Peugeot 207 Sport 95

Test Peugeot 207 Sport 95 Test Peugeot 207 Sport 95

Test Peugeot 207 Sport 95

— 04.09.2007

207 mit BMW-Motor

Ein Mini-Motor für den kleinen Peugeot 207 Sport 95: Seine 95-PS-Maschine wurde in München entwickelt. Ein bayerischer Benziner in einem französischen Auto – kann das überhaupt funktionieren?

Im neuen Peugeot 207 steckt mehr Mini als man denkt. Außen Mini-Maße und unter der Haube nun auch ein Mini-Motor. Nein, nicht irgendein kleiner Vierzylinder mit 1,4 Liter Hubraum, sondern ein echtes Aggregat Marke Mini – also made by BMW. Voilà, so werden aus Konkurrenten vielversprechende Kooperationen. Für den 95-PS-Benziner mit vollvariabler Ventilsteuerung "Valvetronic" haben sich Peugeot und BMW nämlich zusammengetan. Mit dem ehrgeizigen Ziel, Fahrspaß und Spritsparen zu kombinieren. Schöner Plan. Und die Praxis? Beim Starten des Benziners fällt vor allem eines auf: seine Unauffälligkeit. Was für eine Ruhe! Der Motor vibriert nicht, er macht kaum Lärm, der 207 fährt einfach los. Leider ebenso unspektakulär müht sich der Kleinwagen auf die Überholspur. Mit 12,4 Sekunden bis Tacho 100 reiht sich der 207 gerade mal beim Durchschnitt ein. Stört's? Non, cherie, verziehen. Allerdings dürfte es beim Spritverbrauch etwas weniger sein. Mit 7,1 Liter Super schluckt das Vier-Meter-Auto kräftig. Verschwendung ist offenbar eine französische Schwäche. Schließlich verbraucht der Mini One mit dem gleichen Motor einen guten Liter weniger.

Ganz und gar nicht Mini: Die Bremswege sind leider maxi

Die fahrende Solarzelle: Das Glasdach kostet 410 Euro. Drinnen gibt es eine dazugehörige Jalousie.

Dem Peugeot fehlt der sechste Gang. Das Getriebe ist sein Schwachpunkt. Die Schaltwege sind für einen sportlichen Kleinwagen zu labberig. Beim Gangwechsel fühlt sich der Schalthebel wie ein aufgeweichtes Baguette an und ist außerdem sehr tief montiert. Das fällt besonders auf, weil man regelrecht auf den Vordersitzen thront. Die erhabene Position verbessert die Übersicht. Und das ist notwendig, speziell beim Rangieren: Beim Blick nach hinten fällt auf, dass die ansteigende Seitenlinie die Heckscheibe allzu sehr verkleinert. Wegschauen wollen wir auch bei den Bremswegen nicht. Die reichen bis zu 40,3 Meter aus Tempo 100 – eine halbe Wagenlänge zu viel. Ein Stabilitätsprogramm ist in der Ausstattung Sport immerhin Serie, im Basismodell kostet es 460 Euro Aufpreis. Trotzdem sollte es dringend bestellt werden. Damit der 207 nicht unkontrolliert schleudert, sondern so souverän fährt, wie er aussieht. In der "Sport"-Version reißt der 207 das Maul weit auf. Der Frontgrill täuscht Alu vor, darunter leuchten Nebelscheinwerfer. Im Innenraum geben Sportsitze eine starke Schulter, der CD-Spieler ist Serie. Da ist der kleine Peugeot 207 ganz untypisch Mini. Für 16.000 Euro ist alles drin. Große Klasse.

Fazit

Ein bayerischer Benziner in einem französischen Auto – kann das klappen? Ja, das funktioniert sogar sehr gut. Am meisten überzeugt die hohe Laufkultur des 1.4-Vierzylinders. Enttäuschend ist allerdings der hohe Spritverbrauch. Ein sechster Spar-Gang könnte Abhilfe schaffen.
Peugeot 207 Sport 95
Motor/Hubraum Vierzylinder/1397 cm³
Leistung 70 kW (95 PS)
Drehmoment bei U/min 136 Nm/4000
0-100 km/h 12,4 s
Höchstgeschwindigkeit 185 km/h
Testverbr. (l/100 km) – CO2 7,1 l S – 169g/km
Bremsweg 100-0 km/h 40,3 m
Typklassen HPF/VK/TK 15/12/18
PREIS ab 16.000 Euro
PLUS: laufruhiger Motor, gute Sitze, umfassende Serienausstattung, günstige Vollkasko
MINUS: hoher Spritverbrauch, nur fünf Gänge, unpräzises Getriebe, langer Bremsweg
NOTE: 3+
Konkurrenten: Fiat Grande Punto 1.4, 95 PS, ab 12.740 € und Renault Clio 1.2 16V TCE, ab 13.900 €

Autor: Margret Hucko

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