Preise verlangen, weiß jeder. Kein großes Problem, wenn die Qualität stimmt – wie beim Mercedes Comand APS. Ärgerlich wird es in Fällen wie bei Audi oder VW. Die Ingolstädter verlangen für ihr kleines Navi ohne Kartendarstellung 2005 Euro. Das ist viel zu viel für alte Technik. Und in Wolfsburg nehmen sie für ein tolles System 2890 Euro. Doch das baugleiche Skoda-Navi kostet 880 Euro weniger! Das ist reine Abzocke.
Fest eingebaute Navigationsgeräte im Test
Gerät Rang *) Preis Gebrauchswert Sicherheit Navigation Note
Mercedes-Benz COMAND APS
1 3754 Euro 1,8 1,7 1,5 1,7
VW RNS 510
2 2890 Euro 2,3 1,8 1,9 2,0
Skoda Columbus
2 **) 2010 Euro 2,3 1,8 2,0 2,0
Lexus DVD Navi TNS 700
4 4000 Euro 1,9 2,1 2,0 2,0
Ford DVD Navi NX
5 2420 Euro 2,5 1,9 2,2 2,2
Audi MMI Navigations plus
6 3160 Euro 2,5 2,3 1,9 2,2
BMW Professional
6 3230 Euro 2,1 2,3 2,1 2,2
Mercedes-Benz Audio APS 50
8 2683 Euro 1,9 2,4 2,1 2,2
Mazda VDO Dayton
9 2300 Euro 1,9 2,3 2,4 2,4
Renault Carminat 3
10 3250 Euro 2,6 2,5 2,1 2,4
Volvo RTI Navigationssystem
11 2900 Euro 2,9 2,6 2,0 2,5
Opel DVD 100 Navi
12 1805 Euro 2,8 2,7 2,2 2,6
BMW Business
13 3070 Euro 2,4 3,3 2,0 2,6
Audi MMI Basic plus
14 2005 Euro 2,6 2,9 3,7 3,1
*) Bei gleicher Gesamtnote entscheidet die Bewertung der Sicherheit über die Platzierung.
**) Preis-Leistungs-Sieger

Autor: Stefan Szych

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