Test Opel Zafira 1.9 CDTI

Opel Zafira 1.9 CDTI Edition Opel Zafira 1.9 CDTI Edition

Test Opel Zafira 1.9 CDTI

— 19.07.2005

Wieder Spitze?

Der erste Zafira hat Maßstäbe gesetzt. Mit der Neuauflage des Bestsellers will Opel erneut ganz nach vorn fahren. Gelingt das?

Gutes noch besser gemacht

Um diese Aufgabe waren die Ingenieure nicht zu beneiden: Modellwechsel beim Zafira. Der Kompaktvan holte in der Vergangenheit für die deutsche GM-Tochter die Kastanien aus dem Feuer. Er galt als gelungenster Opel seit langem, war Vorbild seiner Klasse. Sitzkonzept und Variabilität wurden gern und oft kopiert. Was also soll man am Zafira noch besser machen?

Viel gab es da nicht. Entsprechend behutsam gingen die Entwickler vor. Radikale Brüche wie beim Astra waren tabu. Motto: Aus einem guten Auto ein noch besseres machen. Aber reicht das aus, um wieder ganz an die Spitze zu fahren? Aus dem Zweikampf Scénic gegen Zafira ist mittlerweile ein harter Mehrkampf geworden (VW Touran, Honda FR-V, Toyota Corolla Verso, Renault Scénic II, ...).

Der Blick in Fond und Kofferraum läßt mich aufatmen. Hier ist der Neue ganz der Alte. Das geniale Sitzkonzept mit der raffiniert faltbaren dritten Reihe ist geblieben. Und die Sitze sechs und sieben sind nach wie vor aufpreisfrei. Bravo, sichert sich Opel eine Alleinstellung.

Kosten und Ausstattungen

Ein völlig neues Zafira-Ambiente empfängt mich auf dem Fahrersitz: Lenkrad, Instrumente, Schalter – alles wie im Astra. Vor allem ergonomisch hat der Opel-Van Fortschritte gemacht. Üppige Ablagen in den Türen und zwischen den Sitzen erleichtern den Alltag. Der Schaltknauf sitzt schön hoch und damit griffgünstig in der Nähe des Lenkrads.

Gleiches gilt für den aufpreispflichtigen Farbmonitor (ab 1370 Euro bei Ausstattung Edition). Er leuchtet auf Armaturen-Ebene und liegt damit perfekt im Blickfeld des Fahrers. Irritierend dagegen funktioniert die "Open & Start"-Option (420 Euro). Der Zafira erkennt den Sender in der Tasche, entriegelt die Türen bei Berührung der Griffe und startet per Knopfdruck. Das dauert. Die Gedenksekunde, bis die Elektronik das Lenkrad entsperrt und der Motor endlich läuft, ist gewöhnungsbedürftig – und sicher nicht jedermanns Sache.

Werksangabe und Testwerte

Der Testwagen rollte mit dem mittleren Diesel der drei 1.9-Common-Rail-Selbstzünder auf unseren Hof. Ein nicht supersanft laufendes Aggregat mit 120 PS. Im Stand und bei Stadtfahrten verbreitet der Vierzylinder ein stets hörbares Dieselnageln, das aber bei höherem Tempo mehr und mehr in den Hintergrund gerät.

Bei 120 km/h auf der Autobahn dreht der Motor mit nur 2000 Umdrehungen pro Minute. Auch bei Tempo 150 verdient der Zafira das Prädikat laufruhig. Gespräche mit Mitfahrern sind problemlos möglich, ohne die Stimme zu erheben. Extra-Lob kriegt er für seine Abgas-Entgiftung: Alle Zafira-Diesel sind serienmäßig mit wartungsfreiem Partikelfilter bestückt und erfüllen Euro 4.

Auch vollbeladen ohne Tadel

Besonders entspannt reist es sich im Zafira, wenn er mit der optionalen Sechsstufen–Automatik (1560 Euro) ausgerüstet ist. Sie harmoniert gut mit dem Diesel-Triebwerk. Kraftvoll und fast ruckfrei zieht der Zafira nach vorn. Daß die Automatik aus dem Schiebebetrieb manchmal zögerlich anspricht, gehört zu den Eigenarten eines Wandlergetriebes und dürfte nur sportliche Fahrer stören.

Kritikwürdiger ist ein Kunststoff-Schnarren aus dem Bereich der Lenksäule, mit dem der Testwagen beim Anfahren nervte. Schade, denn schlechte Straßen meisterte er ansonsten souverän und klapperfrei. Trotz sportlich straffer Fahrwerkabstimmung ist der Zafira ein komfortables Auto. Selbst vollbeladen rollt er angenehm gedämpft über Straßenunebenheiten und Kopfsteinpflaster. Auch Ausweichverhalten, Bremsweg und Lenkung sind ohne Tadel.

Fazit und Wertung

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jörg Maltzan: Insgesamt ist der Zafira ein rundum gelungenes Auto, das ich beim Kampf um die Krone bei den Kompaktvans ganz vorn sehe. Ob er tatsächlich die Spitze vor Touran & Co erobern kann, wird der erste Vergleichstest zeigen. Fortsetzung folgt ...

Wie gefällt Ihnen der neue Zafira?

Ob ein Auto letztlich ankommt, wissen nur die Verbraucher selbst – also Sie. Deshalb ist uns Ihre Meinung wichtig. Vergeben Sie eigene Noten für neuen Opel Zafira. Den Zwischenstand sehen Sie direkt nach Abgabe Ihrer Bewertung.

Autor: Jörg Maltzan

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