Test Porsche 911 Targa 4/4S

Test Porsche 911 Targa

— 20.09.2006

Der Vollglas-Elfer

Der beste Kompromiss zwischen Cabrio und Coup, dafr stand bislang der Porsche Targa. Die dritte Generation will mehr sein: der ideale Ganzjahres-Elfer.

Der Targa: 40 Jahre lang war er ein Elfer fr Leute, die sich nicht entscheiden konnten: zwischen grenzenloser Offenheit und kleinbrgerlichem Schiebedach, zwischen offensiver Cabrio-Selbstdarstellung und diskretem Coup-Status. Jetzt rollt die dritte Generation des Vollglas-Elfers auf den Markt und dass sie ausgerechnet im Herbst debtiert, kann kein Zufall sein. Denn der neue Targa reprsentiert nicht nur wie gehabt den besten Kompromiss zwischen Cabrio und Coup, sondern laut Porsche neuerdings auch den idealen Ganzjahres-Elfer.

Oben Glas, unten Allrad so lautet das neue Motto, demzufolge sich der Neue mit vollem Namen als 911 Targa 4 prsentiert. Wahlweise auch als Targa 4 S, denn erstmals in seiner Geschichte stehen fr den Kompromiss-Carrera zwei Motorvarianten zur Wahl. Totale Traktion ist dagegen knftig serienmig. Optisch setzt sich der Neue vor allem mit den auf Hochglanz polierten Aluminiumleisten an den seitlichen Dachkanten von seinen normalen Brdern ab. Und Elfer-Spezialisten werden sptestens auf den zweiten Blick erkennen, dass wie bei allen Allrad-Elfern ein um 44 Millimeter breiteres Heck die Carrera-Figur krnt.

Kennzeichen des Targa: transparente Kuppel und Alu-Leiste um die Fenster.

Wichtigstes Merkmal des Targa aber ist und bleibt die transparente Kuppel, die sich wie gehabt aus zwei Segmenten zusammensetzt. Der vordere Teil, der etwa der doppelten Gre eines normalen Schiebedachs entspricht (0,45 Quadratmeter), lsst sich mittels eines Wippschalters auf der Mittelkonsole unter die Heckscheibe schieben und macht so den Weg frei fr eine ausgesprochen zugarme Frischluftzufuhr. Eher praktische Vorzge bietet dagegen die hintere Dachhlfte: Von zwei Gasfedern untersttzt klappt die Heckscheibe bei Bedarf um 60 Grad nach oben und ermglicht so einen verrenkungsfreien Zugang zur Gepckablage (230 Liter) hinter den Sitzen. Die totale Transparenz sorgt allerdings auch fr Nachteile: Knnen sich die Insassen durch ein Dachrollo vor heftiger Sonneneinstrahlung schtzen, ist das Gepck schutzlos den Blicken neugieriger Passanten ausgesetzt.

Dem Anspruch des Ganzjahres-Elfers entspricht auch die Fahrwerkabstimmung: Niedrigere Federraten als beim Coup sorgen fr zustzlichen Komfort ohne nennenswerte Einbuen bei der Fahrdynamik. Fast identisch sind die Fahrleistungen: Die Beschleunigungswerte liegen nur um zwei beziehungsweise drei Zehntel ber denen der Coup-Versionen, die Hchstgeschwindigkeit ist identisch: 280 km/ erreicht der Targa 4, 288 km/ der Targa 4 S. Grer fllt dann aber die Differenz in der Preisgestaltung aus: Stolze 7888 Euro betrgt der Aufpreis eines Targa gegenber einem Allrad-Coup.

Mehr Licht, mehr Luft fr 91.843 Euro gibt's den Elfer verglast.

Technische Daten Sechszylinder-Boxermotor vier oben liegende Nockenwellen vier Ventile pro Zylinder Hubraum 3596 cm Leistung 239 kW (325 PS) bei 6800/min max. Drehmoment 370 Nm bei 4250/min Allradantrieb Sechsgang-Schaltgetriebe Reifen vorn 235/40 ZR18, hinten 295/35 ZR 18 Lnge/Breite/Hhe 4427/1852/1310 mm Leergewicht 1510 kg Kofferraum 105335 Liter Tank 67 Liter 0100 km/h in 5,3 Sekunden Vmax 280 km/h Verbrauch 11,3 Liter Super plus/100 km Preis 91.843 Euro

Autor: Hermann J. Mller

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