Test Saab 9-5 SportCombi 2.3 Turbo Aero

Test Saab 9-5 SportCombi 2.3 Turbo Aero

— 14.02.2006

Alter Schwede

Das letzte Facelift fr den 9-5 vor der Neuauflage: Alte Macken kann Saab damit aber nicht mehr ausbgeln.

Saab hat seine erwnschte Exklusivitt so weit getrieben, dass der 9-5 nicht aus der Exotennische herausfindet. Die Marke und ihre Kufer wollen vor allem eins sein: anders. Blo kein BMW oder Audi! Dafr nimmt man Schrulligkeiten in Kauf. Zum Beispiel, da der groe 9-5 selbst nach acht Jahren immer noch keinen Nachfolger bekommt, sondern auf seine alten Tage letztmals herausgeputzt wird. Die neuen, dicken Chromstriche um die Scheinwerfer sollen die Optik der nchsten Saab-Generation vorwegnehmen, wirken aber irgendwie aufgesetzt wie bertriebenes Make-up einer lteren Dame.

Umwerfend Neues hat der Schwede nicht zu bieten: beim Interieur schwarzer statt grauer Kunststoff, Drehregler frs Klima und ein paar Alutupfer das ist zuwenig, um doch noch mal durchzustarten. Stressgeplagte empfinden die klaren Anzeigen als nordische Ruhe. Das Cockpit ist simpel wie Ikeas Billy-Regal und der ESP-Schalter so gro, da er wintertags auch mit Fausthandschuhen bedient werden kann. Die ausladenden Sitze knnten aus einer Wellness-Oase stammen, der Kofferraum ist nicht ppiger als bei Avant oder Touring. Schn will der Saab sein, nicht gro.

Die getestete Top-Version Aero holt aus dem 2,3-Liter-Turbo statt 250 jetzt 260 PS, was den Frontantrieb trotz des verbesserten Fahrwerks berfordert. In Kurven winseln die Vorderrder nach Halt und zerren an der gefhllosen Lenkung. Nicht umsonst setzen Audi oder Alfa in dieser PS-Klasse zwecks besserer Traktion auf Allradantrieb. Vermutlich macht der 9-5 mit den schwcheren Turbos (185 und 220 PS) eine bessere Figur.

Daten, Preis und Wertung

Die Federung ist nun straffer geworden, kurze Schlge reicht der Saab unkomfortabel weiter. Die Fnfstufen-Automatik schaltet bernervs hektisch und hart. Wir empfehlen statt dessen die Handschaltung. Seine groen Auftritte hat der schwedische Kombi beim entspannten Reisen auf glatten Langstrecken. Ruhig und gelassen gleitet der groe Cruiser dann dahin, der Schwede surft auf der Woge seines mchtigen Drehmoments.

Zwischenspurts erledigt der Vierzylinder quasi aus dem Handgelenk. Ein sanfter Gasfu gengt, der senkt auch den turbomigen Verbrauch (bis zu 17,1 Liter Super plus) auf gerade noch ertrgliche Werte. Schlielich sitzt auch der feinen Klientel beim Preis von 40.950 Euro das Geld nicht mehr so locker.

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