Test Nissan 370Z

Test Nissan 370Z

— 05.12.2008

Zurück zum Charme von früher

Vor 40 Jahren kam der erste Nissan Z. Der neue 370Z gratuliert mit mehr Schärfe und Direktheit. So macht Nissan einen weiteren großen Schritt in Richtung Porsche Cayman. Erster Fahreindruck.

Der neue 370Z soll kein Fortschritt sein zum alten 350Z, meinen die ersten Kritiker im weltweiten Netz. Ein großer Irrtum. Nissans Sportler ist zehn Zentimeter kürzer und steht 5,5 Zentimeter breiter auf der Straße. Dazu die Bumerang-Leuchten und Seitenfenster, die an das erste Z-Modell von 1969 erinnern. Hier kommt ein Coupé frisch aus der Diät, behandelt von fähigen Schönheits-Chirurgen. Der neue 3,7-Liter-V6 (332 PS) liefert 19 PS mehr als der Vorgänger, mit 90 Prozent des maximalen Drehmoments ab 2000 Touren. Charakter: kein explosiver Sportler, eher Gentleman mit langem Atem.

"Das" Technik-Highlight seit Jahren

So sieht eine Japan-Legende aus, wenn sie klug gepflegt wird.

Der Auspuffsound klingt rauer, dringt aber leiser durch die dickere Dämmung nach innen. Umso prickelnder der Griff zur Sechsgang-Handschaltung, die eine Weltpremiere bietet. "SynchroRev Control" wählt beim Gangwechsel elektronisch die passende Motordrehzahl, damit der Anschluss gelingt. Egal ob man einen oder zwei Gänge rauf- oder runterschaltet – RevControl hat immer die passende Drehzahl parat. Fazit nach der ersten Fahrt: Das hier ist wohl das unterhaltsamste Technik-Highlight seit Jahren. Das weiterentwickelte Fahrwerk (mit Doppelquerlenkern vorn, leichterem Stabi) führt den 370Z steifer und schneller als zuvor durch die Kurven.

Der neue 3,7-Liter-V6 vom Infiniti G37 ist wieder stark – und wohl durstig.

Ein echter Fortschritt ist auch das konkretere Lenkgefühl. Zudem hat Nissan das Bremsnicken reduziert. Wer direkt vom 350Z in den Neuen umsteigt, nimmt dieselben Kurven mit spürbar mehr Tempo – mindestens zehn km/h. Beim Interieur hat Nissan die Kunden-Kritik erhört: Es wirkt insgesamt hochwertiger, und der Kofferraum bietet mehr Platz. Wie bisher hockt man in zwei tiefen Höhlen, getrennt von einer breiten Mittelkonsole. Die größeren Instrumente stehen fest auf der Lenksäule, die leider nicht längs verstellbar ist. Zu kaufen gibt es den Nissan 370Z im kommenden Frühjahr – pünktlich zum 40. Geburtstag der Z-Baureihe.

Das gefällt uns: Der Z blieb Z. Gezielter Feinschliff, Schwächen beseitigt – so viel Bewusstsein für einen Schatz ist selten bei Japanern. Danke!
Das fehlt uns:
Ein kleiner Sportmotor, der Gewicht und Verbrauch senkt, würde gut zum Charakter des Z passen. Vielleicht ein Turbo?
Das überrascht uns: Das hohe Gewicht. Das Auto ist kürzer geworden, blieb aber genauso schwer. Mehr Leichtbau, bitte! Das verlangt die Zeit.

Fazit von Peter Lyon

Der 350Z war keine Eintagsfliege – der Nachfolger fährt sich so scharf, wie die Boomerang-Leuchten aussehen. So macht Nissan einen weiteren großen Schritt in Richtung Porsche Cayman. Auf das Duell dieser Zwei dürfen wir ebenso gespannt sein wie auf das, nicht vor Frühjahr 2009 ausgehängte Preisschild am 370Z.
Technische Daten Nissan 370Z
Motor V6, vorn längs
Hubraum 3694 cm³
Leistung 244 kW (332 PS) bei 7000/min
max. Drehmoment 366 Nm bei 5200/min
Länge/Breite/Höhe 4244/1844/ 1316 mm
Radstand 2550 mm
Bereifung vorne 225/50
Bereifung hinten 245/45 R 18

Autor: Peter Lyon

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