Test Nissan X-Trail 2.0 dCi

Test Nissan X-Trail 2.0 dCi

— 23.05.2007

Rauhe Schale, weicher Kern

Der neue Nissan X-Trail kommt und kaum einer sieht es. Erst beim Fahren zeigt der kernige Bursche sein neues, sanftmtiges Gesicht.

Als SUV noch Gelndewagen hieen, bewies Nissan schon ein feines Nschen, wohin die Reise gehen knnte. Mit dem X-Trail brachten die Japaner bereits vor sechs Jahren jenes Trendmobil ins Rollen, ohne das heute kaum noch ein Hersteller auskommen mag.

Nach weltweit ber 800.000 verkauften Exemplaren (bei uns ber 50.000) geht ab dem 6. Juni nun bereits die zweite Generation des kompakten Freizeitautos an den Start. Optisch auf den ersten Blick nur schwer vom Vorgnger zu unterscheiden, setzt Nissan auf bewhrte Taktik. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten, deren Figuren immer mehr Rundungen und Plsterchen aufweisen, zeigt der neue X-Trail weiterhin Mut zur Kante.

"Viele unserer Kunden htten am liebsten alles beim Alten gelassen" verteidigt Produkt-Manager Bjrn Krger Nissans "geradlinig-ehrlichen" Karosserie-Kurs. Etwas langweilig, aber wenns wieder klappt ... Natrlich sollte sich der X-Trail auch deutlich vom Neuen Mode-Rundstck Qashqai abgrenzen. Mit dem flotten Bruder teilt er sich brigens die Bodengruppe. Beim X-Trail hat Nissan allerdings krftig daran gezogen.

4,63 Meter ist der X-Trail jetzt, und damit eine Handbreit lnger als ein BMW X3. Seinen Vorgnger berflgelt er gar um 17,5 Zentimeter. In erster Linie profitiert das Gepck davon. Allein der Laderaum wurde zehn Zentimeter lnger und wuchs auf maximal 1773 Liter Bestwert seiner Klasse, sagt Nissan.

Doppelter Boden: Das neue Modell hat dieses Lademodul serienmäßig.

Die neue, flach bauende Hinterachse ermglicht es, die Ladekante um elf Zentimeter abzusenken. Nissan fllt diesen Raum mit einem Lademodul inklusive Schubfach fr Kleinkram, der sonst nervig klternd rumfliegt. Weiter vorn verabschiedet sich der X-Trail vom Zentral-Cockpit. Es rckt wieder nach links, macht mittig den Platz fr einen Sieben-Zoll-Bildschirm frei.

Gemtliche Sitze, Materialien, die sich hochwertig anfhlen, sowie selbsterklrende Knpfe und Tasten unterstreichen, dass Abenteuer hier unerwnscht waren. Wirkt alles sehr Pkw-like. Und genau das ist auch der Eindruck nach den ersten Metern hinterm Steuer. So sehr sich der X-trail auch bemht, optisch den rauen Grenzgnger zwischen zwei Welten zu spielen, so ist er im Kern doch ein bemerkenswert sanftmtiger Typ. Er versucht gar nicht erst, den Dynamiker la BMW X3 vorzugaukeln und verzichtet gnzlich auf die harte Tour.

Total verschränkt: Der X-Trail bleibt ein talentierter Kletterer.

uerst komfortabel federt der Allradler seine Insassen selbst ber ble Pisten und verwhnt mit einem unerwartet niedrigen Geruschniveau. Dass er sich in allzu engagiert genommenen Kurven etwas zu stark zur Seite neigt und merklich kopflastig untersteuert, drfte die typischen X-Trail-Kunden kaum stren. Die fahren nicht so. Sticht man doch mal zu optimistisch in eine Biegung, helfen meist ESP (jetzt stets serienmig), elektronische Bremskraftverteilung (EBD), Antiblockiersystem und das nochmals berarbeitete All-Mode-4x4-System aus der Patsche. Das soll jetzt noch schlauer sein und alles Mgliche berwachen. Diverse Sensoren melden einem Zentralrechner, was da drauen auf der Strae abgeht. Das Superhirn schickt dann blitzschnell die Kraft dem Rad mit der besten Haftung rber.

Zustzlich untersttzen nun elektronische Helfer den Fahrer bei steilen Abfahrten und beim Anfahren am Berg. Klingt gut und ist es auch, wie erste Abstecher ins Gelnde zeigen. Zu den Preisen: Bei 26.990 Euro geht es los. Dafr gibt's einen komplett neuen Zweiliter-Benziner mit 141 PS, ab 30.040 Euro einen 2,5-Liter mit 169 PS. Wer dieseln mchte, muss mindestens 29.440 Euro anlegen und bekommt den von uns gefahrenen, krftigen und vllig ausreichenden 150-PS-dCi. 20 Diesel-PS mehr kosten ab 32.140 Euro. Beide Selbstznder kommen von Renault und haben serienmig Partikelfilter druntergeschnallt. Eine saubere Entscheidung.

FAZIT


Evolution statt Revolution: Der X-Trail bleibt wortwrtlich seiner Linie treu. Nissan hat seinen SUV auf den Punkt modernisiert, ohne modisch zu sein. Ein unaufflliger Generationswechsel wie beim Mini oder Mazda MX-5. Kontinuitt statt Kurzlebigkeit. Diese Mode gefllt mir.

Autor: Tomas Hirschberger

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