Test Opel Tigra TwinTop 1.3 CDTI

Opel Tigra TwinTop 1.3 CDTI Opel Tigra TwinTop 1.3 CDTI

Test Opel Tigra TwinTop 1.3 CDTI

— 11.05.2005

Was soll der Diesel?

Ein Diesel im Tigra: Das macht nicht viel Sinn. Denn mit 17.995 Euro ist der Open-Air-Opel zum Sparen einfach zu teuer.

Der Diesel souffliert wie ein Benziner

Es ist alles nicht so schlimm, wie es im ersten Moment klingt: ein Cabrio mit Diesel. Die neue deutsche (Diesel-)Welle spielt jetzt auch im Opel Open air. Wie sich das live anhört? Überraschend leise. Denn der 1,3-Liter-Vierzylinder souffliert unterwegs wie ein Benziner. Karosserie und Innenraum sind makellos verarbeitet und klappern deshalb nicht. Nach einem brummenden Intro – hart und nagelnd – verschwindet das Motorengeräusch vornehm im Hintergrund.

Zugegeben, es fällt schwer, sich an den Gedanken zu gewöhnen, Frischluft in Kombination mit Diesel zu tanken. So pur und dann noch ohne Rußfilter. Im Schnitt verbraucht der 70-PS-CDTI 5,5 Liter, auf der Landstraße trinkt er spatzenhafte 4,3. Und das bei ordentlichem Durchzug ab 2000 Touren, darunter zieht er eher zäh.

Ein vernünftiges Vergnügen? Nein, ein teurer Spaß. Denn der 70-PS-Diesel kostet 1100 Euro mehr als der 90 PS starke Basis-Benziner und lohnt sich deshalb erst ab 20.000 Kilometern pro Jahr (drei Jahre Laufzeit). Außerdem tunen die 20 Mehr-PS des Benziners auch fühlbar die Fahrfreude. Leider nicht die Optik. Auch Zweisitzer leiden an Problemzonen. Die des TwinTops sehe ich am Hintern. Ein Heck, das zwar nicht so dick aufträgt wie beim Cabrio-Kollegen Peugeot 206+ CC, aber dennoch mächtig auffällt. Was auch an der Größe des Kofferraums liegt. Stolze 440 Liter faßt das Abteil, bei geöffnetem Dach bleiben 250 übrig – mehr als beim BMW Z4.

Technische Daten und Wertung

Wie komplex das feste Blechdach konstruiert ist, zeigt die Notfallplanung. Was die Automatik in 18 Sekunden erledigt, schafft der Fahrer mit über hundert Handgriffen nicht. Deshalb immer schön alles richtig machen: Handbremse anziehen, Zündung ein, Entriegelung im Dach aufklappen, Knöpfchen ziehen. Ziemlich simpel. Auch der Kofferraumdeckel öffnet (elektrohydraulisch) auf Knopfdruck. Wobei der Finger ständig draufbleiben muß – auch beim Schließen.

Der Tigra gehört eben zur jungen Techno-Generation, fährt aber wie ein klassischer Opel: das Fahrwerk straff, die Lenkung leichtgängig und exakt, das Getriebe hakelt ein bißchen. Mit einem Bremsweg von 37 Metern gehört er zu den Besten. Das gilt auch für die Windgeräusche: Trotz seiner kantigen Form gleitet der Zweisitzer nahezu lautlos über die Autobahn. Fazit des Opel-air-Konzerts: schön war’s, aber auch ganz schön teuer.

Autor: Margret Hucko

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