Test Cayenne/Q7/Touareg

Unter Brüdern: Test Audi Q7, Porsche Cayenne, VW Touareg Unter Brüdern: Test Audi Q7, Porsche Cayenne, VW Touareg

Test Porsche Cayenne, Audi Q7, VW Touareg

— 06.08.2007

Unter Brüdern

Die Konzernverflechtungen von VW, Audi und Porsche bescheren uns drei Geländewagen mit unterschiedlichem Charakter, aber auf gleicher Basis. Und als 3.6 V6 sogar mit dem gleichen Motor.

Die gemeinsame Keimzelle liegt 60 Kilometer östlich von Wien – in der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Am Rande der 425.000-Einwohner-Stadt mit ihrem malerischen Altbauviertel am Ufer der Donau erhebt sich eine mächtige Autofabrik, die seit 1991 dem Volkswagen-Konzern teilweise und seit 1994 vollständig gehört. Hier entstehen die Karosserien aller drei Kandidaten dieses Vergleichstests. Zuvor hörte das Werk noch auf die sozialistische Abkürzung BAZ (Bratislavské Automobilové Závody, Automobilwerk Bratislava) und spuckte unter anderem heckmotorgetriebene Skoda-Modelle in berüchtigt schwankender Qualität aus. Doch die Zeiten von welligem Karosserieblech und löchrigen Gussteilen sind vorbei.

Der Cayenne schert nach der Karosserieproduktion aus

Ob Touareg, Q7 oder Cayenne – in der Version als 3.6-Sechszylinder-Benziner handelt es sich grundsätzlich um denselben Motor.

Sogar die zunächst skeptischen Porsche-Leute haben sich längst von der einwandfreien Qualität der Bratislava-Produktion überzeugen lassen. Zumal der Porsche der drei Slowaken-Brüderchen eine Sonderbehandlung erfährt: Denn während VW Touareg und Audi Q7 komplett hier im holzgetäfelten slowakischen Werk produziert werden, schert der Porsche Cayenne nach der Karosserieproduktion aus. Seine Endmontage erfolgt im 2000 gebauten Porsche-Werk Leipzig, wohin auch die Motoren angeliefert werden. Die Motoren unserer drei Kandidaten bergen eine weitere Gemeinsamkeit: Egal ob VW Touareg, Audi Q7 oder Porsche Cayenne – in der Version als 3.6-Sechszylinder-Benziner handelt es sich grundsätzlich um ein und denselben Motor. Dieser V-Motor mit dem extrem engen Zylinderbankwinkel von nur 10,6 Grad stammt von Volkswagen und wird auch im VW-Motorenwerk Salzgitter produziert.

In seiner Grundversion baut der Porsche auf einen VW-Motor

Das gilt auch für den Cayenne, der also hier bei seiner Grundversion auf einen VW-Motor vertraut, während die stärkeren 4,8-Liter-V8-Motoren im Cayenne S und Cayenne Turbo aus dem Porsche-Werk Zuffenhausen zugeliefert werden. Der direkteinspritzende V6-Benziner startet in allen drei Autos überraschend rau, etwas kernig – ganz typisch für einen Direkteinspritzer mit einer für Benzinerverhältnisse hohen Verdichtung von 12:1. Das macht den Motor sparsamer, nähert ihn damit an aktuelle Diesel an, deren Verdichtungsverhältnis aus Abgasgründen inzwischen auf teilweise unter 16:1 gefallen ist.

Die effizientere Verbrennung beschert Verbrauchswerte, die sich durchaus sehen lassen können. Mit einem solchen Motor sind die Zeiten vorbei, als ein Benziner-Geländewagen mit rund 2,4 Tonnen Leergewicht niemals unter 15 Liter/100 km zu bewegen war. Der Volkswagen-Sechszylinder drückt den Verbrauch im Alltag bei halbwegs vernünftiger Fahrweise auf gut 12 Liter/100 km. Selbstverständlich rauschen bei Dauervollgas auf der Autobahn 20 Liter durch. Auf der anderen Seite kratzen Sparwillige mit leichtem Gasfuß auch mal an der 10-Liter-Marke.

Den gesamten Artikel mit weiteren Infos und allen Technik- und Testtabellen können Sie hier bequem als PDF herunterladen – oder Sie klicken sich durch unsere Galerie!

Fazit von AUTO BILD ALLRAD-Redakteur Martin Braun

Schön, dass trotz Gleichteile-Strategie und Konzernverflechtungen drei unterschiedliche Autos herauskommen – selbst dann, wenn der prinzipiell gleiche Motor eingebaut ist. Der Porsche spricht den agilen Fahrer an, verliert aber Punkte bei Komfort und durch den gut 2000 Euro höheren Preis. Bei beiden Kriterien punktet der VW und präsentiert sich als ausgewogener Kompromiss. Der Audi gefällt durch viel Platz und ist kaum teurer als der VW. Ohne Geländewertung wäre er der Sieger.

Autor: Martin Braun

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